Neu verliebt in Speed
5 Min. Lesezeit
Ein Wochenende auf Sylt im Bentley Continental GT Speed zeigt: Ein Hybrid kann vernünftig und verdammt verführerisch sein. In Magenta, mit Stil, Power und überraschend viel Understatement.
Das Wichtigste in Kürze
- V8-Hybrid mit 771 PS: Rein elektrisch durch die Stadt, auf der Autobahn greift der Verbrenner nahtlos zu – ohne Turboloch, mit warmem Grollen.
- Magenta als Statement: Die Farbe changiert zwischen Rotgold und Lila. Auffällig mit Manieren, auf Sylt ein Magnet für Blicke und Handys.
- Alltagstauglich auf der Langstrecke: Rund 10 Liter auf 100 km, massierende Sitze, Naim-Sound. Für den Autor war die Fahrt der Abschied vom reinen W12-Glauben.
Verwandt:Fördermittel bremsen den Mittelstand / Managed Services im Mittelstand
Aufbruch im Gentleman-Look
Freitagmorgen in Hannover. Die Sonne steht noch tief, als der neue Bentley Continental GT Speed aus der Tiefgarage rollt – lackiert in einem Ton zwischen kandierter Pflaume, sonnengeküsstem Cabernet und frisch eingeschenktem Rosé. Offiziell heißt er Magenta. Auf der Straße wirkt er wie ein Fashion Statement auf vier Rädern: auffälliger als ein Maßanzug in Salbei, mit der Aura eines britischen Gentlemans in florentinischen Samtslippern.
Hinter dem Steuer sitzen drei Leute aus dem Medienteam, entspannt auf dem Weg nach Sylt. Die Skepsis war real. Jahrelang galt der W12 als Maß der Dinge – ein Motor wie eine Zigarre nach schwerem Rotwein. Warum also ein Hybrid? Die Antwort lieferte die Fahrt selbst.
Leiser Auftakt, großer Auftritt
Kaum in Bewegung, gleitet der GT Speed rein elektrisch durch Hannovers Straßen. Ein Spaziergänger dreht sich um, als das Auto fast lautlos vorbeizieht. Der Bentley flüstert. Morgens in der Stadt fühlt sich das nach zivilisiertem Luxus an: Man hört das Leder atmen. Die ersten 50 Kilometer Richtung Hamburg laufen wie auf Watte – massierende Sitze, Naim-Sound, Klangkulisse wie im Spa.
Dann wechselt die Bühne. Auf der A7 schaltet sich der V8 zu – mit einem dumpfen, warmen Grollen, das an eine wohlig gezündete Kaminexplosion erinnert. Der GT schießt los, ohne Turboloch, ohne Zögern. 771 PS entfalten sich mit britischer Zurückhaltung und deutscher Zielstrebigkeit. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel: leer. Natürlich.
Magenta ist das neue Understatement
Schon in Hamburg zeigt sich, was dieser Bentley technisch und emotional kann. Kinder zeigen auf ihn. Ein Porschefahrer auf der Nebenspur zückt sein Handy. Eine ältere Dame bleibt mit dem Rad stehen und ruft ihrem Begleiter zu: „Das ist aber mal ein schicker!“ Ja, ist er. Gerade in Magenta.
Die Farbe hat etwas Paradoxes: wild und doch zurückhaltend, frisch und erwachsen zugleich. Bentley nennt sie trocken Magenta – das greift zu kurz. Sie changiert mit dem Licht zwischen edlem Rotgold und verwegenem Lila, wie der erste Negroni am Abend. Auf Sylt wird sie zum Statement. Zwischen monochromen Range-Rover-Grausilbern steht dieser Bentley wie ein Gemälde in einem Konferenzraum: Er hat Stil. Er fragt nicht um Erlaubnis.
„Das ist aber mal ein schicker!“ – ältere Dame am Straßenrand in Hamburg, an ihren Begleiter gerichtet.
Sylt, Sonnenuntergang, Soundtrack
Am frühen Abend gleiten wir über den Hindenburgdamm auf die Insel. Die Sonne steht tief, die Nordsee funkelt golden, der Bentley rollt mit gezogener Eleganz in die letzte Etappe. Auf dem Autozug sitzt man wie in einer Lounge auf Rädern: Blick aufs Wasser, Louis-Vuitton-Tasche daneben, Motorgeräusch im Standby mit spöttischer Präsenz.
