Positive Ökobilanz im HighEnd-Datacenter der synaforce
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Die Themen Effizienzverbesserungen, Energiebedarf und Nachhaltigkeit waren und sind auch für den Betrieb von Rechenzentren von immenser Bedeutung. Das synaforce Rechenzentrum im niederbayerischen Hofkirchen ist ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Das hypermoderne Rechenzentrum setzt konsequent auf nachhaltige und emissionsfreie Lösungen und bezieht zu 100 Prozent erneuerbaren Strom für seine Infrastruktur.
Das Wichtigste in Kürze
- synaforce betreibt sein Rechenzentrum in Hofkirchen zu 100 Prozent mit Ökostrom, davon 25 Prozent aus eigener Photovoltaik.
- Der PUE-Wert liegt unter 1,1 und damit deutlich unter dem Branchendurchschnitt von etwa 1,7.
- Seit Januar 2023 ist auch der zugekaufte Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen.
- Ein Energieaudit nach DIN-EN 16274-1 wurde im Dezember 2022 bestanden.
- Das Konzept basiert auf moderner Mess- und Gebäudeleittechnik, effizienten Kühlungen und zertifiziertem klimaneutralem Betrieb.
Was ist Datacenter?
Datacenter ist 2023 ein konkreter Hebel für Unternehmen, weil das Thema direkt über skalierbare Rechenzentrumsleistung, Energieeffizienz und Compliance entscheidet. Der Beitrag zeigt am Beispiel von synaforce, welche Anforderungen, Kennzahlen und operativen Schritte in der Praxis zählen.
100 Prozent Ökostrom als Fundament
Gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erzeugt synaforce einen großen Teil seines Strombedarfs für sein Datacenter mit eigenen Photovoltaikanlagen und unterstützt damit die Energiewende aktiv. Zusätzlich zu der bereits bestehenden nachhaltigen Stromerzeugung vor Ort bezieht synaforce seit Januar 2023 auch den zugekauften Strom für sein Datacenter ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen. Dieser Schritt ist ein weiterer Meilenstein in der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens und unterstreicht das Engagement von synaforce für mehr Klimaschutz.
„Wir betreiben unser Data Center zu 100 Prozent mit Ökostrom. Unsere Rechenzentren arbeiten schon von Beginn an auf einem sehr hohen Energieeffizienzgrad (PUE unter 1,1). Diesen konnten wir mit moderner Mess- und Gebäudeleittechnik im letzten Jahr noch weiter optimieren. Eine Erweiterung unserer Photovoltaikanlagen deckt mittlerweile 25 Prozent unseres Gesamtenergiebedarfes ab. Seit Anfang 2023 wird die fehlende Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien abgedeckt. Durch diese Maßnahmen können wir nicht nur die Betriebskosten unserer Rechenzentren optimieren, sondern ebenfalls einen großen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit und Emissionen realisieren. Ein im Dezember 2022 mit Bravour bestandenes Energieaudit (DIN-EN 16274-1) untermauerte unsere Energiesparmaßnahmen auch noch von offizieller Seite.“
– Peter Hartl, CEO synaforce
Verantwortung als HighEnd-Datacenter-Provider
Als HighEnd DataCenter-Solutions Provider erkennt synaforce seine Verantwortung hinsichtlich des Schutzes unseres Planeten an. Ziel war und ist es, Umweltauswirkungen so gering wie möglich zu halten und einen messbaren Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen zu leisten. Mit der vollständigen Umstellung auf erneuerbaren Strom und dem zertifizierten klimaneutralen Betrieb setzt synaforce ein wichtiges Zeichen für eine nachhaltige Zukunft.
„Zusätzlich nutzen wir höchst effiziente Kühl- und USV-Anlagen auch an unseren anderen Standorten, wodurch wir unseren Energieverbrauch auf ein Minimum reduzieren können. Durch diese und viele weitere Maßnahmen erreichen wir heute einen PUE-Wert (Maß für die Energieeffizienz von Rechenzentren) von unter 1,1 und können uns dadurch mit wenigen Gleichgesinnten zu den energieeffizientesten Rechenzentren weltweit zählen“, ergänzt synaforce CTO Tobias Lehner.
