Warum Samsung Milliarden in Mistral steckt
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Mistral AI hat am 8. September 2026 eine Series D über 3 Milliarden Euro bekannt gegeben. Die Bewertung danach liegt über 21 Milliarden Euro. Samsung Electronics führt das Konsortium. Airbus, ASML und HSBC stehen auf der Kundenliste.
Das Wichtigste in Kürze
- Mistral sammelt 3 Milliarden Euro in einer Series D ein. Die Bewertung danach liegt über 21 Milliarden Euro.
- Samsung Electronics führt mit EQT und PSG Equity. Luxemburg, Advent und BlackRock kommen neu hinzu.
- Das Unternehmen nennt mehr als 125 Großkunden in 20 Ländern. Airbus, ASML und HSBC stehen namentlich.
- Arthur Mensch will eigene Rechenzentren bauen und weiter mieten. Die selbst gehaltene Kapazität soll in fünf Jahren um rund 100 Prozent wachsen.
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Was sind offene Gewichte? Offene Gewichte sind die veröffentlichten Modellparameter eines KI-Modells. Firmen können solche Modelle auf eigenen Servern betreiben, statt jede Anfrage an die Cloud des Anbieters zu schicken.
Drei Milliarden Euro für ein europäisches Labor
Drei Jahre nach der Gründung 2023 nennt Mistral die Runde die größte Eigenkapitalaufnahme, die ein europäisches Technologieunternehmen je abgeschlossen hat. Die Series D ist die vierte Runde des Pariser Labors nach den Serien A, B und C.
Samsung Electronics führt. Co-Leads sind der Scaleup Europe Fund von EQT und der Bestandinvestor PSG Equity. Neu dabei sind Advent, von BlackRock verwaltete Fonds und das Großherzogtum Luxemburg. Bestandinvestoren wie a16z, ASML, NVIDIA und Salesforce Ventures bleiben dabei.
Vor einem Jahr hatte Mistral in der Series C 1,7 Milliarden Euro bei einer Bewertung von 11,7 Milliarden Euro eingesammelt, damals unter Führung von ASML, wie Bloomberg berichtet. Die neue Runde verdoppelt diese Bewertung nahezu.
Dieselben Modelle laufen bei Airbus und im Mittelstand
Mistral gibt 20 Länder und mehr als 125 Großkunden an. Airbus, ASML und HSBC stehen namentlich. Dieselben Modelle, die ein Konzern in der Fertigung nutzt, kann ein mittelständisches Unternehmen über die Programmierschnittstelle oder als offene Gewichte auf eigenen Servern betreiben.
In der ersten Phase des KI-Wettlaufs ging es darum, wer das stärkste Modell baut. Jetzt fragen Organisationen, wie sie KI in kritischen Abläufen nutzen, ohne Infrastruktur und Wissen abzugeben. Mistral verkauft offene Gewichte plus eigenen Betrieb.
Neben den US-Labors steht damit ein Anbieter mit Sitz in Paris, dessen Investoren teilweise aus der Chipfertigung kommen.
Das Geld geht in Rechenzentren und in die Forschung
Mistral will mit der Series D die Forschung an neuen Spitzenmodellen, die Rechenleistung für das Training, die Infrastruktur und das internationale Geschäft finanzieren. Firmenchef Arthur Mensch sagte gegenüber CNBC, langfristig solle die Firma auf selbst gebaute Kapazität setzen. Die eigene Rechenleistung solle in fünf Jahren um rund 100 Prozent wachsen, parallel werde weiter gemietet.
Die Vorarbeit läuft schon: Im März holte Mistral laut Data Center Dynamics umgerechnet rund 710 Millionen Euro Fremdkapital für 13.800 Nvidia-GB300-Grafikprozessoren in Bruyères-le-Châtel südlich von Paris. Die Series D stockt diesen Aufbau eigener Rechenzentren auf.
Samsung und ASML sind Lieferanten und Gesellschafter
ASML führte die Series C, Samsung führt die Series D und NVIDIA bleibt Investor. Dieselben Firmen, die Speicher, Belichtungsmaschinen und Beschleuniger verkaufen, halten damit Anteile an dem Labor, das ihre Chips auslastet.
Zum Vergleich: OpenAI hatte im März eine Finanzierung mit umgerechnet rund 105 Milliarden Euro zugesagtem Kapital und einer Bewertung von umgerechnet rund 730 Milliarden Euro erhalten, wie The Register vorrechnet. Mistral bleibt deutlich kleiner, der Superlativ gilt nur für europäische Eigenkapitalaufnahmen.
Eine europäische Alternative existiert also und hat frisches Geld, unabhängig von der Chip-Lieferkette ist sie damit nicht. Samsung will Mistrals Modelle laut Android Headlines in der eigenen Halbleiterfertigung einsetzen, die Beteiligung ist damit zugleich ein Industrievertrag.
Für Kunden ändert sich zunächst nur die Planungssicherheit
Die Series D ändert die Preise von Mistral vorerst nicht. Sie erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Anbieter in fünf Jahren noch Modelle und Rechenzentren in Europa betreibt. Genau darauf kommt es Firmen an, die ihre KI nicht an US-Anbieter binden wollen.
Welcher Teil der 3 Milliarden Euro in offene Modelle fließt und welcher in geschlossene Produkte, hat Mistral nicht aufgeschlüsselt. Offen ist auch, ob kleinere Firmen dieselben Vertragsbedingungen erhalten wie HSBC.
Häufige Fragen
Ist das die größte Tech-Finanzierung der Welt?
Nein. Mistral spricht von der größten Eigenkapitalaufnahme eines europäischen Technologieunternehmens. OpenAI lag im März bei einer Bewertung von umgerechnet rund 730 Milliarden Euro.
Bekommt ein Mittelständler dieselben Modelle wie Airbus?
Mistral nennt Airbus, ASML und HSBC als Großkunden. Ob dieselben Vertragsbedingungen für kleinere Firmen gelten, hat das Unternehmen nicht gesagt. Offen verfügbare Gewichte und die API sind die öffentlichen Wege.
Fließt das Geld in eigene Rechenzentren?
Mistral will Forschung, Trainingscompute, Infrastruktur und Vertrieb finanzieren. Arthur Mensch kündigte gegenüber CNBC an, die selbst gehaltene Kapazität in fünf Jahren um rund 100 Prozent zu steigern und parallel weiter zu mieten.
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