Quelle: iStock / Jae Young Ju
14.01.2025

Car Innovation diesmal eher hinter den Kulissen der CES 2025

3 Min. Lesezeit

Wichtig in Kürze (WIK): Auf der CES 2025 in Las Vegas spielten Automobil-Innovationen diesmal eher hinter den Kulissen eine Rolle. KI-Assistenten, Software-Defined Vehicles und autonomes Fahren dominierten die Gespraeche, während klassische Concept Cars seltener wurden.


War die CES in den zurückliegenden Jahren auch immer schon eine Autoschau, haben diesmal nur ganz wenige Markenhersteller den Weg nach Las Vegas gefunden. Die beiden größten sind BMW und Honda.

 

Die bereits eingeführten und drohenden Importzölle haben vor allem chinesische Autohersteller davon abgehalten, auf der CES 2025 auszustellen. Aber nicht nur sie, auch die europäischen Hersteller machten sich diesmal rar. Nur BMW hat mit einem „Panoramic iDrive“ genannten neuen Cockpit, das unterhalb der Windschutzscheibe die ganze Breite des Armaturenbretts einnimmt, von den europäischen Markenherstellern so richtig Flagge gezeigt.

 

Volle Breitseite: BMW Panoramic iDrive

Das verbreiterte digitale Cockpit zeigt nicht nur den Tacho an, sondern lässt sich frei konfigurieren und personalisieren. Ferner schließt es auch ein Head-up-Display (HUD) für die Navigation und Fahrhinweise ein, wie sie BMW unter dem Namen „Panoramic Vision“ schon seit Längerem anbietet. Der Name des Betriebssystems OS X sorgt für etwas Verwirrung, denn obwohl BMW mit Apple gut zusammenarbeitet und keine Berührungsängste hat, steckt dahinter kein iOS, sondern Android-Software, genauer das Android Open Source Project (AOSP).

 

Andere Neuerungen aus der Alten Welt spielten sich eher hinter den Kulissen ab, wie Business Insider es nennt. Als Beispiel nennt das Magazin, dass Volkswagen zusammen mit Mobileye in Las Vegas den Start des vollautonomen Ridesharing-Dienstes der Tochter Moia in Hamburg vorstellte. Wenn alles nach Plan läuft, werden aus der Flotte bis 2030 rund 10.000 Fahrzeuge in der Hansestadt und Umgebung verfügbar sein.

 

Teuermann Afeela 1 von Honda und Sony

Der japanische Hersteller Honda hat auf der CES mit einem SUV und einer Limousine zwei weiterentwickelte, sehr futuristisch erscheinende Prototypen präsentiert, die laut Autobild das Gesicht der neuen Elektro-Labels der „0-Serie“ prägen sollen. Die Saloon genannte Limousine sieht zudem auch noch sehr sportlich aus und setzt mit einer extrem flachen Batterie auf volle Raumausnutzung. Das zeigt sich auch daran, dass das Cockpit wie bei BMW oder in einem Hubschrauber die ganze Vorderseite einnimmt.

 

Zusammen mit Sony hat Honda auch den neuen Afeela 1 vorgestellt, den die beiden japanischen Unternehmen, wohl auch um die US-Importzölle zu umgehen, ab 2025 in Ohio produzieren wollen. Bei der Lieferung ab Mitte 2026 soll der vollelektrische Wagen im Einstieg allerdings knapp 90.000 Dollar kosten, als Afeela 1 Signature sogar 102.900 Dollar, was es schwer machen wird, gegen die Konkurrenz vor allem aus China zu bestehen.

 

Die vielen versprochenen Sensoren einschließlich LiDAR und ein dreijähriges 5G-Abo dürften das auch nicht wettmachen. Fachmagazine sind daher mäßig begeistert, zumal auch die versprochene Reichweite von 300 Meilen oder 480 Kilometer bei den genannten Preisen nicht überwältigend ist.

 

KENNZAHL
10.000
Fahrzeuge in der Hansestadt und Umgebung verfügbar sein
KENNZAHL
90.000
Dollar kosten, als Afeela 1 Signature sogar 102.900 Dollar
KENNZAHL
102.900
Dollar, was es schwer machen wird, gegen die Konkurrenz vor

Seiten-Display und voller Rundumblick

„Wann sind wir endlich da?“ Mit dem Kindergeschrei auf endlos langen Fahrten könnte bald Schluss sein, denn der deutsche Zulieferer Continental hat eine Seitenscheibe entwickelt, die sich vollständig abdunkeln und als Bildschirm eignen soll. Die Technologie, die dabei zum Einsatz kommt, ist ein im Dachhimmel eingebauter Miniaturprojektor. Einsatzbereiche sieht Continental unter anderem als Werbeflächen und für die Anzeige des Ladezustands von E-Autos.

 

Suzuki war Anfang Januar 2025 erstmals auf der CES, um mit Glydways ein städtisches Transportsystem in Form eines gläsernen Minibusses vorzustellen. Das Glydcar des Startups Glydways fährt vollautonom und soll als solches bald bis zu vier Personen zum Flughafen von San Jose in Kalifornien bringen.

 

Ansonsten haben laut Business Insider vor allem Tech-Unternehmen wie eben Mobileye, Nvidia und Qualcomm gezeigt, welche Neuerungen im Bereich der Mobilität zu erwarten sind. „Die Hersteller liefern kaum mehr noch als die Hülle für die rollenden Laptops der Tech-Giganten“, schreibt das Magazin in seinem Resümee.

 

 

 

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