Unklare Stromkosten 2027 gefährden die Kalkulation
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Die Bundesnetzagentur hat am 27. Mai 2026 einen Zwischenstand zur Reform AgNes vorgelegt. Für die Kalkulation 2027 zählt, welche Liefermenge vertraglich gesichert ist und welche als Preisrisiko offen bleibt. Die offene Menge entscheidet über Marge und Liquidität und kann sich hinter einem All-inclusive-Preis verbergen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Reform AgNes ist am 27. Mai 2026 noch ein Zwischenstand. Für die Budgetzahl 2027 gilt daraus noch kein neuer Entgeltsatz.
- Im Herbst 2026 kann ein Lieferangebot Marktpreis und gesetzte Bestandteile in einer Zahl bündeln. Der getrennte Ausweis macht die Bestandteile sichtbar.
- Eine Viertelstunden-Spitze setzt den Leistungspreis für das ganze Jahr. Die Entgeltsätze liegen vor, die Rechnung hängt an der eigenen Last.
- Der Betrieb führt die ungesicherte Restmenge als offenes Risiko in der Marge. Eine erwartete Reform füllt diese Lücke nicht.
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Was ist der Strompreis 2027? Die eine Zahl auf Angebot und Rechnung mischt den Marktpreis der Energie mit gesetzten Bestandteilen. Im getrennten Ausweis stehen diese Teile in eigenen Zeilen, im All-inclusive-Tarif in einem Arbeitspreis.
Das Angebot kommt als eine Zahl
Im September 2026 zeigt das Angebot des Stromlieferanten zunächst einen Arbeitspreis. Bei einem All-inclusive-Tarif, also einem gebündelten Preis, stecken in dieser Zeile Beschaffung, Netzentgelte, Umlagen und Steuern.
Daneben gibt es den getrennten Ausweis. Dort steht der Energie-Arbeitspreis allein. Netzentgelt, Umlagen und Stromsteuer laufen als eigene Posten. Nur die Beschaffung steht im Wettbewerb.
Für die Kalkulation 2027 reicht diese eine Zahl nicht, solange die einzelnen Zeilen fehlen. Ein Tranchenpreis aus dem Herbst 2026 deckt Umlagen und Netzentgelte für 2027 nicht automatisch ab.
Welche Menge sichert der Vertrag ab?
Der laufende Liefervertrag zeigt, welcher Teil der Menge für 2027 über Tranchen bereits preislich festgezogen ist, soweit der Vertrag das zulässt. Der Rest ist offen und hat noch keinen Preis.
Im All-inclusive-Angebot verschwindet diese Grenze. Der getrennte Ausweis macht sichtbar, welche Menge für das Budgetgespräch gesichert ist und welche Restmenge als Preisrisiko bestehen bleibt.
Welche Menge bereits gesichert ist, ergibt sich aus dem Vertrag. Für die offene Restmenge bleibt das Preisrisiko bis zum nächsten Sicherungstermin bestehen, auch bei einer erwarteten Gesetzesänderung.
Eine Viertelstunde prägt das Leistungsentgelt
Maßgeblich ist die Jahreshöchstleistung aus dem Lastgang des jeweiligen Abrechnungsjahres. Oft reicht eine gleichzeitige Zuschaltung von Anlagen in einer Viertelstunde, um diese Spitze für das ganze Jahr zu setzen. Die Spitze ergibt multipliziert mit dem Jahresleistungspreis das jährliche Leistungsentgelt.
Netzbetreiber müssen ihre Entgelte für das Folgejahr bis zum 15. Oktober veröffentlichen, gegebenenfalls zunächst vorläufig. Was der Betrieb zahlt, hängt an dieser Spitze. Am 27. Mai 2026 hat die Bundesnetzagentur unter dem Namen AgNes einen Zwischenstand vorgelegt. Für Abnehmer über 100.000 Kilowattstunden im Jahr will die Behörde den Leistungspreis durch einen Kapazitätspreis ersetzen. Der vollständige Festlegungsentwurf wurde am 6. August 2026 veröffentlicht. Die Stellungnahmefrist endete am 18. September.
Eine atypische Nutzung, also Last außerhalb der Höchstlastzeiten des Netzes, braucht eine Vereinbarung mit dem Netzbetreiber. Eigenerzeugung mindert den Netzbezug nur in dem Moment, in dem sie Strom liefert. Eine gleichzeitige Lastspitze bleibt daher in der Betrachtung.
Welche Kosten stehen für 2027 schon fest?
Für die Budgetzahl 2027 stehen gesicherte Beschaffungsmenge, offene Restmenge und das Risiko einer neuen Lastspitze getrennt. Erst diese Trennung zeigt, welcher Teil der Jahresstromkosten bereits einen Preis hat.
Ein Betrieb des produzierenden Gewerbes prüft, ob eine Stromsteuerentlastung nach Paragraf 9b des Stromsteuergesetzes infrage kommt. Der Satz liegt bei 20 Euro je Megawattstunde, der Antrag läuft über das Hauptzollamt. Ohne geprüften Tatbestand und Frist bleibt die Entlastung außen vor.
Häufige Fragen
Welche Teile des Strompreises 2027 stehen im Wettbewerb?
Nur die Beschaffung. Netzentgelt, Umlagen und Stromsteuer laufen im getrennten Ausweis neben dem Energie-Arbeitspreis weiter. Ein All-inclusive-Tarif bündelt dieselben Teile in einem Arbeitspreis.
Wie entsteht das jährliche Leistungsentgelt?
Jahreshöchstleistung im Abrechnungsjahr mal Jahresleistungspreis ergibt das Leistungsentgelt. Für 2027 sind die veröffentlichten Preisblätter des Netzbetreibers zu prüfen. Eine Vereinbarung über atypische Nutzung trifft der Betrieb mit dem Netzbetreiber.
Was ändert die Reform AgNes an der Zahl für 2027?
Die Bundesnetzagentur hat am 27. Mai 2026 einen Zwischenstand vorgelegt. Für Großverbraucher ist ein Kapazitätspreis vorgesehen. Die neue Systematik soll ab 2029 gelten. Auch eine Festlegung Ende 2026 führt daher für 2027 noch keinen Kapazitätspreis ein.
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