Modernes Rechenzentrum mit beleuchteten Serverreihen – Artikel zu Cybersecurity und synaforce
18.12.2024

Cybersecurity 2024: synaforce blickt zurück

7 Min. Lesezeit

Das BSI hat in seinem alljährlichen Bericht zur Lage der Cybersecurity in Deutschland erneut Rekordzahlen veröffentlicht. Die Bedrohungslage für deutsche Unternehmen ist damit anhaltend hoch. synaforce blickt zurück auf ein ereignisreiches Jahr, das neben vielen Herausforderungen auch einige Erfolge mit sich gebracht hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • 309.000 neue Schadprogrammvarianten pro Tag in 2024, ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr (BSI-Lagebericht).
  • synaforce erhielt im März 2024 die C5-Zertifizierung durch das BSI für KRITIS-konforme Cloud-Dienste.
  • Strategische Partnerschaft mit TEHTRIS zur Bereitstellung der XDR AI PLATFORM für ganzheitlichen Schutz.
  • NIS2-Richtlinie nach Stand Dezember 2024 noch nicht in deutsches Recht umgesetzt, Unsicherheit für Unternehmen bleibt.
  • Ausblick 2025: Deepfake-Angriffe, APTs und steigende Anforderungen an kritische Infrastrukturen.

Was ist Cybersecurity?

Cybersecurity ist 2024 ein konkreter Hebel für Unternehmen, weil das Thema direkt über skalierbare Rechenzentrumsleistung, Energieeffizienz und Compliance entscheidet. Der Beitrag zeigt am Beispiel von synaforce, welche Anforderungen, Kennzahlen und operativen Schritte in der Praxis zählen.

Laut dem Lagebericht IT-Sicherheit des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden 2024 täglich rund 309.000 neue Schadprogrammvarianten identifiziert, ein Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders im Fokus standen Angriffe auf Cloud-Systeme, kritische Infrastrukturen (KRITIS) und mobile Endgeräte. Gleichzeitig professionalisierten Cyberkriminelle ihre Methoden weiter, nutzten Zero-Day-Schwachstellen und setzten gezielt auf modulare Angriffswerkzeuge wie Malware-as-a-Service. Einen weiteren entscheidenden Einfluss auf die Bedrohungslage hatte der Fortschritt im Bereich KI. Generative KI erleichtert Cyberangriffe, indem sie etwa täuschend echte Phishing-Nachrichten erstellt, Schadcodes programmiert oder Passwörter überwindet.

Auch regulatorisch gab es bedeutsame Entwicklungen. Die NIS2-Richtlinie, die höhere Cybersicherheitsstandards in kritischen Sektoren festlegt, sollte bis Oktober 2024 in deutsches Recht umgesetzt werden. Das entsprechende Gesetz wurde bislang (Stand Dezember 2024) nicht verabschiedet, wodurch die Unsicherheit für Unternehmen bestehen bleibt.

309.000
neue Schadprogrammvarianten pro Tag (BSI-Lagebericht 2024)
+26 %
Anstieg der Malware-Varianten gegenüber 2023
März 2024
BSI-C5-Zertifizierung für synaforce-Cloud

synaforce positioniert sich 2024 als vertrauensvoller Partner fortschrittlicher Cybersecurity-Lösungen

synaforce hat 2024 entscheidende Schritte unternommen, um seine Position als Anbieter fortschrittlicher IT-Sicherheitslösungen zu stärken. Ziel war es, Kunden umfassende und sichere Services zu bieten und gleichzeitig die eigenen Systeme auf die steigenden Herausforderungen auszurichten. Ein zentraler Meilenstein war die C5-Zertifizierung durch das BSI im März 2024. Diese bestätigt, dass die Cloud-Dienste von synaforce höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und speziell für KRITIS-Kunden geeignet sind.

Darüber hinaus bereitete sich synaforce gezielt auf die Umsetzung der NIS2-Richtlinie vor. Die bestehende Zertifizierungsbasis, darunter ISO/IEC 27001, ISAE 3402 und EN 50600, wurde durch die C5-Zertifizierung weiter gestärkt. Dadurch ist synaforce gerüstet, um Unternehmen bei der Einhaltung der verschärften EU-weiten Mindeststandards zu unterstützen.