„Um den CO2-Fußabdruck weiterhin zu reduzieren und einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu nehmen, wird synaforce auch zukünftig innovative Lösungen und Technologien einsetzen, um seine Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und die Energieeffizienz kontinuierlich zu optimieren. Wir versichern, dass dies noch nicht das Ende unserer Bemühungen für ein CO2-neutrales Rechenzentrum ist“, so Lehner weiter.
PUE-Wert im Branchenkontext
Der Power Usage Effectiveness (PUE) ist die zentrale Kennzahl für die Energieeffizienz von Rechenzentren. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen Gesamtenergieverbrauch eines Datacenters und dem reinen IT-Energieverbrauch. Je näher der Wert an 1,0 liegt, desto effizienter wird die zugeführte Energie tatsächlich für Rechenleistung genutzt. Alles über 1,0 ist Overhead für Kühlung, USV und Beleuchtung.
Der Branchendurchschnitt lag laut Uptime Institute Global Data Center Survey zuletzt bei rund 1,58 bis 1,7. Selbst die großen Hyperscaler erreichen typischerweise Werte zwischen 1,1 und 1,2. synaforce liegt mit einem PUE unter 1,1 in derselben Effizienzklasse wie Google, Meta oder Microsoft, allerdings als mittelständischer deutscher Anbieter. Für Kunden bedeutet das zweierlei: niedrigere variable Energiekosten als Durchreiche im Hosting-Modell und eine bessere Klimabilanz beim eigenen Scope-3-Reporting, das CSRD-pflichtige Unternehmen seit 2024 verpflichtend ausweisen müssen.
Photovoltaik und Stromzukauf: Die Hybridstrategie
Die Kombination aus Eigenerzeugung und zertifiziertem Grünstromeinkauf ist der pragmatische Weg, 100 Prozent Ökostrom-Quote zu erreichen, ohne vollständig von der eigenen Erzeugung abhängig zu sein. Die eigenen Photovoltaikanlagen decken 25 Prozent des Gesamtenergiebedarfs, der Rest wird über Lieferverträge mit Herkunftsnachweis bezogen. Diese Strategie sichert die Versorgung auch in Wintermonaten mit geringer Solarleistung und bei Spitzenlasten ab.
Der Ansatz lässt sich skalieren. Zusätzliche Photovoltaikkapazitäten, potenzielle Windenergie-Projekte oder Power Purchase Agreements mit regionalen Erzeugern erhöhen die Eigenquote über Zeit. Gerade für Rechenzentren in ländlichen Regionen wie Hofkirchen entstehen damit Kooperationschancen mit landwirtschaftlichen Betrieben oder kommunalen Erzeugern, die eine langfristig stabile Abnahmebasis für ihre eigenen Anlagen suchen.
Kühltechnik und Gebäudeleittechnik als Effizienzhebel
Die niedrige PUE allein durch Ökostrom-Bezug zu erklären, greift zu kurz. Der eigentliche Effizienzgewinn entsteht in der Kühl- und Gebäudeleittechnik. Moderne Freikühlung nutzt die Außenluft in kühleren Monaten direkt zur Server-Kühlung, ohne energieintensive Kompressorkühlung einschalten zu müssen. Adiabatische Kühlverfahren senken den Wasserverbrauch gegenüber klassischer Verdunstungskühlung. Hocheffiziente USV-Anlagen minimieren die Wandlungsverluste auf der Energieversorgungsseite.
Die Mess- und Gebäudeleittechnik misst jede Kilowattstunde getrennt nach IT-Last, Kühlung, USV, Beleuchtung und Infrastruktur. Diese Transparenz ist Grundvoraussetzung für kontinuierliche Optimierung. Ohne granulare Messung bleibt PUE-Optimierung Spekulation. Mit detaillierten Messpunkten lassen sich ineffiziente Subsysteme identifizieren und gezielt verbessern, bevor sie größere Auswirkungen auf die Gesamtbilanz haben.
Was das für Kunden bedeutet
Für Kunden, die ihre IT-Infrastruktur in einem synaforce-Rechenzentrum betreiben lassen, ergeben sich mehrere Vorteile. Erstens die direkte Klimawirkung: Jede Stunde Rechenzeit wird mit deutlich weniger CO2 verrechnet als bei Rechenzentren mit typischem PUE-Wert und Strom-Mix. Zweitens die regulatorische Nachvollziehbarkeit für CSRD, EU-Taxonomie und branchenspezifische Nachhaltigkeitsberichte. Der Nachweis läuft über dokumentierte Herkunftszertifikate, PUE-Reports und Audit-Bestätigungen.
