Ein Server-Einschub wird in ein offenes, aufgeräumtes Rechenzentrums-Rack geschoben, davor liegt ein Klemmbrett mit einem Abnahmeprotokoll und ein roter Stift; sachliches Editorial-Foto, helles Licht
11.10.2026

OpenAI kauft Tomoro und verkauft künftig den KI-Einbau

4 Min. Lesezeit

OpenAI hat am 11. Mai 2026 die Übernahme des KI-Dienstleisters Tomoro vereinbart. Dessen rund 150 Ingenieure bauen KI-Systeme direkt in Daten, Werkzeuge und Abläufe der Kunden ein. Für Firmen, die KI-Projekte einkaufen, verschiebt sich das Angebot damit vom Modellzugang zum Einbau in den Betrieb. Die meisten planen höhere Ausgaben und betreiben die Technik bislang selten produktiv.

Das Wichtigste in Kürze

  • OpenAI hat die Übernahme von Tomoro mit rund 150 Umsetzungsspezialisten vereinbart. OpenAI verkauft damit den Einbau von KI in den laufenden Betrieb seiner Kunden.
  • Nur sieben Prozent der von Wakefield befragten Großunternehmen führen KI-Agenten produktiv und mit messbarer Wirkung. Die Mehrheit erprobt die Technik noch, ohne sie in Abläufe und Entscheidungen zu überführen.
  • 90 Prozent der Befragten wollen in den nächsten zwölf Monaten mehr für agentische KI ausgeben. Die Budgets wachsen damit schneller als der bislang nachgewiesene Nutzen.
  • Deloitte zählt elf Prozent der befragten Organisationen mit agentischen Systemen im Produktivbetrieb. Beide Erhebungen messen Großunternehmen, für kleinere Betriebe fehlen vergleichbare Zahlen.

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Was ist die OpenAI Deployment Company? Die OpenAI Deployment Company ist die Einheit, mit der OpenAI Modelle an Daten, Werkzeuge, Kontrollen und Geschäftsprozesse der Kunden anbinden will. Sie entsteht mit der vereinbarten Übernahme von Tomoro.

Warum OpenAI eine Umsetzungsmannschaft übernimmt

OpenAI hat am 11. Mai 2026 die OpenAI Deployment Company vorgestellt und zugleich die Übernahme des KI-Dienstleisters Tomoro vereinbart. Die Mannschaft von Tomoro umfasst rund 150 Forward Deployed Engineers und Deployment-Spezialisten. Forward Deployed Engineers sind Umsetzer, die direkt in den Systemen des Kunden arbeiten. OpenAI verkauft damit neben dem Zugang zu Modellen auch deren Einbau in den Betrieb der Kunden. Umsatzchefin Denise Dresser begründet den Schritt damit, dass die eigentliche Herausforderung darin bestehe, KI-Systeme in Infrastruktur und Abläufe einzubauen, die das Tagesgeschäft abwickeln.

Der Vollzug der Übernahme steht noch aus; bis dahin gehört die Mannschaft nicht zu OpenAI. Wie weit Unternehmen beim Einsatz von KI-Agenten sind, hat Teradata untersuchen lassen.

Der Übergang in den Regelbetrieb gelingt selten

Teradata veröffentlichte am 7. Juli 2026 die Wakefield-Studie Arrested Automation, für die 1.000 Tech- und Datenverantwortliche ab Vice-President befragt wurden. Die Feldzeit lief vom 23. März bis zum 5. April, alle Antworten stammen aus Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten.

Sieben Prozent der Befragten ordnen ihre Organisation der Stufe Operationalizing zu, ihre Agenten führen dort mehrstufige Abläufe mit messbarer Wirkung aus. 68 Prozent verorten sich bei Experimenting oder Developing und arbeiten damit vor dem produktiven Einsatz. Der Abstand ist erheblich, der Übergang in den Regelbetrieb gelingt bislang selten.

Louis Landry, Technikchef von Teradata, hält individuelle Produktivitätsgewinne für keinen ausreichenden Grund für die Infrastrukturinvestition. Der Nutzen entstehe erst, wenn Agenten auf Organisationsebene Entscheidungen treffen und Abläufe ausführen.

Sieben Prozent
Anteil der befragten Großunternehmen, deren Agenten mehrstufige Abläufe mit messbarer Wirkung ausführen (Operationalizing)
Teradata/Wakefield, Studie Arrested Automation, 1.000 Befragte ab Vice-President, Firmen ab 500 Beschäftigte, Feldzeit 23. März bis 5. April 2026, veröffentlicht am 7. Juli 2026

90 Prozent wollen mehr für KI-Agenten ausgeben

In derselben Erhebung wollen 90 Prozent der Befragten in den nächsten zwölf Monaten mehr für KI-Agenten ausgeben. Zugleich sehen 63 Prozent höchstens einen kleinen oder gerade erst entstehenden Nutzen. Die Ausgabenpläne liegen damit deutlich vor dem Ertrag, den die Unternehmen selbst einräumen.

Deloitte misst anders und kommt zu ähnlichen Anteilen

Deloitte kommt in den Tech Trends 2026 zu einem ähnlichen Befund und misst dabei mit eigenen Kategorien und einer eigenen Stichprobe. Elf Prozent der befragten Organisationen setzen agentische Systeme aktiv im Produktivbetrieb ein, weitere 14 Prozent halten Lösungen bereit zur Einführung. Auch bei Deloitte erkundet oder pilotiert die Mehrheit der befragten Organisationen die Technik noch und setzt sie damit außerhalb des Regelbetriebs ein. Die Erhebung dahinter stammt aus dem Jahr 2025.

Offen ist, wann OpenAI die Übernahme von Tomoro vollzieht und ob die Ausgabenpläne der Befragten in den kommenden zwölf Monaten in Betrieb gehende Systeme finanzieren oder weitere Erprobungen.

Häufige Fragen

Betreffen die Umfrageergebnisse auch kleinere Betriebe?

Die Wakefield-Erhebung für Teradata erfasst Großunternehmen in sechs Märkten, unter anderem in Deutschland; eine eigene Stichprobe für Betriebe unter 500 Beschäftigten gibt es nicht. Die Werte beschreiben damit die Lage der Konzerne.

Ist die Übernahme von Tomoro bereits abgeschlossen?

Nein, OpenAI hat die Übernahme bislang vereinbart, der Abschluss steht noch aus.

Welche Stufen vor dem produktiven Einsatz weist Deloitte aus?

Deloitte listet 30 Prozent der befragten Organisationen bei der Erkundung und 38 Prozent bei der Pilotierung.

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