Schwarz-weiße Illustration eines großen Siebs mit zahlreichen weißen Zetteln; weitere Zettel liegen rechts.
25.09.2026

Was die KI-Skepsis der Kundschaft für Firmen heißt

4 Min. Lesezeit

Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt, dass Künstliche Intelligenz in der Breite der Bevölkerung angekommen ist. Zugleich begegnet mehr als die Hälfte der Nutzenden den Ergebnissen der Werkzeuge mit Skepsis. Für Mittelständler, die KI im Kontakt mit Kunden einsetzen, zählt beides.

Das Wichtigste in Kürze

  • KI-Tools sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. 59 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren nutzen sie zumindest gelegentlich, 37 Prozent wöchentlich.
  • Jüngere Zielgruppen sind fast vollständig erreicht. Bei den 14- bis 29-Jährigen greifen 92 Prozent gelegentlich zu, wöchentlich sind es 68 Prozent.
  • Skepsis prägt den Umgang mit den Ergebnissen. 54 Prozent der Nutzenden betrachten Resultate als prüfbedürftig, 81 Prozent halten Quellenangaben für wichtig.

KI-Nutzung erreicht die Mehrheit

Künstliche Intelligenz ist in der deutschen Bevölkerung angekommen. Die am 22. September veröffentlichte ARD/ZDF-Medienstudie 2026 weist aus, dass 59 Prozent der Menschen ab 14 Jahren KI-Tools zumindest gelegentlich nutzen. Damit hat die Mehrheit des Landes praktische Erfahrung mit Programmen, die Texte verfassen, Fragen beantworten oder Informationen zusammenfassen.

Die Nutzungsfrequenz steigt rasch. Nach der Studie setzen 37 Prozent der Befragten KI-Software mindestens einmal pro Woche ein, im Vorjahr waren es 22 Prozent.

Für die Erhebung befragte das Marktforschungsinstitut GIM zwischen dem 27. Januar und dem 19. April 2026 insgesamt 2.462 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren. Der Großteil der Interviews fand telefonisch auf Basis einer repräsentativen Stichprobe statt, der Rest lief über ein Onlinepanel.

Was ist ein KI-Tool? Ein KI-Tool ist eine Software, die Aufgaben wie das Verfassen von Texten, das Beantworten von Fragen oder das Zusammenfassen von Informationen mithilfe Künstlicher Intelligenz übernimmt. Solche Programme beruhen auf Modellen, die aus großen Datenmengen sprachliche und inhaltliche Muster erlernt haben. Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 misst mit diesem Begriff, wie viele Menschen in Deutschland solche Programme zumindest gelegentlich einsetzen.

Deutliche Unterschiede zwischen den Generationen

Die Verbreitung fällt je nach Altersgruppe sehr unterschiedlich aus. Der Studie zufolge nutzen bei den 14- bis 29-Jährigen 92 Prozent zumindest gelegentlich KI-Tools, bei den Menschen ab 70 Jahren sind es 15 Prozent.

Auch bei der wöchentlichen Nutzung gehen die Gruppen weit auseinander. 68 Prozent der Jüngeren greifen mindestens einmal pro Woche zu KI-Software, bei den über 70-Jährigen sind es acht Prozent. Florian Hager, Intendant des Hessischen Rundfunks und Vorsitzender der ARD, hält dazu fest: „KI wird die Mediennutzung massiv verändern.“ Die Studie zeige schon, dass vor allem jüngere Menschen durch diese Tools anders an Informationen kommen.

Skepsis gegenüber KI-Ergebnissen

Der breite Einsatz stößt bei den Anwendern selbst auf Vorbehalte. Nach Angaben der Studie begegnen 54 Prozent der KI-Nutzenden den Ergebnissen der Tools mit Skepsis und verstehen sie vor allem als Werkzeuge, deren Resultat im Zweifel überprüft werden muss. Automatisierte Inhalte im Kundenkontakt treffen damit auf ein Publikum, das sie kritisch liest.

Beim Umgang mit Quellen liegt die Erwartung deutlich über der wahrgenommenen Realität. 43 Prozent der Nutzenden halten die Quellenangaben beim Umgang mit KI für transparent, während 81 Prozent Quellenangaben für wichtig oder sehr wichtig erachten. Firmen, die KI-generierte Texte versenden, sehen sich Empfängern gegenüber, von denen eine große Mehrheit Quellenangaben für wichtig hält.

Bedeutung für den Mittelstand

Für den Mittelstand berühren die Befunde zwei Kernfelder. Kunden und Interessenten gewinnen einen Teil ihrer Informationen künftig über KI-Assistenten, was die Frage aufwirft, wie Angebote in diesen Antworten vorkommen. Gleichzeitig verlangt die große Mehrheit der Nutzenden überprüfbare Qualität, weshalb KI-Entwürfe vor dem Versand an Kunden eine inhaltliche Kontrolle durch Menschen brauchen.

Neben den neuen Werkzeugen bleiben klassische Kanäle relevant. 48 Prozent der Bevölkerung greifen weiterhin mindestens wöchentlich zu gedruckten Zeitungen und Zeitschriften. Der Medienalltag der Kundschaft umfasst damit sowohl KI-Anwendungen als auch bewährte Formate.

Häufige Fragen

Wie verbreitet ist die Nutzung von KI-Tools in Deutschland?

Der ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zufolge nutzen 59 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren KI-Tools zumindest gelegentlich. 37 Prozent greifen mindestens einmal pro Woche darauf zu. Die wöchentliche Nutzung hat damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt.

Warum ist die Skepsis der Nutzer für Unternehmen relevant?

54 Prozent der Nutzenden betrachten KI-Ergebnisse als prüfungsbedürftig und sehen die Tools vor allem als Werkzeuge. Unternehmen, die solche Inhalte im Kundenkontakt einsetzen, sollten deshalb mit überprüfbaren Aussagen und nachvollziehbaren Quellen arbeiten.

Wie stark unterscheidet sich die Nutzung nach dem Alter?

Bei den 14- bis 29-Jährigen nutzen 92 Prozent KI-Tools zumindest gelegentlich, bei den Menschen ab 70 Jahren sind es 15 Prozent. Die jüngere Generation begegnet den Programmen dadurch deutlich früher im Alltag.

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Bildquelle: KI-generiert (September 2026)

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