Drittens die wirtschaftliche Absicherung gegen steigende Energie- und CO2-Preise. Strom aus Eigenerzeugung und langfristigen Grünstrom-Verträgen ist weniger anfällig für Preisspitzen als klassischer Börsenstrom. Für Hosting-Kunden bedeutet das planbarere Kosten über mehrjährige Vertragslaufzeiten. Viertens ein Ausschreibungsvorteil bei öffentlichen Auftraggebern, die Nachhaltigkeitskriterien zunehmend als Zuschlagskriterium einsetzen. Kommunen, Behörden und öffentlich-rechtliche Einrichtungen priorisieren Rechenzentren mit dokumentierter Klimabilanz.
Ausblick: Was noch kommt
Die Nachhaltigkeitsstrategie von synaforce ist kein Endzustand, sondern ein laufender Prozess. Der bevorstehende Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten wird parallel zur Erweiterung der Eigenerzeugung geplant. Neue Wärmerückgewinnungskonzepte, bei denen die Abwärme der Server für kommunale Nahwärmenetze oder gewerbliche Abnehmer genutzt wird, sind technisch möglich und werden branchenweit verstärkt diskutiert. Solche Kopplungsmodelle heben die Gesamteffizienz weit über den reinen PUE-Wert hinaus.
Für den deutschen Markt ist synaforce damit ein Beispiel dafür, wie mittelständische Anbieter in der Nachhaltigkeitsdebatte mit den Hyperscalern mithalten können. Entscheidend sind dokumentierte Kennzahlen, transparente Nachweise und die Bereitschaft, kontinuierlich in Effizienzmaßnahmen zu investieren. Genau dieser Dreiklang entscheidet in den kommenden Jahren darüber, welche Rechenzentren Aufträge aus regulierten Branchen gewinnen und welche auf dem Markt ohne Klimanachweis zunehmend unter Druck geraten.
Regulatorischer Rahmen: CSRD, EU-Taxonomie und EEDS
Die Nachhaltigkeitsanforderungen an Rechenzentren entstehen nicht im luftleeren Raum. Mehrere EU-Regulierungen treiben das Thema gleichzeitig voran. Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet große und mittelständische Unternehmen zur strukturierten Berichterstattung über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte. Teil dieser Berichterstattung sind die Scope-3-Emissionen, zu denen auch die Rechenzentrums-Emissionen der genutzten IT-Dienstleister zählen.
Die EU-Taxonomie definiert, welche Wirtschaftsaktivitäten als nachhaltig gelten. Für Rechenzentrumsbetrieb bedeutet das konkrete Schwellenwerte für PUE, Wasserverbrauch und Herkunft der Energie. Die Energieeffizienz-Richtlinie (EED) und ihre deutsche Umsetzung im Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verlangen von größeren Rechenzentren die Veröffentlichung von Energie-Kennzahlen und die Einhaltung von Mindest-Effizienzstandards. Betreiber, die heute nicht liefern können, riskieren kurzfristig Wettbewerbsnachteile, mittelfristig Sanktionen oder Lizenzentzug für bestimmte Kunden-Segmente.
Was der deutsche Mittelstand davon hat
Für mittelständische Anwender in Deutschland schafft ein Rechenzentrum wie das von synaforce eine planbare und kostenbewusste Möglichkeit, die eigenen Digitalisierungsprojekte klimaverträglich umzusetzen. Die Verlagerung von Workloads in ein PUE-effizientes, grün betriebenes Rechenzentrum senkt nicht nur die direkten CO2-Emissionen der IT-Landschaft, sondern reduziert auch den Dokumentations- und Auditaufwand im Rahmen von CSRD und branchenspezifischen Nachhaltigkeitsstandards erheblich.
Gleichzeitig entsteht eine geografische Nähe, die viele internationale Cloud-Anbieter nicht bieten können. Deutsche Rechtsgrundlagen, kurze Wege für Audits, deutschsprachiger Support und DSGVO-konforme Verarbeitung sind für regulierte Branchen wie Finanzdienstleister, Gesundheitswesen und öffentliche Hand oft nicht verhandelbare Voraussetzungen. Die Kombination aus hoher Effizienz und regionaler Verankerung ist damit ein spezifisch deutscher Wettbewerbsvorteil, der sich ökonomisch wie ökologisch auszahlt.
