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06.09.2026

Gartner: 85 Prozent wollen höhere KI-Budgets

4 Min. Lesezeit

Die Funktionsleiter großer Unternehmen wollen 2026 mehr Geld für KI ausgeben, obwohl jeder neunte nicht weiß, was seine Abteilung 2025 dafür bezahlt hat. Das ist der Kern einer Gartner-Befragung unter 1.303 Verantwortlichen. Elf Prozent kennen die KI-Ausgabe 2025 nicht und haben damit keine Basis für 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • 85 Prozent der Funktionsverantwortlichen wollen 2026 mehr für KI ausgeben als 2025. Elf Prozent kennen die KI-Ausgabe ihrer Funktion im Vorjahr nicht.
  • Nur 22 Prozent der Organisationen haben KI über mehrere Bereiche skaliert oder arbeiten KI-zentriert. Wie weit die übrigen 78 Prozent sind, weist Gartner nicht getrennt aus.
  • In Gartners stärkster Messgruppe waren 81 Prozent der Vorhaben im Plus. Die schwächsten Organisationen konnten die Rendite für 29 Prozent ihrer Vorhaben nicht einmal angeben.
  • In der IT fallen die beliebtesten und die rentabelsten Vorhaben auseinander. Bedrohungserkennung und Service-Desk sind die häufigsten Vorhaben; positive Erträge erzielen am häufigsten Vorhaben zur Kostenoptimierung.

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Was ist KI-Skalierung? Gartner spricht davon, wenn dieselben Daten, Rechte, Schnittstellen und Zuständigkeiten über mehrere Geschäftsbereiche hinweg gelten. Ein Assistent in einer Abteilung ist noch keine Skalierung. Als KI-zentriert gilt eine Organisation, bei der KI im Kern des Geschäftsmodells steht.

Mehr Geld, obwohl jeder Neunte den Vorjahrespreis nicht kennt

Gartner hat von Januar bis April 2026 gut 1.300 Funktionsverantwortliche befragt, also die Leiter von Einkauf, Personal, Finanzen, Vertrieb, IT und anderen Bereichen in Unternehmen ab rund 45 Millionen Euro Jahresumsatz. Die Ergebnisse erschienen am 1. September. 85 Prozent wollen 2026 mehr für KI ausgeben als im Vorjahr. Zugleich sagt jeder Neunte, er wisse nicht, was seine Funktion 2025 dafür ausgegeben hat.

Die Größenordnung, um die es geht, ist nicht klein. KI liegt nach Gartner im Mittel bei rund zwölf Prozent des Funktionsbudgets. Tina Nunno, Distinguished Vice President bei Gartner, warnt in der Mitteilung, dass fehlende finanzielle Transparenz das Risiko erhöhe, während die Ausgaben steigen. Ohne Messung an Geschäftsergebnissen drohten verschwendete Mittel.

Nur 22 Prozent haben KI über Bereiche hinweg gleich organisiert

Nur 22 Prozent der befragten Organisationen haben KI über mehrere Geschäftsbereiche skaliert oder verfolgen einen KI-zentrierten Ansatz. Gartner zählt beide Gruppen in einer Zahl. Wer die 22 Prozent als flächendeckenden Einsatz liest, überschätzt den Stand.

Drei Viertel der Befragten nennen Produktivität als wichtigstes Ziel ihrer KI-Ausgaben. Dort liegt rund ein Drittel des KI-Budgets. Das Geld fließt also dorthin, wo der Nutzen in der Gewinn- und Verlustrechnung am schwersten sichtbar wird. Schneller arbeiten ist etwas anderes als eine eigene Zeile in dieser Rechnung.

Beliebt ist nicht rentabel

Am deutlichsten zeigt das die IT. Gut die Hälfte der IT-Verantwortlichen verfolgt Vorhaben zur Bedrohungserkennung und zur Automatisierung des Service-Desks, beides Projekte, die schützen und entlasten. Positive Erträge melden dagegen am häufigsten die Betreiber eines Vorhabens zur Optimierung von IT-Beständen und Kosten, 40 Prozent von ihnen. Die beliebten Projekte sichern den Betrieb, die rentablen sparen Geld.

Gartner stuft die Befragten nach der Qualität ihrer Messung ein. Die stärkste Gruppe verfolgt den Ertrag fortlaufend, führt KI als Portfolio und beendet schwache Vorhaben; sie meldete positive Erträge bei 81 Prozent ihrer Initiativen. Die schwächste Gruppe konnte die Rendite für 29 Prozent ihrer Vorhaben nicht einmal angeben. Gartner koppelt das Umschichten von Budget an vorliegende Renditezahlen; genau die fehlen dieser Gruppe.

Die Stichprobe beginnt oberhalb des typischen Mittelstands

Die Umsatzgrenze von rund 45 Millionen Euro liegt weit über dem, was das KfW-Mittelstandspanel als typischen Mittelständler führt. Für kleinere Häuser gilt der Befund deshalb nicht direkt. Der Mechanismus gilt eher schärfer: Die Kostensicht ist dünner, weil KI-Lizenzen oft in Abteilungsbudgets verschwinden. Der Spielraum für Fehlkäufe ist enger.

Offen lässt Gartner, wer die Kostensicht künftig führt: die Fachabteilung, die die Lizenzen bestellt; die IT, die sie betreibt; der Finanzbereich, der sie bezahlt. Solange das niemand entscheidet, bleibt die Freigabe der nächsten Tranche das, was sie bei elf Prozent der Befragten heute ist: eine Vermutung.

Häufige Fragen

Ist die 22-Prozent-Zahl eine reine Skalierungsquote?

Nein. Gartner addiert Organisationen mit KI über mehrere Geschäftsbereiche und Organisationen mit KI-zentriertem Ansatz. Gartner legt die 22 Prozent nicht getrennt nach Skalierung und KI-zentriert vor.

Gilt die Befragung für den klassischen Mittelstand?

Nein. Gartner befragte Organisationen, deren Jahresumsatz 2025 klar über dem KfW-Mittelstandspanel lag. Für kleinere Häuser gilt der Mechanismus oft schärfer.

Warum bindet Produktivität so viel Budget?

Weil drei Viertel der Befragten Produktivität als wichtigstes Ziel nennen und rund 30 Prozent des KI-Budgets dort liegen. Der Nutzen zeigt sich als gesparte Zeit, selten als eigene Zeile in der Gewinn- und Verlustrechnung.

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