Fachkräftemangel: Logistik setzt auf KI statt auf Schulung
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Am 10. September 2026 legt Bitkom-Vizepräsidentin Tanja Rückert eine Umfrage unter 502 Logistikunternehmen vor. Sie nennt Digitalisierung die wichtigste Antwort auf Energiepreise, Lieferketten und Personalnot. Jede zweite Firma nutzt schon KI, aber nur acht Prozent schulen dafür alle Beschäftigten.
Das Wichtigste in Kürze
- Bitkom befragt 502 Logistikfirmen. Fast drei Viertel nennen fehlendes Know-how als größtes Hemmnis der Digitalisierung.
- Zusteller, Fahrer und Disponenten fehlen in mehr als der Hälfte der Firmen. IT-Stellen bleiben bei fast der Hälfte der Unternehmen offen.
- Jede zweite Firma nutzt KI und schult nur acht Prozent vollständig. Ein Viertel qualifiziert niemanden für den Umgang mit den Werkzeugen.
- DHL schafft in Köln-Eifeltor 250 Stellen. Kapazität wächst dort mit Personal und Sortierung gemeinsam.
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Was ist KI-Qualifizierung? Die Schulung der bestehenden Belegschaft für Werkzeuge, die Touren, Disposition und Sortierung unterstützen. Ohne sie droht die Lizenz in der Firma ungenutzt zu bleiben.
Drei Vierteln der Logistikfirmen fehlt das Know-how
Bitkom hat am 10. September 2026 eine Studie zur Digitalisierung der deutschen Logistikbranche veröffentlicht, befragt wurden 502 Logistikunternehmen ab 20 Beschäftigten. Bitkom-Vizepräsidentin Tanja Rückert nannte Digitalisierung die wichtigste Antwort auf Energiepreise, unterbrochene Lieferketten und Personalnot.
91 Prozent der befragten Firmen sehen die Digitalisierung als Chance. Für fast drei Viertel ist der Mangel an Know-how das größte Hindernis auf diesem Weg. Rückert sagte, der Fachkräftemangel bremse die Digitalisierung und mache sie zugleich umso dringender.
87 Prozent der Unternehmen nennen den Fachkräftemangel als eine ihrer größten Herausforderungen, direkt nach den hohen Energiepreisen. Die Branche kauft also Werkzeuge gegen den Mangel und lässt die Schulung dafür weitgehend offen.
Zusteller, Fahrer und Disponenten fehlen gleichzeitig
Die Personalnot hat in der Branche mehrere Namen. Zusteller, Fahrer und Disponenten fehlen jeweils in mehr als der Hälfte der Betriebe, während IT-Stellen bei fast der Hälfte der Unternehmen offen bleiben. Eine Software, die nur eine dieser Lücken schließen soll, trifft im Alltag auf alle vier, weil dieselbe Schicht Tour, Ladung und System im Blick haben muss.
| Offene Rolle | Anteil der Firmen mit Mangel |
|---|---|
| Zusteller | 64 Prozent |
| Fahrer | 55 Prozent |
| Disponenten | 53 Prozent |
| IT-Fachkräfte | fast die Hälfte |
| Kein Fachkräftemangel | 4 Prozent |
Quelle: Bitkom-Umfrage unter 502 Logistikunternehmen, veröffentlicht am 10. September 2026.
Nur vier Prozent der Firmen geben an, aktuell keinen Fachkräftemangel zu haben. Software gegen diese Lücken landet damit in Belegschaften, in denen offene Touren, offene Disposition und offene IT-Stellen denselben Betrieb gleichzeitig belasten.
Ein Disponent plant Touren, Ladungen und Zeitfenster. Fehlt diese Rolle, nützt eine KI-Anwendung wenig, die genau diese Planung unterstützen soll. Fehlt zugleich die IT, bleibt die Anwendung ohne Anbindung an Lager, Telematik und Auftragseingang.