Praxisbeispiele: So wirken die Maßnahmen im Alltag
Der Blick auf konkrete Effekte im Rechenzentrumsbetrieb zeigt, wie sich die Effizienzmaßnahmen im Alltag auswirken. Ein Server-Rack mit 10 Kilowatt IT-Last produziert in einem Rechenzentrum mit typischem PUE von 1,6 rund 6 Kilowatt zusätzlichen Overhead pro Stunde. Bei synaforce mit PUE unter 1,1 sind es weniger als 1 Kilowatt Overhead. Über ein Jahr summiert sich die Differenz auf rund 44.000 Kilowattstunden pro Rack, was bei gängigen Strompreisen einer Kostenreduktion von mehreren Tausend Euro entspricht.
Multipliziert mit der Rack-Anzahl eines mittelgroßen Unternehmens werden daraus sechsstellige jährliche Einspareffekte. Zusätzlich reduziert sich der CO2-Footprint drastisch: Ein IT-Workload mit 10 Kilowatt verursacht bei deutschem Strom-Mix über ein Jahr etwa 41 Tonnen CO2, im Ökostrom-Rechenzentrum gegen null. Für Unternehmen, die Klimaneutralität als Unternehmensziel ausgerufen haben oder im Rahmen der CSRD-Berichterstattung nachweisen müssen, ist das ein direkt verwertbarer Beitrag auf Infrastruktur-Ebene, der nicht durch eigene Maßnahmen ersetzt oder nachjustiert werden muss und damit Investitionsbudget für andere Nachhaltigkeitsprojekte freisetzt.
Nicht zuletzt ergibt sich daraus eine klare Kommunikationsbasis gegenüber Stakeholdern, Kunden und Mitarbeitenden. Wer seine IT-Infrastruktur dokumentiert klimafreundlich betreibt, kann das in Nachhaltigkeitsberichten, Ausschreibungen und Kundenkommunikation überzeugend belegen. Das stärkt nicht nur die Außenwirkung, sondern erleichtert auch die interne Priorisierung von Digitalisierungsprojekten, die mit Energie- und CO2-Wirkung verbunden sind.
Häufige Fragen
Was bedeutet PUE und warum ist der Wert so wichtig?
PUE steht für Power Usage Effectiveness. Der Wert beschreibt das Verhältnis zwischen dem Gesamtenergieverbrauch eines Rechenzentrums und dem reinen IT-Energieverbrauch. Je näher der Wert an 1,0 liegt, desto geringer ist der Energie-Overhead für Kühlung, USV und Infrastruktur. synaforce erreicht einen PUE unter 1,1.
Wie hoch ist der Anteil an Eigenerzeugung durch Photovoltaik?
Die eigenen Photovoltaikanlagen am Standort Hofkirchen decken 25 Prozent des Gesamtenergiebedarfs. Die restlichen 75 Prozent werden seit Januar 2023 ausschließlich aus zertifiziertem Grünstrom aus erneuerbaren Quellen bezogen.
Welche Zertifizierungen hat das synaforce-Datacenter?
Im Dezember 2022 wurde ein Energieaudit nach DIN-EN 16274-1 erfolgreich bestanden. Die Rechenzentren arbeiten zudem nach ISO 27001 und DIN EN 50600 zertifizierten Standards, die hohe Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Energieeffizienz stellen.
Welchen Vorteil hat ein niedriger PUE-Wert für Kunden?
Ein niedriger PUE-Wert bedeutet geringere Energiekosten pro Rechenstunde und eine bessere CO2-Bilanz. Für Kunden mit CSRD-Berichtspflichten oder Scope-3-Reporting ist das ein direkt verwertbarer Nachweis für klimafreundliches Hosting. Zudem bietet die Eigenerzeugung Kosten-Stabilität gegen Strompreisspitzen.
Wie schneidet synaforce im internationalen Vergleich ab?
Mit einem PUE unter 1,1 liegt synaforce auf dem Niveau großer Hyperscaler wie Google, Meta oder Microsoft. Der Branchendurchschnitt laut Uptime Institute liegt deutlich höher bei etwa 1,58 bis 1,7. Als mittelständischer deutscher Anbieter ist diese Effizienzklasse eine Ausnahmeposition.
Quelle Titelbild: synaforce / Rechenzentrum Hofkirchen (Pressebild)
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