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16.09.2026

Radioteleskope aus Wiesbaden: mtex im Gründerpreis-Finale

4 Min. Lesezeit

Die mtex antenna technology aus Wiesbaden baut Parabolantennen und Radioteleskope für Wissenschafts- und Raumfahrtprojekte. Das 2019 als Vater-Sohn-Projekt gegründete Unternehmen war 2026 einer von drei Finalisten des Deutschen Gründerpreises in der Kategorie Aufsteiger. Geschäftsführer Lutz Stenvers führt die Firma seines Vaters weiter.

Das Wichtigste in Kürze

  • mtex stand im Finale des Deutschen Gründerpreises 2026. Das Wiesbadener Unternehmen war einer von drei Finalisten in der Kategorie Aufsteiger, den Preis gewann DeepDrive.
  • Vater und Sohn gründeten den Antennenbauer 2019. Geschäftsführer Lutz Stenvers führt die Firma seines Vaters heute weiter.
  • Für das Wachstum holte mtex einen COO. Seit dem 02.01.2025 verstärkt Jens Bormann die Geschäftsführung, weil das Wachstum mehr Personal erfordert.

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Im Finale des Deutschen Gründerpreises

Am 08.09.2026 wurden die Deutschen Gründerpreise 2026 vergeben. In der Kategorie Aufsteiger stand ein Unternehmen zur Wahl, dessen Produkte für den Blick weit hinaus ins All gebaut werden. Die mtex antenna technology aus Wiesbaden war einer von drei Finalisten dieser Kategorie. Das Unternehmen baut hochpräzise Antennensysteme für Wissenschafts- und Raumfahrtprojekte.

Den Preis in der Kategorie Aufsteiger gewann DeepDrive. Für mtex steht damit der Einzug ins Finale zu Buche. Bemerkenswert ist der Weg dorthin, denn hinter dem Antennenbauer steht eine Familiengeschichte mit einer frühen Weichenstellung an der Spitze.

Was ist ein Radioteleskop? Ein Radioteleskop ist ein Instrument, das Radiowellen aus dem Weltall empfängt. Meist bündelt eine große Parabolantenne die schwachen Signale auf einen Empfänger. Astronominnen und Astronomen untersuchen damit Objekte im All, die mit optischen Teleskopen kaum oder gar nicht zu beobachten sind.

Vater und Sohn als Gründer

Die Geschichte von mtex beginnt 2019 in Wiesbaden. Vater und Sohn gründeten das Unternehmen gemeinsam als Vater-Sohn-Projekt. Heute baut es Parabolantennen und Radioteleskope. Parabolantennen sind schüsselförmig gewölbte Antennen, die Funksignale auf einen Empfänger bündeln.

Geschäftsführer ist Lutz Stenvers. Er führt die Firma seines Vaters weiter. In seiner Person treffen damit zwei Rollen zusammen, die in Familienunternehmen oft Jahrzehnte auseinanderliegen. Lutz Stenvers ist Mitgründer und Nachfolger zugleich.

Radioteleskope als riesige Ohren

Was mtex herstellt, erklärt Lutz Stenvers mit einem Bild aus dem Alltag. „Man kann sie sich wie ein riesiges Ohr vorstellen“, sagt er über Radioteleskope. Ein solches Instrument empfängt Radiowellen aus dem Weltall. Die große gewölbte Schüssel sammelt die schwachen Signale und lenkt sie auf einen Empfänger, der sie für die Forschung auswertbar macht.

Man kann sie sich wie ein riesiges Ohr vorstellen.

Lutz Stenvers beschreibt ein Radioteleskop so: „Man kann sie sich wie ein riesiges Ohr vorstellen.“

Quelle

Die Kunden solcher Anlagen sitzen in der Wissenschaft. Als wichtiger Wachstumstreiber von mtex gilt das US-amerikanische National Radio Astronomy Observatory, kurz NRAO. Der Name bezeichnet das nationale Observatorium der Vereinigten Staaten für Radioastronomie. Ein Wiesbadener Mittelständler hat damit einen Partner auf der anderen Seite des Atlantiks, der für seine Entwicklung eine zentrale Rolle spielt.

Ein COO für das Wachstum

Mit dem Wachstum stieg bei mtex der Bedarf an Personal. Seit dem 02.01.2025 verstärkt Jens Bormann als Chief Operating Officer die Geschäftsführung. Ein Chief Operating Officer, kurz COO, verantwortet in der Regel das operative Geschäft, also Abläufe, Fertigung und Organisation.

Der Schritt ist die eigentliche unternehmerische Entscheidung in dieser Geschichte. Mit Jens Bormann erweiterte mtex seine Geschäftsführung um einen Chief Operating Officer, weil das Wachstum mehr Personal erfordert. Die Führung wuchs damit vor dem Finale des Gründerpreises mit dem Unternehmen mit.

Hightech in der Zeitenwende

Inzwischen steht mtex in einem größeren Zusammenhang. Die ZDF-WISO-Dokumentation „Zeitenwende: Hightech aus Deutschland“ begleitet das Unternehmen gemeinsam mit zwei weiteren Firmen, darunter DeepDrive. Eines der Themen ist Dual Use. Der Begriff bezeichnet Technologien, die sich zivil wie militärisch nutzen lassen. Ein weiteres Thema ist technologische Souveränität. Gemeint ist die Fähigkeit eines Landes, Schlüsseltechnologien selbst zu entwickeln und herzustellen.

Für Geschäftsführer im Mittelstand enthält der Fall mtex drei konkrete Beobachtungen. Vater und Sohn gründeten mtex 2019 gemeinsam, heute führt der Sohn die Firma des Vaters weiter. Ein einzelner institutioneller Partner wie das NRAO kann für einen Spezialhersteller zum wichtigen Wachstumstreiber werden. Die Geschäftsführung wurde erweitert, als das Wachstum mehr Personal erforderte. Aus diesen drei Elementen ist ein Unternehmen entstanden, das 2026 unter den drei Finalisten der Kategorie Aufsteiger stand.

Häufige Fragen

Seit wann stand mtex als Finalist des Deutschen Gründerpreises fest?

Die drei Finalisten der Kategorie Aufsteiger standen am 10.06.2026 fest. Zwischen der Bekanntgabe und der Preisverleihung am 08.09.2026 lagen damit rund drei Monate.

Welche Unternehmen begleitet die ZDF-WISO-Dokumentation neben mtex?

Die Dokumentation „Zeitenwende: Hightech aus Deutschland“ begleitet neben mtex die Unternehmen Proxima Fusion und DeepDrive. Zu ihren Themen gehört neben Dual Use und technologischer Souveränität auch die Rohstoffunabhängigkeit.

Wann gab mtex den Einstieg von Jens Bormann bekannt?

Das Unternehmen machte die Verstärkung der Geschäftsführung am 22.01.2025 öffentlich. Jens Bormann hatte seine Aufgabe als Chief Operating Officer zu diesem Zeitpunkt bereits am 02.01.2025 übernommen.

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