Ein zweiter strategischer Meilenstein war die vertiefte Partnerschaft mit dem europäischen Security-Anbieter TEHTRIS. Der gemeinsame Roll-out der TEHTRIS XDR AI PLATFORM schuf eine modulare Sicherheitsarchitektur, die Endpoints, Netzwerke und Cloud-Dienste verknüpft und per KI Angriffsmuster in Echtzeit erkennt. Die Kombination von synaforces Managed-Services-Kompetenz mit TEHTRIS‘ Plattform-Stack öffnet vor allem Branchen wie Finance und KRITIS ein Security-Setup ohne US-Abhängigkeit, ein Argument, das 2024 durch die Debatten um US Cloud Act und europäische Datensouveränität deutlich an Gewicht gewann.

„Wir sind stolz auf das, was wir 2024 erreicht haben. Die Bedrohungslage zeigt jedoch, wie wichtig es ist, unsere Position konsequent weiter auszubauen. 2025 wird für uns ein weiteres Jahr des Fortschritts sein, in dem wir unser Engagement im Bereich Cybersecurity weiter intensivieren.“
– Tobias Lehner, CTO synaforce, zum Jahresabschluss 2024

Was 2025 auf Unternehmen zukommt

Denn 2025 stellt die IT-Sicherheitslandschaft vor noch größere Herausforderungen. Cyberkriminelle setzen etwa zunehmend auf Deepfake-Technologien, um beispielsweise Stimmerkennungssysteme in Verifizierungsprozessen zu umgehen. Branchen wie der Finanzsektor stehen vor der Aufgabe, neue Abwehrstrategien zu entwickeln, um sich gegen diese fortschrittlichen Täuschungstechniken zu schützen.

Zudem kehren Advanced Persistent Threats (APTs) verstärkt ins Bewusstsein zurück. Diese zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit und Zielgenauigkeit aus, was sie zu einer ernsten Bedrohung für Unternehmen macht, indem sie Angreifern langfristigen Zugriff auf wertvolle Informationen ermöglichen. Ziel sind dabei vermehrt KRITIS-Unternehmen.

Zu diesen technologischen Herausforderungen kommt die Unsicherheit über die Ausgestaltung der NIS2-Richtlinie. Obwohl die Frist zur Umsetzung der EU-weiten Verordnung bereits verstrichen ist, verzögert sich der Gesetzgebungsprozess in Deutschland. Unternehmen sollten nicht warten, bis die Gesetzeslage eindeutig ist, proaktive Maßnahmen bleiben 2025 der Schlüssel zu sicheren IT-Systemen.

„Die Bedrohungslage war 2024 bereits enorm, sie wird sich 2025 voraussichtlich nicht verbessern. Es kommt auf unsere kollektive Resilienz an, um den immer komplexeren Gefahren zu begegnen. Die Umsetzung der NIS2-Richtlinie spielt hier eine entscheidende Rolle. synaforce unterstützt Unternehmen dabei aktiv mit umfassender Beratung sowie der Planung und Implementierung gezielter Maßnahmen, um Cyberrisiken zu minimieren und nachhaltige Sicherheitsstrategien zu etablieren“, sagt Andreas Braidt, CEO von synaforce.

Was die C5-Zertifizierung konkret bedeutet

BSI-C5, der Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue, ist ein 17 Themenbereiche umfassender Prüfkatalog des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Er prüft Cloud-Anbieter systematisch auf technische, organisatorische und prozessuale Sicherheitskontrollen. Ein C5-Testat ist damit mehr als ein Siegel. Es ist ein unabhängiger Prüfbericht nach internationaler Auditierungsnorm ISAE 3000, der Sub-Dienstleister, Datenflüsse und Kontrollen transparent dokumentiert.

Für Auftraggeber aus regulierten Branchen wie Finanzwesen, Gesundheit oder öffentlicher Hand ist ein C5-zertifizierter Cloud-Partner oft die Grundvoraussetzung für die Beauftragung. Die eigene Compliance-Dokumentation wird dadurch erheblich vereinfacht, weil viele Prüfpunkte bereits durch das Testat abgedeckt sind. Für synaforce bedeutet die Zertifizierung einen direkten Marktzugang zu Kundensegmenten, die ohne C5 systematisch ausgeschlossen waren. Gleichzeitig hebt sich das Unternehmen im deutschen Mittelstandssegment von Wettbewerbern ab, die den Aufwand einer C5-Auditierung nicht stemmen können oder wollen.

