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14.10.2026

BSI und TÜV: KI-Angriffe treffen jede sechste Firma

3 Min. Lesezeit

17 Prozent der befragten Unternehmen ab 20 Beschäftigten haben in den vergangenen zwölf Monaten KI-gestützte Cyberangriffe oder Betrugsversuche registriert, bestätigt oder als Verdacht. Spezielle Notfallprozesse für KI-bezogene Sicherheitsvorfälle haben nur 11 Prozent der Betriebe, die KI nutzen oder planen. Gefährdet sind auch Firmen ohne eigene KI, warnt das BSI.

Das Wichtigste in Kürze

  • 17 Prozent der befragten Unternehmen melden KI-gestützte Angriffe oder Betrugsversuche. Ausschließlich bestätigte Vorfälle nennen 4 Prozent, ausschließlich Verdachtsfälle 11 Prozent und beides 2 Prozent.
  • Nur 11 Prozent der KI-nutzenden oder -planenden Betriebe haben spezielle Notfallprozesse. 43 Prozent setzen auf allgemeine IT-Sicherheitsprozesse, 25 Prozent haben keine Regelungen.
  • Für dringende Zahlungs- und Datenfreigaben ist ein Rückruf über einen bekannten Kanal empfohlen.

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Vorfälle und Verdachtsfälle

Die Ergebnisse der gemeinsamen KI-Sicherheitsstudie 2026 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und TÜV-Verband liegen seit dem 7. Oktober vor. Grundlage ist eine Befragung von 505 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, die das Institut forsa zwischen dem 22. Juni und dem 31. Juli 2026 durchgeführt hat. 17 Prozent dieser Unternehmen haben in den zwölf Monaten davor KI-gestützte Cyberangriffe oder Betrugsversuche registriert.

Hinter dem Wert stehen unterschiedlich gesicherte Befunde. 4 Prozent der Unternehmen berichten ausschließlich von bestätigten Vorfällen, 11 Prozent ausschließlich von Verdachtsfällen und 2 Prozent von beidem. Dr. Dirk Stenkamp, Präsident des TÜV-Verbands, warnte, was Unternehmen an KI-gestützten Angriffen bislang registrierten, könne nur die Spitze des Eisbergs sein.

Was ist ein Deepfake? Ein Deepfake ist eine mit KI erzeugte, gefälschte Audio- oder Videoaufnahme. Angreifer nutzen solche Fälschungen etwa, um die Stimme einer Führungskraft zu imitieren. 11 Prozent der Unternehmen, die KI-gestützte Angriffe registriert haben, nannten Deepfakes als Angriffsmethode.

Phishing an erster Stelle

Unter den betroffenen Unternehmen waren hochrealistische Phishing-Mails mit 90 Prozent die häufigste Angriffsmethode. Phishing bezeichnet gefälschte Nachrichten, die Empfänger etwa zur Herausgabe von Zugangsdaten bewegen sollen. Mit 40 Prozent folgen automatisierte Angriffsskripte, also Programme, die selbstständig nach Schwachstellen suchen.

Lücke bei den Notfallprozessen

Unter den Unternehmen, die KI nutzen oder deren Einsatz planen, verfügen nur 11 Prozent über spezielle Prozesse für KI-bezogene Sicherheitsvorfälle. Ein solcher Prozess regelt, wer bei einem Vorfall entscheidet, informiert und handelt. 43 Prozent greifen auf allgemeine IT-Sicherheitsprozesse ohne KI-spezifische Regeln zurück. 20 Prozent erarbeiten solche Abläufe derzeit, 25 Prozent haben keine Regelungen.

Zur Verbesserung der eigenen IT-Sicherheit setzen nur 31 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen KI ein. Stenkamp empfahl, bestehende Sicherheits- und Notfallprozesse um KI-bezogene Szenarien zu ergänzen.

Gefahr auch ohne eigene KI

49 Prozent der befragten Unternehmen setzen KI ein, weitere 9 Prozent planen den Einsatz innerhalb der nächsten zwölf Monate. 42 Prozent tun weder das eine noch das andere. BSI-Vizepräsident Thomas Caspers stellte fest, dass auch Unternehmen, die selbst keine KI einsetzen, durch KI-gestützte Cyberangriffe gefährdet sind. Er rief alle Betriebe auf, sich kurzfristig mit KI als Maßnahme für die eigene Cybersicherheit auseinanderzusetzen.

Sofortmaßnahmen für kleine Betriebe

Für Inhaberinnen und Inhaber kleiner Betriebe ist begleitend zur Studie ein Handout der im BSI beheimateten Allianz für Cyber-Sicherheit (ACS) erschienen. Es trägt den Titel „Schutz vor KI-verstärkten Cyberangriffen“ und enthält konkrete Empfehlungen und Sofortmaßnahmen. Ungewöhnliche, dringende Anfragen zu Zahlungs- oder Datenfreigaben sollen durch einen selbst initiierten Rückruf über einen anderen, bekannten und sicheren Kommunikationsweg überprüft werden. Hinzu kommt eine verbindliche Regelung der KI-Nutzung im Betrieb.

Häufige Fragen

Wer wurde für die KI-Sicherheitsstudie befragt?

Befragt wurden Verantwortliche für KI-Nutzung, IT-Sicherheit oder IT-Leitung sowie Geschäftsleitungen in 505 Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Die Erhebung lief als CATI-Befragung, also als computergestütztes Telefoninterview. Durchgeführt hat sie forsa im Auftrag von BSI und TÜV-Verband.

Warum nutzen 42 Prozent der Unternehmen keine KI?

Am häufigsten nennen diese Betriebe fehlenden Nutzen (58 Prozent) sowie Datenschutz- oder Sicherheitsbedenken (53 Prozent). Es folgen hoher Integrationsaufwand mit 44 Prozent und rechtliche Unsicherheiten mit 43 Prozent.

Wann gibt es eine Zertifizierung für KI-Systeme?

Die TÜV-Organisationen entwickeln gemeinsam mit dem TÜV AI.Lab ein Rahmenprogramm zur Zertifizierung von KI-Systemen. Es wird derzeit mit Pilotpartnern erprobt und soll Ende 2026 verfügbar sein. 69 Prozent der Unternehmen, die KI nutzen oder planen, versprechen sich von unabhängigen Prüfungen mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit. Für 51 Prozent sind Zertifizierungen ein wichtiges Auswahlkriterium.

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