Jede zweite Firma nutzt KI und schult kaum
Der Anteil der Logistiker, die Künstliche Intelligenz nutzen, hat sich laut Bitkom von 22 Prozent im Jahr 2022 auf 51 Prozent mehr als verdoppelt. 55 Prozent sehen in der Technologie ein Mittel gegen den Fachkräftemangel, während die offenen Stellen in Fahrerkabine und Disposition weiterlaufen.
54 Prozent geben an, ihnen fehle die Expertise, um KI in ihre Prozesse einzubinden. Nur acht Prozent der Firmen bieten KI-Schulungen allen Beschäftigten an.
Ein Viertel qualifiziert sein Personal gar nicht für den Umgang mit KI. In diesen Häusern bleibt das Werkzeug bei wenigen Spezialisten oder ungenutzt, während Zusteller und Fahrer denselben Tagesplan abarbeiten wie zuvor. Ob eine Lizenz in der Disposition ankommt, richtet sich danach, wer im Haus geschult wird.
DHL schafft in Köln-Eifeltor 250 Stellen
Einen Tag vor der Bitkom-Veröffentlichung hat DHL den Erweiterungsbau des Paketzentrums Köln-Eifeltor in Betrieb genommen. Dabei entstanden 250 neue Arbeitsplätze.
Die Sortierkapazität liegt nach Angaben des Unternehmens bei 50.000 Paketen pro Stunde. Die Belegschaft am Standort steigt auf 700 Mitarbeitende. DHL koppelt dort Durchsatz und Personal in einem Schritt. Zusätzliche Sortierung kam mit zusätzlichen Arbeitsverträgen.
DHL zeigt damit den Weg, den die Bitkom-Zahlen vom Folgetag für die Breite der Branche vermissen lassen: mehr Durchsatz mit mehr Personal statt mit Software allein.
47 Prozent erwarten mehr IT-Spezialisten bis 2035
47 Prozent der Unternehmen erwarten bis 2035 einen steigenden Bedarf an IT-Spezialisten, während die offenen Stellen heute Zusteller, Fahrer und Disponenten heißen. KI in Disposition und Touren braucht Beschäftigte, die das Werkzeug bedienen. Genau diese Lücke hat Rückert in der Veröffentlichung benannt. Offen bleibt, ob die Firmen die Schulung nachholen, bevor die nächste Lizenz gekauft wird.
Häufige Fragen
Warum reicht eine KI-Lizenz nicht gegen fehlende Fahrer?
55 Prozent der Logistikfirmen sehen in der Technologie ein Mittel gegen den Fachkräftemangel. 54 Prozent fehlt zugleich die Expertise zur Einbindung. Ohne Schulung bleibt das Werkzeug in der Firma ungenutzt.
Wen betrifft die Schulungslücke zuerst?
Nur acht Prozent der Firmen bieten KI-Schulungen allen Beschäftigten an. Ein Viertel qualifiziert niemanden. Disponenten und IT bedienen die Werkzeuge im Alltag, bevor Fahrer oder Zusteller sie sehen.
Was folgt aus der Umfrage für die nächste Lizenz?
Bitkom weist den Mangel an Know-how als größtes Hemmnis der Digitalisierung aus. Nur acht Prozent der Firmen schulen alle Beschäftigten. Eine Lizenz ohne Schulung für Disponenten und IT bleibt in diesen Zahlen die häufigere Praxis.
Was zeigt das Paketzentrum Köln-Eifeltor?
DHL hat dort am 9. September 2026 den Erweiterungsbau in Betrieb genommen. 250 Stellen entstanden, die Belegschaft steigt auf 700 Mitarbeitende. Zusätzliche Sortierung ging am Standort mit zusätzlichem Personal einher.
Wie viele Logistikfirmen nutzen schon KI?
51 Prozent der befragten Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz ein, 2022 waren es 22 Prozent. 55 Prozent sehen darin ein Mittel gegen den Fachkräftemangel.
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