Warum der IT-Channel wieder mehr echte Community braucht
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KI verändert Geschäftsmodelle, Cybersecurity wird zur Managementaufgabe und viele Unternehmen stehen unter wachsendem Transformationsdruck. Gleichzeitig fehlt im IT-Channel oft genau das, was in solchen Phasen entscheidend wäre: offener Austausch auf Augenhöhe.
Das Wichtigste in Kürze
- Community schlägt Pitch: 90 Vertreterinnen und Vertreter aus MSPs, Systemhäusern, Herstellern und Distributoren diskutierten in München weniger Produkte als die Frage, wie sich der Channel technologisch und organisatorisch entwickelt.
- Vendor-Neutralität als Mehrwert: Statt Sales-Pitches standen offene Diskussionen und konkrete Erfahrungen im Fokus. Der GTIA-Ansatz schafft genau die Räume, die im Channel-Alltag oft fehlen.
- Leadership wird zur Schlüsselkompetenz: Je stärker KI und Automatisierung den Arbeitsalltag verändern, desto wichtiger werden Selbstreflexion, Verständlichkeit und der souveräne Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen.
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Genau an diesem Punkt setzt die Global Technology Industry Association an. Die globale, herstellerunabhängige Community-Organisation, hervorgegangen aus der früheren CompTIA Community, will im DACH-Raum gezielt Räume schaffen, in denen Wissen geteilt, Erfahrungen offen diskutiert und neue Perspektiven entwickelt werden können. Ohne Verkaufsagenda, ohne klassische Herstellerinteressen.
Was ist die Global Technology Industry Association? Die GTIA ist eine globale, herstellerunabhängige Branchenorganisation für den IT-Channel, hervorgegangen aus der früheren CompTIA Community. Sie bringt MSPs, Systemhäuser, Hersteller und Distributoren in Arbeitsgruppen, Interest Groups und regionalen Foren zusammen. Im DACH-Raum organisiert die GTIA das Community Forum sowie thematische Initiativen, etwa zu Cybersecurity, KI und Channel-Strategie.
Das zeigte sich auch beim GTIA DACH Community Forum in München. Rund 90 Vertreterinnen und Vertreter aus MSPs, Systemhäusern, Herstellern und Distributoren diskutierten dort weniger über Produkte als über eine deutlich grundlegendere Frage: Wie entwickelt sich der Channel weiter, technologisch, organisatorisch und menschlich?
Der Channel sucht Orientierung

Viele Gespräche auf dem Event drehten sich weniger um einzelne Technologien als um die Unsicherheit, die aktuell in vielen Unternehmen spürbar ist. KI verändert Arbeitsweisen rasant. Cybersecurity wird komplexer. Regulatorische Anforderungen wie NIS2 erhöhen zusätzlich den Druck auf Unternehmen und IT-Dienstleister.
Gleichzeitig fehlen oft Zeit, Ressourcen und Plattformen für ehrlichen Austausch darüber, wie Unternehmen mit diesen Veränderungen tatsächlich umgehen.
Genau deshalb standen beim GTIA Community Forum vor allem Praxisperspektiven im Mittelpunkt. Walter Hölblinger sprach über die Auswirkungen von Quantenkryptografie auf zukünftige Sicherheitskonzepte. Nils Söder und Paula Glatter diskutierten, warum erfolgreiche KI-Nutzung weniger mit Tools als mit Kommunikation, Psychologie und Klarheit zu tun hat.
Andere Sessions zeigten, wie konkret die Herausforderungen inzwischen geworden sind. Henry Werner demonstrierte live, wie einfach physische Angriffe auf Unternehmen heute möglich sind, etwa über ungesicherte Geräte oder Netzwerkanschlüsse. In weiteren Diskussionsrunden ging es um die Umsetzung von NIS2, den Umgang mit KI im Arbeitsalltag und die Frage, wie Unternehmen Mitarbeitende bei Veränderungen mitnehmen können.
Wissen teilen statt Produkte verkaufen
Auffällig war dabei vor allem die Atmosphäre des Events. Viele Teilnehmende beschrieben gerade den Vendor-neutralen Ansatz der GTIA als besonderen Mehrwert. Statt Sales-Pitches oder Marketing-Präsentationen standen offene Diskussionen und konkrete Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag im Fokus.
Und das zeigte sich auch in den Gesprächen rund um die GTIA Cybersecurity Interest Group, die erst vergangenes Jahr im DACH-Raum gegründet wurde. Ziel der Initiative ist es, Mitglieder regelmäßig zu aktuellen Sicherheitsfragen zusammenzubringen, praxisnah und community-getrieben.
Gerade in einer Branche, die sich technologisch so schnell verändert wie der IT-Channel, gewinnt dieser Austausch zunehmend an Bedeutung. Denn viele Herausforderungen lassen sich heute kaum noch isoliert lösen. Unternehmen suchen Orientierung, belastbare Netzwerke und Menschen, die ähnliche Fragestellungen bereits durchlaufen haben.
Technologie verändert den Channel, Community hält ihn zusammen
Besonders deutlich wurde das in der Abschluss-Keynote von Michael Ćaćić-Escalera. Sein Fokus lag bewusst nicht auf Technologie, sondern auf Kommunikation und Leadership. Denn je stärker KI und Automatisierung den Arbeitsalltag verändern, desto wichtiger werden Fähigkeiten wie Selbstreflexion, Verständlichkeit und der Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen.
Genau darin lag letztlich auch die zentrale Botschaft des GTIA DACH Community Forums: Die Zukunft des IT-Channels entscheidet sich nicht allein an neuen Technologien. Entscheidend wird sein, wie Unternehmen Wissen teilen, Veränderungen gemeinsam gestalten und als Community voneinander lernen.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die GTIA von klassischen Hersteller-Events?
Die GTIA arbeitet vendor-neutral und community-getrieben. Es gibt keine Sales-Pitches, keine Produktpräsentationen und keine wirtschaftlichen Interessen einzelner Hersteller. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungsaustausch und gemeinsame Lösungssuche, gerade bei Themen wie KI, NIS2 oder Sicherheitsstrategie.
Warum ist Leadership im IT-Channel gerade jetzt ein zentrales Thema?
Mit jeder neuen Technologie verschiebt sich der Bedarf an Führung. KI und Automatisierung verändern Arbeitsabläufe schneller, als viele Teams sich anpassen können. Wer Veränderungen begleiten will, braucht Klarheit, kommunikative Stärke und die Fähigkeit, unterschiedliche Persönlichkeitstypen zusammenzubringen, nicht nur technisches Verständnis.
Welche Rolle spielt Cybersecurity in der GTIA-Community?
Mit der GTIA Cybersecurity Interest Group hat die Organisation im DACH-Raum eine eigene Gruppe etabliert, die Mitglieder regelmäßig zu aktuellen Sicherheitsfragen zusammenbringt. Praxisnah, community-getrieben und ohne Hersteller-Agenda. Gerade unter NIS2-Druck wird dieser Austausch für viele Unternehmen zur belastbaren Orientierungshilfe.
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Bildquelle: Alex Schelbert

