Geöffnete Kassenlade mit zwei Schlüsseln und rotem Aktendeckel (KI-generiert)
16.10.2026

Nachfolge: Käufer brauchen die Bankzusage vor dem Termin

4 Min. Lesezeit

KfW Research schätzt die durchschnittliche Kaufpreisvorstellung bei Nachfolgen auf 499.000 Euro. Vor der Übergabe muss feststehen, wer den Kauf finanziert und wie der Betrieb die Raten trägt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jährlich stehen rund 109.000 Nachfolgewünsche an. Daneben planen Betriebe rund 114.000 Geschäftsaufgaben.
  • Die durchschnittliche Kaufpreisvorstellung liegt bei 499.000 Euro. Der Median liegt bei 375.000 Euro.
  • Die Hausbank prüft die Finanzierung vor der Übergabe. Käufer und Verkäufer brauchen diese Zusage vor dem Termin.
  • Die KfW kann 50 Prozent des Kreditrisikos übernehmen. Die Kreditentscheidung bleibt bei der Hausbank.

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Was ist die Finanzierung einer Unternehmensnachfolge? Sie umfasst den vereinbarten Kaufpreis und die Mittel, mit denen der Betrieb nach der Übergabe weiterläuft. Dazu gehören Zins und Tilgung sowie laufende Kosten. Der erzielte Preis entsteht in der Verhandlung von Käufer und Verkäufer. Die Hausbank entscheidet getrennt vom genannten Preis über die Zusage.

KfW nennt 109.000 Nachfolgewünsche und 114.000 Geschäftsaufgaben

Dr. Michael Schwartz, Autor des KfW-Nachfolge-Monitorings, ordnet diese Jahreswerte dem Zeitraum bis Ende 2029 zu. Abgeschlossene Übergaben sind das nicht. Die Anteile in der folgenden Tabelle beziehen sich auf 3,87 Millionen Unternehmen. Eine einzelne Übergabe lässt sich aus dieser Gesamtzahl nicht ableiten.

Die Nachfolgersuche führt die Liste der Hürden vor der Bürokratie an. Betriebe können mehrere Hürden nennen, deshalb sind Mehrfachnennungen möglich.

Bei Stilllegungsplanern nennen 42 Prozent Bürokratie. Das Durchschnittsalter der Inhaber im gesamten Mittelstand liegt über 54 Jahren. Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Gruppen. Sie ersetzen keine Prüfung des einzelnen Betriebs.

Hürde Anteil
Nachfolgersuche 69 Prozent
Bürokratie 45 Prozent
Rechtliche Komplexität 32 Prozent
Finanzierung 18 Prozent
Modernisierung 11 Prozent

Die Anteile stammen aus dem KfW-Nachfolge-Monitoring vom 9. Januar 2026.

KfW schätzt den Kaufpreiswunsch auf 499.000 Euro

Für Nachfolgen von 2025 bis 2029 schätzt KfW Research die durchschnittliche Kaufpreisvorstellung auf 499.000 Euro. Der Median liegt bei 375.000 Euro.

Diese Beträge sind eine Schätzung der Kaufpreisvorstellung. Ein erzielter Marktpreis ist das nicht. Wenige hohe Preisvorstellungen ziehen den Durchschnitt über den Median.

Der DIHK berichtet, dass 36 Prozent der beratenen Alt-Inhaber einen überhöhten Kaufpreis fordern. Käufer und Verkäufer prüfen die genannte Vorstellung deshalb vor der Bankzusage.

Im Schnitt entspricht die Vorstellung dem 1,2-Fachen des Jahresumsatzes, im Median dem 0,6-Fachen. Der Umsatz zeigt die Größe des Betriebs. Er sagt nicht, ob die Hausbank den genannten Preis trägt.

499.000 Euro
Die KfW schätzt damit die durchschnittliche Kaufpreisvorstellung. Es ist kein Marktpreis.
KfW Research, Fokus Nr. 526, 9. Januar 2026

Käufer finanzieren den Preis, der Betrieb zahlt die Raten

Der Käufer finanziert den Kaufpreis. Zins und Tilgung zahlt der Betrieb aus dem laufenden Geldzufluss. Ein höherer Preis erhöht den Fremdfinanzierungsbedarf des Käufers. Die Hausbank prüft diese Rechnung vor der Übergabe.

Der DIHK nennt Finanzierungsprobleme bei 34 Prozent der Übernahmeinteressierten. 29 Prozent nennen zu wenig eigene Mittel. Auch ohne Eigenkapital ist eine Bankzusage möglich. Die Hausbank prüft Bonität und Sicherheiten.

27 Prozent der Alt-Inhaber fahren Investitionen zurück. Das trifft den Betrieb vor der Übergabe. Die spätere Ratenzahlung ist eine eigene Rechnung.

Förderkredit und Bürgschaft sind zwei Zusagen

Die KfW nennt auf der Produktseite den ERP-Förderkredit KMU mit bis zu 25 Millionen Euro. Der Kredit gilt für Investitionen und Betriebsmittel, auch bei einer Unternehmensnachfolge.

Bei Investitionen ist eine tilgungsfreie Zeit von bis zu drei Jahren möglich. Die Tilgung setzt erst danach ein.

Davon getrennt kann die KfW eine Risikoübernahme von 50 Prozent zusagen. Voraussetzung sind zwei Jahresabschlüsse des antragstellenden Unternehmens. Diese Zusage ist ein anderer Baustein als eine Ausfallbürgschaft der Bürgschaftsbank.

Das jeweilige Bundesland legt Quote und Höchstbetrag einer Ausfallbürgschaft fest. Die Kreditentscheidung bleibt bei der Hausbank.

Hausbank entscheidet vor dem Übergabetermin

Der DIHK berichtet, dass rund drei Viertel der Beratenen externe Hilfe erst zwei Jahre oder kürzer vor der Übergabe holen. Die Hausbank entscheidet vor diesem Termin über ihre Zusage. Hilfe, die erst danach feststeht, kommt für die Finanzierung zu spät.

Der DIHK berichtet, dass Bürgschaften in der Beratung häufiger als zuvor als hilfreich gelten. Bankkredite bleiben in derselben Beratung schwierig. Offen bleibt, ob aus den Plänen tragfähige Übergaben werden.

Häufige Fragen

Sind die genannten Nachfolgewünsche bereits abgeschlossene Übergaben?

KfW Research beschreibt Jahrespläne bis Ende 2029. Abgeschlossene Übergaben sind das nicht.

Warum liegt der Durchschnitt über dem Median?

Wenige hohe Preisvorstellungen ziehen den Durchschnitt über den Median. Der DIHK berichtet außerdem von überhöhten Kaufpreisforderungen.

Was muss vor dem Übergabetermin geklärt sein?

Die Hausbank entscheidet ihre Zusage vor dem Termin. Steht die Finanzierung erst danach fest, kommt sie für diesen Kauf zu spät.

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