XDR und Managed Detection and Response als Wachstumsfeld

Die Partnerschaft mit TEHTRIS adressiert einen der stärksten Trends im Cybersecurity-Markt: die Konsolidierung isolierter Sicherheits-Tools zu Extended-Detection-and-Response-Plattformen. Statt separater Endpoint-Detection, Network-Monitoring und Cloud-Security-Lösungen mit eigener Bedienoberfläche bietet XDR eine zentrale Sicht auf alle Angriffsvektoren. Für MSPs ist das ein Effizienzgewinn, für Endkunden eine bessere Erkennungsrate bei komplexen Bedrohungen.

Managed Detection and Response geht noch einen Schritt weiter. Hier übernimmt ein spezialisierter Dienstleister nicht nur die Tools, sondern auch den operativen Betrieb der Sicherheitsüberwachung. 24-Stunden-Monitoring, Incident-Response und Threat-Hunting werden als Service bereitgestellt. Für Unternehmen, die keine eigenen Security Operations Center betreiben können, ist das oft die einzig wirtschaftliche Option, um das Niveau großer Konzerne im eigenen Betrieb zu erreichen. synaforce positioniert sich mit der TEHTRIS-Partnerschaft in diesem Wachstumsfeld und öffnet damit neue Umsatz- und Wachstumsoptionen im eigenen Netzwerk aus Managed Service Providern.

Was KRITIS-Unternehmen 2025 konkret umsetzen müssen

Für Unternehmen, die als kritische Infrastruktur gelten, schafft die Kombination aus NIS2, BSI-Gesetz und DORA einen dichten Regulierungsrahmen. Konkret müssen KRITIS-Betreiber 2025 folgende Punkte sicherstellen: ein dokumentiertes ITK-Risikomanagement, formalisierte Incident-Response-Prozesse mit Meldefristen, regelmäßige Resilienz-Tests und ein aktives Management der Drittdienstleister-Risiken. Der Aufwand ist erheblich, die Umsetzung kann mehrere Monate bis hin zu Jahren beanspruchen.

Viele Mittelständler unterschätzen dabei die organisatorische Seite. IT-Sicherheit ist in modernen Regulierungen keine reine Technikfrage mehr, sondern eine Governance-Aufgabe auf Geschäftsleitungsebene. Wer heute noch glaubt, mit dem Aufstellen einer Firewall und einem jährlichen Penetrationstest DORA- oder NIS2-konform zu sein, liegt systematisch falsch. Die neuen Regulierungen verlangen durchgängige Prozessdokumentation, klare Rollen und Verantwortlichkeiten und den Nachweis einer gelebten Sicherheitskultur.

Warum Compliance-Nachweise zum Marktzugang werden

Ein oft unterschätzter Nebeneffekt der Regulierungswelle ist, dass Compliance-Nachweise zunehmend zu Marktzugangsbedingungen werden. Wer ohne BSI-C5, ISO 27001 und dokumentierte NIS2-Readiness in öffentliche Ausschreibungen geht, landet systematisch auf den hinteren Plätzen. Auch in privaten Beschaffungsverfahren großer Konzerne werden Sicherheitsnachweise zunehmend als Muss-Kriterium abgefragt.

Für IT-Dienstleister im Mittelstand entsteht daraus eine klare strategische Weichenstellung. Entweder werden die relevanten Zertifizierungen aktiv aufgebaut und als Wettbewerbsvorteil positioniert, oder man wird sukzessive aus den margenstarken Kundensegmenten gedrängt. synaforce hat mit der C5-Investition genau diesen Weg eingeschlagen und positioniert sich damit als Anbieter, der die regulatorischen Anforderungen nicht nur erfüllt, sondern aktiv als Differenzierung nutzt. Für die eigenen Kunden wird synaforce damit zu einem Partner, der Compliance-Risiken nimmt, statt sie zu verstärken.

