KfW: Wärmepumpe gewollt, Kauf bleibt die Ausnahme
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Zwei Drittel der deutschen Haushalte wollen in Wärmepumpe, Solaranlage oder Elektroauto investieren, so viele wie seit drei Jahren nicht. Eine Anschaffung in den nächsten zwölf Monaten plant trotzdem nur jeder zwanzigste, zeigt das neue Energiewendebarometer der KfW. Zugleich kürzt der Bund den Extra-Zuschuss für den frühen Heizungstausch: Am 1. Februar 2027 sinkt er von 16 auf 12 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- 66 Prozent der Haushalte wollen in die Energiewende investieren, sieben Punkte mehr als 2025. Es ist der erste Anstieg seit 2023. Die KfW hat dafür 4.381 Haushalte befragt.
- Nur fünf Prozent planten bis zum Umfrageende am 1. April 2026 eine Anschaffung binnen zwölf Monaten. Rund 14 Millionen Haushalte nutzen bereits mindestens eine Energiewendetechnik.
- Im eigenen Haus nutzen 59 Prozent eine solche Technik, in Mietwohnungen 15 Prozent. Die Wohnform trennt die Nutzung stärker als die Einstellung.
- Der Klimageschwindigkeitsbonus für den Heizungstausch sinkt am 1. Februar 2027 von 16 auf 12 Prozent. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt sein.
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Was ist das Energiewendebarometer? Die jährliche Haushaltsbefragung der KfW zu Technik, Plänen und Zustimmung beim Umbau der Energieversorgung. Die aktuelle Auflage beruht auf 4.381 Interviews zwischen dem 10. Dezember 2025 und dem 1. April 2026.
66 Prozent wollen investieren, fünf Prozent haben einen Termin
Am 27. August 2026 hat die KfW die neue Auflage ihres Energiewendebarometers vorgelegt. 66 Prozent der Haushalte wollen selbst in die Energiewende investieren, nach dem Tiefstand von 59 Prozent im Vorjahr der erste Anstieg seit 2023.
Die Zustimmung zum Umbau weg von Kohle, Öl und Gas war nie eingebrochen: 84 Prozent halten ihn für wichtig oder sehr wichtig. Was fehlte, war die Bereitschaft, dafür selbst Geld auszugeben. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher verweist auf den Hitzesommer 2026 als Beleg, dass Klimaschutz nötig bleibt. Die Befragung endete allerdings am 1. April, den Sommer bilden die Zahlen also nicht ab.
Wer schon gekauft hat und wer noch will
Rund 14 Millionen Haushalte, gut ein Drittel, haben bereits mindestens eine der Techniken im Haus, die die Tabelle ausweist. Wer noch nicht dabei ist, nimmt sich Zeit: Nur fünf Prozent planen in den nächsten zwölf Monaten eine Anschaffung. Für einen Heizungsbauer heißt das, dass sich das Auftragsbuch aus Nachrüstern und Umsteigern füllt und nicht aus einer Welle neuer Interessenten.
| Technik im Haushalt | 2026 | Vergleich |
|---|---|---|
| Photovoltaik auf dem Dach | 18 Prozent | 16 Prozent im Vorjahr |
| Reine Elektroautos und Plug-in-Hybride | 10 Prozent | 7 Prozent im Vorjahr |
| Speicher bei Haushalten mit Dach-Photovoltaik | 55 Prozent | 31 Prozent vor drei Jahren |
| Wärmepumpe | 9 Prozent | k. A. |
| Holzpellets | 6 Prozent | k. A. |
| Heizung mit Gas oder Öl | 63 Prozent | k. A. |
Quelle: KfW-Energiewendebarometer 2026, veröffentlicht am 27. August 2026, 4.381 befragte Haushalte.
Die Tabelle zeigt, wie weit der Umbau ist: Solar auf dem Dach ist Alltag, die Wärmepumpe steht erst in jedem elften Haushalt, sechs von zehn heizen weiter mit Gas oder Öl. Dort liegt der Markt, um den es beim Bonus geht.
