Illustration eines roten Ölfasses mit weißen Metalldeckeln, das von einem breiten roten Band durchquert wird.
20.10.2026

Großhandelspreise steigen so stark wie lange nicht

4 Min. Lesezeit

Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel lagen im September 2026 um 8,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Einen stärkeren Anstieg der Großhandelspreise gab es zuletzt im Februar 2023. Hinter dem Durchschnitt stehen Warengruppen, deren Preise sich sehr unterschiedlich entwickelten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Großhandelspreise lagen im September 2026 um 8,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Einen höheren Vorjahresanstieg gab es zuletzt im Februar 2023.
  • Mineralölerzeugnisse waren der Haupttreiber. Sie kosteten im Großhandel 48,8 Prozent mehr als im September 2025.
  • Mehrere Lebensmittelgruppen wurden günstiger. Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette lagen zusammen 9,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

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Höchster Anstieg seit Februar 2023

Seit dem 14. Oktober liegen die Großhandelspreise für September vor. Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel lagen im September 2026 um 8,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Einen höheren Vorjahresanstieg gab es zuletzt im Februar 2023. Ausschlaggebend für den Anstieg waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten.

Für die Einkaufsplanung im Mittelstand ist der Durchschnittswert allein ein grobes Maß. Hinter ihm stehen Warengruppen, deren Preise sich im September in entgegengesetzte Richtungen bewegten. Wer Budgets für die kommenden Monate kalkuliert, braucht deshalb den Blick auf die Gruppen, aus denen das eigene Unternehmen tatsächlich einkauft.

Was sind Großhandelspreise? Großhandelspreise sind die Verkaufspreise, die Großhändler beim Verkauf von Waren an ihre gewerblichen Kunden verlangen. Die amtliche Statistik weist sie als Gesamtwert und getrennt nach Warengruppen aus. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat zeigt, wie sich das Preisniveau innerhalb von zwölf Monaten entwickelt hat.

Mineralöl als Haupttreiber

Den Gesamtwert bestimmten vor allem Mineralölerzeugnisse, also aus Erdöl gewonnene Produkte. Sie waren im Großhandel im September 2026 um 48,8 Prozent teurer als im September 2025. Damit waren sie der Haupttreiber des Gesamtanstiegs.

Für Betriebe, die einen großen Teil ihres Einkaufsvolumens für Mineralölerzeugnisse ausgeben, beschreibt dieser Wert die eigene Lage genauer als der Durchschnitt. Das gilt etwa für Unternehmen, die Kraftstoffe, Schmierstoffe oder Heizöl in größeren Mengen beziehen.

Vorprodukte und Rohstoffe teurer

Auch abseits des Öls zogen die Preise in mehreren Gruppen an. Nach Angaben von Trading Economics waren chemische Erzeugnisse im deutschen Großhandel im September 2026 um 16,4 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Nicht-Eisen-Erze, -Metalle und -Metallhalbzeug kosteten demnach insgesamt 24,9 Prozent mehr. Gemeint sind Metalle ohne Eisen als Hauptbestandteil sowie daraus gefertigte Zwischenprodukte wie Bleche oder Stangen.

Bei Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln lag das Plus nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters bei 19,3 Prozent gegenüber September 2025. Für Industriebetriebe mit hohem Material- und Chemieanteil sowie für landwirtschaftsnahe Unternehmen liegen die maßgeblichen Werte damit über dem Gesamtanstieg.

Lebensmittelgruppen mit sinkenden Preisen

In mehreren Lebensmittelgruppen entwickelten sich die Preise gegenläufig. Lebende Tiere waren im Großhandel im September 2026 um 15,1 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette kosteten insgesamt 9,7 Prozent weniger als im September 2025. Fleisch und Fleischprodukte waren nach Angaben von Trading Economics um 6,0 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.

Wer überwiegend solche Waren einkauft, fand im Großhandel im September niedrigere Preise als ein Jahr zuvor. Das betrifft etwa Lebensmittelverarbeiter, Gastronomiebetriebe und Unternehmen mit eigener Kantine. Getreide und Futtermittel wurden im selben Zeitraum allerdings teurer.

Einkaufsplanung nach Warengruppen

Für die Budgetplanung ergibt sich daraus eine handfeste Aufgabe. Sinnvoll ist eine Aufstellung, die das eigene Einkaufsvolumen den Warengruppen zuordnet und neben jede Gruppe deren Vorjahresveränderung stellt. So entsteht eine Teuerungsrate für den eigenen Warenkorb, also der Preisanstieg genau der Waren, die ein Betrieb bezieht. Sie kann deutlich vom Gesamtwert abweichen. Ein Betrieb mit hohem Ölanteil kommt dabei auf andere Werte als ein Lebensmittelverarbeiter.

Prüfbedarf besteht auch bei Lieferverträgen mit Preisgleitklausel. Eine solche Klausel koppelt den Vertragspreis an einen veröffentlichten Preisindex. Verweist sie auf den Gesamtindex des Großhandels, folgt die Anpassung einer Entwicklung, die im September vor allem von Mineralölerzeugnissen getragen war. Verweist sie auf die Warengruppe, die tatsächlich geliefert wird, folgt sie der Preisentwicklung dieser Ware.

Häufige Fragen

Wie stark stiegen die Großhandelspreise innerhalb eines Monats?

Gegenüber August 2026 lagen die Großhandelspreise im September um 1,9 Prozent höher. Der Monatsvergleich zeigt kurzfristige Bewegungen, der Vorjahresvergleich die Entwicklung über zwölf Monate.

Wie hoch war der Anstieg im Februar 2023?

Im Februar 2023 lagen die Großhandelspreise um 9,5 Prozent über dem Februar 2022. Das ist der letzte Monat mit einem höheren Vorjahresanstieg als im September 2026.

Wurde auch IT-Hardware im Großhandel teurer?

Ja. Datenverarbeitungs- und periphere Geräte, also Computer und angeschlossene Zusatzgeräte wie Drucker oder Monitore, kosteten im Großhandel im September 2026 insgesamt 12,1 Prozent mehr als im September 2025. Der Wert liegt über dem Gesamtanstieg von 8,7 Prozent.

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Bildquelle: KI-generiert (Oktober 2026)

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