Deepfake-Schutz als neues Handlungsfeld

Unter den für 2025 erwarteten Bedrohungen nehmen Deepfake-basierte Social-Engineering-Angriffe eine Sonderstellung ein. Anders als klassische Phishing-Angriffe nutzen sie nicht nur manipulierte Text-Nachrichten, sondern täuschend echte Stimmen und Videos. Beispiele aus 2024 zeigen, dass Angreifer per KI-generierter Stimme CFOs überzeugen konnten, mehrstellige Millionenbeträge auf fremde Konten zu überweisen. Diese Angriffe umgehen klassische Zwei-Faktor-Authentifizierung, weil sie auf Vertrauen zwischen Menschen zielen.

Verteidigungsstrategien erfordern eine Kombination aus technischen und organisatorischen Maßnahmen. Out-of-Band-Verifikation bei sensiblen Transaktionen, dokumentierte Freigabeprozesse mit Mehr-Augen-Prinzip, kontinuierliche Awareness-Trainings und der Einsatz von Detection-Tools für synthetische Medien gehören zum neuen Standard. Für MSPs entsteht hier ein weiteres Beratungsfeld, das über klassische IT-Sicherheit hinausgeht und tief in Prozesse und Kommunikationsregeln der Kunden eingreift.

Der Blick nach vorne

Die Bedrohungslage 2024 war Rekord und 2025 wird sie aller Voraussicht nach übertreffen. Gleichzeitig wächst aber auch die Reife der Abwehrwerkzeuge, regulatorischen Rahmenwerke und spezialisierten Dienstleister. Für deutsche Unternehmen entsteht damit eine klare Alternative zu rein reaktiver Schadensbegrenzung: eine strukturierte Kombination aus zertifizierter Infrastruktur, modernen XDR-Plattformen und erfahrenen Beratungspartnern. Wer diese Kombination rechtzeitig aufbaut, reduziert nicht nur Risiken, sondern gewinnt auch Wettbewerbsvorteile bei Kunden und Aufsichtsbehörden. synaforce hat den Weg 2024 eingeschlagen und wird ihn 2025 und 2026 konsequent weitergehen.

Für IT-Entscheider in Mittelstand und KRITIS-Umgebung empfiehlt sich eine jährliche Selbstanalyse entlang der vier Kernfragen: Wie steht es um den aktuellen Reifegrad der eigenen Sicherheitsarchitektur, welche Zertifizierungen fehlen noch, welche Drittdienstleister sind kritisch und wer trägt im Ernstfall die operative und rechtliche Verantwortung. Die Antworten auf diese vier Fragen entscheiden maßgeblich über die weitere Wettbewerbsfähigkeit in einem Regulierungsumfeld, das sich deutlich schneller verändert, als viele etablierte interne Sicherheitsroadmaps heute noch vorsehen.

Häufige Fragen

Wie viele neue Schadprogrammvarianten wurden 2024 täglich identifiziert?

Laut BSI-Lagebericht wurden 2024 täglich rund 309.000 neue Schadprogrammvarianten identifiziert. Das entspricht einem Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Was ist die NIS2-Richtlinie?

Die NIS2-Richtlinie legt höhere Cybersicherheitsstandards in kritischen Sektoren fest und sollte bis Oktober 2024 in deutsches Recht umgesetzt werden. Die nationale Umsetzung verzögert sich, die EU-weite Wirksamkeit bleibt bestehen.

Was bedeutet die C5-Zertifizierung?

Die C5-Zertifizierung ist eine Zertifizierung durch das BSI, die bestätigt, dass die Cloud-Dienste von synaforce höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und speziell für KRITIS-Kunden geeignet sind. Sie basiert auf einem 17-Bereiche-Prüfkatalog und wird nach ISAE-3000-Norm auditiert.

Wie unterstützt synaforce Unternehmen bei der NIS2-Einhaltung?

synaforce unterstützt Unternehmen bei der Einhaltung der NIS2-Richtlinie durch umfassende Beratung sowie die Planung und Implementierung gezielter Maßnahmen, um Cyberrisiken zu minimieren und nachhaltige Sicherheitsstrategien zu etablieren.

Was sind die Herausforderungen für die IT-Sicherheitslandschaft 2025?

Die IT-Sicherheitslandschaft steht 2025 vor noch größeren Herausforderungen, wie zum Beispiel dem Einsatz von Deepfake-Technologien zur Umgehung von Stimmerkennung und Advanced Persistent Threats (APTs), die insbesondere KRITIS-Unternehmen ins Visier nehmen.

Quelle Titelbild: Pexels / AMORIE SAM (px:30481728)

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