Salesforce holt sich mit Braze die Marketing-KI
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Salesforce hat am 20. Oktober eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Braze geschlossen. Die Transaktion bewertet den Anbieter für Kundenmarketing mit rund 5,05 Milliarden Euro. Nach dem Abschluss will Salesforce mit der KI von Braze die personalisierte Kundenansprache seiner Marketingkunden stärken.
Das Wichtigste in Kürze
- Salesforce will Braze übernehmen. Die Vereinbarung ist verbindlich, die Braze-Aktionäre erhalten den Kaufpreis in bar.
- Braze-Funktionen sollen Salesforce-Angebote ergänzen. Geplant sind Funktionen für Echtzeitansprache und KI-Entscheidungen in Data 360, Customer 360, Agentforce und SIForce.
- Der Abschluss steht unter Vorbehalt. Salesforce erwartet ihn im Geschäftsjahr 2028, nötig sind die Zustimmung der Braze-Aktionäre und behördliche Genehmigungen.
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Die Vereinbarung und der Preis
Unterzeichnet ist ein „definitive agreement“, also eine verbindliche Übernahmevereinbarung. Die Konditionen stehen damit fest. Vollzogen ist der Kauf noch nicht.
Die Transaktion bewertet Braze mit einem Unternehmenswert von rund 5,05 Milliarden Euro. Der Unternehmenswert ist eine Kennzahl, die neben dem Wert der Aktien auch Schulden und Barmittel eines Unternehmens einbezieht. Die Aktionäre von Braze sollen in bar bezahlt werden. Braze ist an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert, Salesforce an der New York Stock Exchange.
Mit dem Kauf führt Salesforce zwei Felder zusammen, die im Marketing eng beieinanderliegen. Das eine ist die Kommunikation mit Kunden über viele Kanäle. Das andere ist künstliche Intelligenz, die diese Kommunikation steuert.
Was ist AI Decisioning? AI Decisioning bezeichnet KI-gestützte Entscheidungen im Marketing. Software legt dabei anhand von Daten fest, welcher Inhalt und welches Angebot über welchen Kanal und zu welchem Zeitpunkt an einen Kunden gehen. Salesforce will solche Funktionen von Braze nach dem Abschluss der Übernahme in eigene Angebote einbauen.
Was Braze heute kann
Braze unterstützt Unternehmen bei der personalisierten Kundenansprache über Apps, Websites, E-Mail, SMS und WhatsApp. Fachleute sprechen von „Customer Engagement“. Gemeint ist die laufende, auf den einzelnen Kunden zugeschnittene Kommunikation zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden.
Zur Plattform gehört BrazeAI. Die Software optimiert mit künstlicher Intelligenz Inhalte, Angebote, Kommunikationskanäle und Versandzeitpunkte. Sie stimmt also ab, welche Botschaft mit welchem Angebot über welchen Kanal und zu welcher Zeit beim Kunden ankommt.
Die Pläne von Salesforce
Nach dem Abschluss sollen die Braze-Funktionen für Ansprache in Echtzeit und AI Decisioning alle vier Ebenen der Salesforce-Architektur ergänzen: Data 360, Customer 360, Agentforce und SIForce.
Zudem will Salesforce mit Braze die kanalübergreifende Personalisierung seiner Marketing Cloud stärken. Gemeint ist eine Kundenansprache, die über mehrere Kanäle hinweg auf denselben Kunden abgestimmt ist. Damit richtet sich das Vorhaben direkt an die Unternehmen, die Salesforce bereits für ihr Marketing einsetzen.
Alle diese Schritte sind für die Zeit nach dem Abschluss angekündigt. Vor diesem Zeitpunkt beschreibt Salesforce Ziele und keine verfügbaren Produkte.
Der Weg zum Abschluss
Den Abschluss der Transaktion erwartet Salesforce im eigenen Geschäftsjahr 2028. Voraussetzungen sind die üblichen Abschlussbedingungen, darunter die Zustimmung der Braze-Aktionäre und die erforderlichen behördlichen Genehmigungen.
Auch nach dem Abschluss ist der Erfolg der Integration offen. In ihrer gemeinsamen Mitteilung nennen Salesforce und Braze selbst das Risiko, dass die „erwarteten Vorteile“ ausbleiben oder später eintreten. Solche Hinweise gehören zum Standard bei Übernahmen börsennotierter Unternehmen. Sie zeigen trotzdem, wo die Unternehmen selbst Unsicherheit sehen.
Die Lage für Anwender
Nach Angaben von MarTech ist die geplante Verbindung von Braze und Salesforce noch kein „nachgewiesenes Kundenergebnis“. Der Wert der Übernahme für Marketingabteilungen muss sich demnach erst in der Praxis zeigen.
Für Unternehmen, die mit Salesforce oder Braze arbeiten, sind damit drei Punkte maßgeblich:
- der Abschluss der Transaktion mit Zustimmung der Aktionäre und der Behörden
- die Einbindung der Braze-Funktionen in die vier Ebenen der Salesforce-Architektur
- der Ausbau der kanalübergreifenden Personalisierung in der Marketing Cloud
Bis zum erwarteten Abschluss im Salesforce-Geschäftsjahr 2028 bleibt die KI-gestützte Kundenansprache aus einer Hand ein angekündigtes Vorhaben.
Häufige Fragen
Was erhalten die Aktionäre von Braze?
Inhaber von Braze-Aktien der Klasse A sollen gemäß der Übernahmevereinbarung je Aktie rund 42,35 Euro in bar erhalten. Die Zahlung ist an den Abschluss der Transaktion geknüpft.
Ändert die Übernahme die Prognose von Salesforce?
Salesforce erwartet keine Änderung seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2027. Der Abschluss der Transaktion wird erst im darauffolgenden Geschäftsjahr 2028 erwartet.
Wie wurden die Beträge in Euro umgerechnet?
Die Euro-Beträge im Text sind aus der Mitteilung von Salesforce umgerechnet. Grundlage der Umrechnung ist der Referenzkurs der EZB vom 20. Oktober 2026.
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