Eigentümer haben die Technik, Mieter die Zustimmung
Im eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus nutzen 59 Prozent der Haushalte mindestens eine Energiewendetechnik, in Mietwohnungen sind es 15 Prozent, dort vor allem das Elektroauto, weil Dach und Heizung dem Vermieter gehören. Die Zustimmung zum Umbau ist in beiden Gruppen hoch. Der Unterschied liegt am Dach, am Keller und am Vermieter, die ein Mieter nicht besitzt.
Schumacher weist auf eine zweite Trennlinie hin: Haushalten im unteren Einkommenssegment fehlen oft die Mittel. Sie heizen häufiger mit Gas oder Öl und zahlen deshalb mehr für den CO2-Preis, den das Brennstoffemissionshandelsgesetz seit Januar 2026 auf 55 bis 65 Euro je Tonne setzt. Wer sich die Wärmepumpe nicht leisten kann, zahlt die steigende Abgabe auf den Brennstoff.
Ab 1. Februar 2027 fällt der Bonus
Für Betriebe, die Heizungen einbauen, ist die wichtigste Zahl der Befragung ein Termin. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, zahlt beim Heizungstausch im Wohnhaus eine Grundförderung von 30 Prozent und obendrauf einen Klimageschwindigkeitsbonus für Eigentümer, die eine alte Öl- oder Gasheizung früh ersetzen. Dieser Bonus liegt heute bei 16 Prozent und fällt am 1. Februar 2027 auf 12 Prozent, danach alle sechs Monate um weitere vier Prozentpunkte. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt sein, sonst gilt der niedrigere Satz.
| Förderung Heizungstausch im Wohngebäude | Stand |
|---|---|
| Grundförderung plus Klimageschwindigkeitsbonus heute | 30 plus 16 Prozent der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit |
| Klimageschwindigkeitsbonus ab 1. Februar 2027 | 12 Prozent, danach alle sechs Monate vier Punkte weniger |
| Wärmepumpen ab dem ersten Quartal 2027 | Grundförderung 15 Prozent plus 15 Punkte Wertschöpfungsbonus, nur für Geräte mit EU-Ursprung |
Quelle: BEG-Richtlinie vom 27. August 2026 (Bundesanzeiger), KfW-Programmbedingungen. Welche Geräte als EU-Ursprung gelten, regelt ein Infoblatt, das noch aussteht.
Was das im Markt auslöst, ist absehbar: ein Jahresende, in dem Eigentümer den vollen Bonus nur noch mit einem vor Arbeitsbeginn gestellten Antrag bekommen; die Richtlinie setzt die Schwelle auf den 1. Februar 2027. Für Heizungsbauer bedeutet das Anfragen, die das Barometer mit seinen fünf Prozent nicht abbildet, weil die Umfrage vor der Richtlinie endete. Die zweite Änderung trifft die Hersteller: Ab 2027 bekommt eine Wärmepumpe ohne EU-Ursprung nur noch die Hälfte der heutigen Grundförderung. Welche Geräte als europäisch gelten, steht in einem Infoblatt, das die KfW noch nicht veröffentlicht hat.
Was offen bleibt
Ob der Hitzesommer die fünf Prozent Kaufabsicht bewegt hat, zeigt erst die nächste Auflage. Und ob die Betriebe die Anfragen bis Januar bedienen können, entscheidet sich an Wartezeiten und Fachkräften, die die Umfrage nicht misst.
Häufige Fragen
Was zählt die KfW als Investition in die Energiewende?
Die Anschaffung von Wärmepumpe, Pelletheizung, Photovoltaik, Solarthermie oder Elektroauto. Danach fragt das Barometer die Bereitschaft und die konkrete Absicht für die nächsten zwölf Monate getrennt ab.
Was ist der Wertschöpfungsbonus?
Ab 2027 bekommt eine Wärmepumpe 15 Prozent Grundförderung plus 15 Punkte obendrauf, wenn das Gerät EU-Ursprung hat. Ohne EU-Ursprung bleibt es bei 15 Prozent. Welche Geräte als europäisch gelten, regelt ein KfW-Infoblatt, das noch fehlt.
Gilt dasselbe für Firmengebäude?
Nein. Nichtwohngebäude laufen über das KfW-Programm 522 mit 30 Prozent Zuschuss und bis zu 35 Prozent mit Effizienzbonus, mit eigenem Höchstbetrag. Die Haushaltsumfrage beschreibt sie nicht.
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