Bitkom sieht KI verbreitet und das Potenzial ungenutzt
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Bitkom legt am 14. September 2026 die Ergebnisse einer Befragung von 603 Unternehmen vor. 57 Prozent setzen Künstliche Intelligenz ein.
Das Wichtigste in Kürze
- Bitkom misst 57 Prozent KI-Einsatz. Weitere 38 Prozent planen oder diskutieren ihn, nur 4 Prozent lassen das Thema liegen.
- 59 Prozent der Anwender schöpfen das Potenzial nicht aus. Der Anteil gilt vom Betrieb mit 20 Beschäftigten bis zum Konzern.
- Infrastruktur und Datenaufbereitung belasten das Budget. Lizenzen für KI-Software nennen nur 21 Prozent als großen Kostenpunkt.
- Zwei Drittel sehen im AI Act mehr Nachteile als Vorteile. 89 Prozent der Betroffenen oder Prüfenden rechnen mit hohem Aufwand.
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Was ist die Bitkom-KI-Befragung? Bitkom Research hat die Gespräche telefonisch in den Kalenderwochen 28 bis 33 2026 geführt.
Die Mehrheit nutzt KI, viele sehen sich erst am Anfang
57 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen KI ein. Ein Jahr zuvor waren es 36 Prozent. Die Bitkom-Befragung vom 14. September zeigt damit eine schnelle Verbreitung.
Zur Befragung gehören 603 Unternehmen in Deutschland. Sie wurden telefonisch im Sommer 2026 befragt. Die Antworten beschreiben Nutzung und Einschätzungen der Unternehmen; sie sind keine unabhängige Messung ihrer Produktivität.
Erste Vorteile und ungenutztes Potenzial bestehen nebeneinander
Zwei Drittel der Anwender berichten von einer verbesserten Wettbewerbsposition. Zugleich sagen 59 Prozent, sie schöpften das Potenzial von KI überhaupt nicht aus. Das klingt widersprüchlich, beantwortet aber zwei verschiedene Fragen: nach bereits erzielten Vorteilen und nach den noch erwarteten Möglichkeiten.
Aus der zweiten Angabe lässt sich deshalb nicht ableiten, dass diese Unternehmen keinerlei Nutzen erzielen. Kein befragter Anwender hält das Potenzial bereits für vollständig ausgeschöpft. Die Einschätzung ist über die Größenklassen hinweg ähnlich.
Daten und Rechenleistung treiben die Kosten
45 Prozent aller Unternehmen wenden 2026 mehr Geld für KI auf als im Vorjahr. Die Hälfte hält die Ausgaben unverändert.
| Kostenpunkt der KI-Anwender | Anteil mit großem Aufwand |
|---|---|
| Infrastruktur wie Cloud und Rechenleistung | 51 Prozent |
| Aufbereitung von Daten | 50 Prozent |
| Integration in bestehende Systeme | 41 Prozent |
| Abos und Lizenzen für KI-Software | 21 Prozent |
| Verbrauch von Token | 8 Prozent |
Quelle: Bitkom, 14. September 2026.
Nur wenige Befragte nennen Token-Verbrauch als großen Kostenpunkt. Daraus folgt keine allgemeine Aussage über den Anteil von Token-Kosten an jedem KI-Budget.
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Wer nur eine Lizenz kauft, hat KI eingekauft, aber noch nichts verändert.
– Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident (Presseinformation, 14. September 2026)
Wintergerst legt die Reihenfolge fest: Daten aufbereiten, Systeme verbinden, Rechenkapazität bereitstellen.
Ohne Wissen und Personal wird der Einstieg schwierig
85 Prozent der Unternehmen ohne KI nennen fehlendes Wissen für die Einführung als Hemmnis. Gut der Hälfte fehlen personelle Ressourcen. Bei den Unternehmen, die bereits KI nutzen, stehen dagegen Datenschutzanforderungen und rechtliche Unsicherheit im Vordergrund.
70 Prozent aller Befragten schulen inzwischen Beschäftigte im Umgang mit KI. Gleichzeitig schätzen zwei Drittel die KI-Kompetenzen ihrer Belegschaft als gering ein. Die wachsende Nutzung hat den Qualifizierungsbedarf demnach noch nicht beseitigt.
KI-Agenten vergrößern die Aufgabe
11 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen oder den Einsatz planen beziehungsweise diskutieren, setzen bereits KI-Agenten ein. Solche Systeme können innerhalb vorgegebener Berechtigungen mehrere Arbeitsschritte ausführen, etwa Angebote einholen und vergleichen.
Die nächste Ausbaustufe verlangt deshalb verlässliche Daten, verbundene Systeme und festgelegte Rechte. Datenaufbereitung und Integration zählen schon heute zu den großen Kostenpunkten der Befragten. Der Kauf zusätzlicher Softwarelizenzen allein erledigt diese Arbeit nicht.
Ob die Unternehmen ihre Investitionen tatsächlich in höheren Ertrag umsetzen, beantwortet die Befragung nicht. Sie zeigt, an welchen Voraussetzungen die weitere Nutzung hängt.
Häufige Fragen
Was hat Bitkom am 14. September 2026 gemessen?
57 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen Künstliche Intelligenz ein. Bitkom Research hat 603 Unternehmen telefonisch befragt.
Warum bleibt das Potenzial ungenutzt?
Kein Anwender gibt an, das Potenzial vollständig zu nutzen. Die großen Kostenpunkte sind Infrastruktur, Datenaufbereitung und Integration.
Wo entstehen die Kosten für KI?
51 Prozent der Anwender nennen Infrastruktur wie Cloud und Rechenleistung als großen Posten, 50 Prozent die Aufbereitung von Daten. Abos und Lizenzen sind nur für 21 Prozent ein großer Kostenpunkt.
Betrifft der AI Act den Mittelstand?
37 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, als Anwender betroffen zu sein, 34 Prozent prüfen das. Von dieser Gruppe rechnen 89 Prozent mit hohem Umsetzungsaufwand.
Was unterscheidet KI-Agenten von Chatbots?
Ein Chatbot antwortet auf Fragen. Ein Agent holt Angebote ein, vergleicht Preise und arbeitet Optionen aus. 11 Prozent setzen solche Agenten schon ein, 29 Prozent planen den Einsatz.
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