Im Gogärtchen in Kampen – Aperitif in der Hand, der Wagen in Sichtweite – fotografieren sich Gäste vor dem Auto. Es ist ein Magnet. Und bleibt höflich. Magenta mit Manieren.
Vom W12-Jünger zum Hybrid-Hedonisten
Über die Tage wird die andere Seite des GT Speed sichtbar: seine Alltagsintelligenz. Morgens fährt der Hybrid emissionsfrei durchs Wohngebiet, tankt an der Steckdose nach und schaltet bei Bedarf um – spürbar wie ein guter Butler, der ohne Worte weiß, was als Nächstes kommt.
Die rund 10 Liter Verbrauch auf 100 km wirken bescheiden. Die Souveränität auf der Langstrecke bleibt Bentley-typisch: weich, ruhig, mühelos. Man kommt an und möchte eigentlich gar nicht aussteigen.
Samstag, Rückfahrt. Das Abendlicht kitzelt noch die Kanten des Magenta-Lacks. Der Wagen steht da wie ein auf Hochglanz polierter Charakterschauspieler. Der W12-Verfechter ist bekehrt – überzeugt von Klang, Kraft, Komfort und Cleverness.
Hybrid bedeutet in diesem Bentley die beste aller Welten. Verpackt in Blech, Leder, Technik und eben: Magenta.
| Situation | Erlebnis im GT Speed | Antrieb / Charakter |
|---|---|---|
| Stadt / Wohngebiet | fast lautlos, Leder statt Motorgeräusch | rein elektrisch, emissionsfrei |
| Autobahn (A7) | sofortiger Schub, leerer Rückspiegel | V8 greift nahtlos zu, 771 PS |
| Langstrecke | massierende Sitze, Naim-Sound, Lounge-Feeling | rund 10 l / 100 km, Hybrid-Steuerung |
| Auftritt (Hamburg / Sylt) | Blicke, Handys, Komplimente am Straßenrand | Magenta: Statement mit Manieren |
Quelle: eigene Einordnung aus dem Fahrbericht Hannover–Sylt.
Häufige Fragen
Welche Motorisierung hat der neue Bentley Continental GT Speed?
Der GT Speed verfügt über einen V8-Hybridantrieb mit insgesamt 771 PS. Der Elektromotor ermöglicht eine rein elektrische Fahrt. Der Verbrenner greift nahtlos hinzu.
Warum ist die Farbe Magenta für diesen Bentley besonders?
Magenta changiert je nach Lichteinfall zwischen Rotgold und Lila. Sie wirkt auffällig und bleibt zurückhaltend im Auftritt – Stilbewusstsein ohne Aufdringlichkeit.
Wie verhält sich der GT Speed im Stadtverkehr?
Im Stadtverkehr fährt der Bentley rein elektrisch und nahezu geräuschlos. Das ermöglicht eine entspannte, emissionsfreie Fahrt durch Wohngebiete.
Welche Vorteile bietet der Hybridantrieb auf Langstrecken?
Auf Autobahnen schaltet der V8 nahtlos dazu und liefert volle Leistung ohne Turboloch. Der Verbrauch bleibt mit rund 10 Litern pro 100 km moderat für ein Fahrzeug dieser Klasse.
Wie hat sich die Einstellung des Autors zum Hybridantrieb verändert?
Der Autor war ursprünglich W12-Anhänger. Leistung, Komfort und Intelligenz des Hybridantriebs haben ihn überzeugt. Er sieht darin nun die beste aller Welten in diesem Bentley.
Weiterlesen auf MyBusinessFuture
MyBusinessFutureFördermittel bremsen den Mittelstand: Warum einfach machen schneller istMyBusinessFutureManaged Services: Warum der Mittelstand IT auslagert statt aufbautMyBusinessFutureNIS2-Umsetzung: Was der Mittelstand jetzt noch erledigen mussMehr aus dem MBF Media Netzwerk
cloudmagazinDie Copilot-Wende: erst mussten die Menschen an Bord seinDigital ChiefsWelche Steuerung bleibt nach dem Agenten-RolloutSecurityTodayCyberresilienz: APIs und Patch-Fenster steuernBildquelle: MBF / Jakob Bach

