KfW: Mittelstand kürzt Digitalausgaben um acht Milliarden
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Sieben von zehn Betrieben schlossen drei Jahre lang kein Digitalvorhaben ab. Die Ausgaben sanken um rund acht Milliarden Euro. Wer schon einen digitalen Sockel hat, holt aus dem nächsten Euro mehr.
Das Wichtigste in Kürze
- Quote: 30 Prozent der Häuser beendeten 2022 bis 2024 ein Digitalprojekt, fünf Punkte weniger als zuvor. Das sind rund 200.000 Betriebe weniger, knapp 1,2 Millionen bleiben aktiv.
- Budget: Die Ausgaben fielen 2024 auf knapp 24 Milliarden Euro. Aktive Häuser gaben im Schnitt weiter rund 25.000 Euro aus.
- Kluft: Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten geben fast das 19-Fache der kleinsten aus. Vor Corona war es das 17-Fache.
- 90 Tage: Eine genannte Frist, ein Name, eine messbare Größe. Ohne das bleibt die nächste Ausgabe ohne Wirkung.
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Was ist Digital-Kapital? Die KfW zählt darunter Digitalisierungsausgaben für Software, IT-Infrastruktur und digitale Anwendungen. Der Bestand dieser Ausgaben ist das Digital-Kapital eines Hauses. Sachinvestitionen in Maschinen und Gebäude stehen daneben, sie ersetzen diesen Sockel nicht.
Der nächste Euro wirkt ungleich
Die KfW-Erhebung für 2022 bis 2024 ist die fünfte Welle des Digitalisierungsberichts Mittelstand. Sieben von zehn Betrieben haben in diesen drei Jahren kein Digitalvorhaben abgeschlossen. Die Quote sank um fünf Punkte auf 30 Prozent. Rund 200.000 Häuser weniger als in der Vorwelle; knapp 1,2 Millionen blieben aktiv. Der Einbruch trifft alle untersuchten Gruppen im deutschen Mittelstand. Besonders stark sank die Quote im forschungsintensiven Verarbeitenden Gewerbe (minus 12 Prozentpunkte) und bei auslandsaktiven Unternehmen (minus 6). Regional tätige Häuser und Betriebe mit eigener Forschung verloren nur drei Punkte.
Die Digitalisierungsausgaben fielen 2024 um 8,1 Milliarden Euro auf 23,8 Milliarden Euro, preisbereinigt um 8,6 Milliarden. Wer weiter abschließt, hält das Budget. Aktive Häuser gaben 2024 im Schnitt weiter rund 25.000 Euro aus. Die Summe sinkt, weil weniger Betriebe ein Vorhaben zu Ende bringen. Sachinvestitionen lagen bei 256 Milliarden Euro. Digitalausgaben sind damit rund ein Elftel der klassischen Investitionen.
Die Kluft bleibt am Sockel
ZEW und KfW messen den Sockel als Digital-Kapital. Zehn Prozent mehr davon hängen im Schnitt mit rund 0,16 Prozent höherer Arbeitsproduktivität zusammen. Im oberen Viertel sind es rund 0,81 Prozent, also etwa das Fünffache. Diese Gruppe kommt auf rund 157.000 Euro Digital-Kapital. Ein neues Tool auf leerem Boden bleibt schwach. Der nächste Euro wirkt dort, wo Software, Infrastruktur und Anwendungen schon stehen.
| Größe 2024 | Kleine Häuser | 50 und mehr Beschäftigte |
|---|---|---|
| Digitalbudget im Schnitt | knapp 10.000 Euro | knapp 189.000 Euro |
| Abstand | Faktor 19 | vor Corona Faktor 17 |
Quelle: KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025, April 2026.
Relativ zum Umsatz belasten die Kosten kleine Häuser stärker. KfW nennt als Hemmnisse fehlende IT-Fachkräfte und fehlende Digitalkompetenz in der Breite, Finanzierung, eine Strategie ohne Umsetzung sowie Infrastruktur, Datensicherheit und Datenschutz.
90 Tage, drei Größen
Der Bericht beschreibt die Lage. Den Plan muss jedes Haus selbst setzen. Wer in 90 Tagen nur eine Zahl kennt, hat noch keinen Plan. Drei Größen reichen als Einstieg: der Bestand, die nächste abgeschlossene Maßnahme, der Abstand zur Vergleichsgruppe.
| Frist | Gegenstand | Messgröße |
|---|---|---|
| 30 Tage | Digital-Kapital im Bestand | Software, Infrastruktur, Anwendungen, die schon im Haus sind |
| 60 Tage | Eine abgeschlossene Maßnahme | Ein Vorhaben mit Datum, das in der nächsten KfW-Welle zählen würde |
| 90 Tage | Abstand zur Vergleichsgruppe | Budget und Bestand gegen Häuser gleicher Größe |
Quelle: Ableitung aus KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025; Fristen redaktionell.
Ohne Namen und Frist bleibt der nächste Posten eine Zahl in der Planung. Der Bericht zeigt, dass der Sockel entscheidet, bevor das nächste Vorhaben wirkt. Wer die drei Größen mit Frist und Namen führt, hat nach einem Quartal eine Zahl, die sich gegen die nächste KfW-Welle halten lässt.
Häufige Fragen
Was zählt die KfW als Digitalisierungsvorhaben?
Abgeschlossene Projekte in Software, IT-Infrastruktur oder digitalen Anwendungen. Begonnene oder geplante Vorhaben zählen in dieser Quote nicht.
Warum sinkt die Summe, obwohl Aktive weiter ausgeben?
Weil weniger Häuser abschließen. Wer 2024 aktiv blieb, hielt sein Digitalbudget. Der Rückgang kommt von der Breite.
Was heißt das für ein Haus unter fünf Beschäftigten?
Das Budget lag 2024 bei knapp 10.000 Euro, bei 50 und mehr Beschäftigten bei knapp 189.000 Euro. Kleine Häuser tragen relativ zum Umsatz mehr. Der erste Euro in den Sockel zählt mehr als der zwanzigste in ein Zusatzprogramm.
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