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03.10.2026

KfW: 29 Prozent der Exportindustrie planen Teilverlagerung

3 Min. Lesezeit

Fast jedes dritte Industrieunternehmen mit Auslandsumsatz plant eine Teilverlagerung. Das betrifft auch industrienahe Dienstleister wie Instandhaltung und Logistik. Welche Einsparung der Schritt bringt, weist die Erhebung nicht aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Teil der Industrie mit Auslandsumsatz hat verlagert, ein größerer Teil plant es. In der Breite bleibt der Schritt die Ausnahme.
  • Kostenersparnis ist der wichtigste Beweggrund geplanter Auslandsinvestitionen. In früheren Erhebungen führten Markterschließung und Vertrieb.
  • Ein Zielland der Verlagerung nennt der Bericht nicht. Den größten Handlungsbedarf am Standort sieht er bei Bürokratie, Energie, Arbeitskosten sowie Steuern und Abgaben.
  • Instandhaltung, Logistik und Beratung sind von der Industrie abhängig. Zwei Drittel der Auslandsumsätze liegen in Europa.

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Was ist eine Teilverlagerung in dieser Erhebung? KfW Research zählt Betriebe, die Tätigkeiten vom inländischen Standort ins Ausland verlagert haben oder das planen. Ein kompletter Rückzug aus dem Export fällt nicht darunter.

8 Prozent haben verlagert, 29 Prozent planen es

Dr. Jennifer Abel-Koch hält im Internationalisierungsbericht fest, eine teilweise Verlagerung sei aus unternehmerischer Sicht nachvollziehbar, wenn sie Zölle umgeht oder bessere Standortbedingungen nutzt. Die Zählung gilt für Unternehmen, die bereits Umsätze im Ausland erzielen. Die Befragung erhebt die GfK im Auftrag der KfW Bankengruppe.

Im Verarbeitenden Gewerbe haben 8 Prozent dieser Unternehmen Tätigkeiten bereits verlagert. Weitere 29 Prozent planen eine teilweise Verlagerung in den kommenden fünf Jahren.

In der Breite der Unternehmen mit Auslandsumsatz bleibt der Schritt die Ausnahme: 4 Prozent haben ihn umgesetzt, 12 Prozent planen ihn. In der Industrie sind beide Anteile höher.

Unternehmen mit Auslandsumsatz stellen rund 21 Prozent der Mittelständler. Im Verarbeitenden Gewerbe erzielen 46 Prozent der Betriebe Umsätze im Ausland. Betriebe mit reinem Inlandsverkauf stehen außerhalb dieser Zählung.

Maßnahme und Bezugsgruppe Umgesetzt Geplant
Teilverlagerung, Verarbeitendes Gewerbe mit Auslandsumsatz 8 Prozent 29 Prozent
Teilverlagerung, alle Unternehmen mit Auslandsumsatz 4 Prozent 12 Prozent
Exportmärkte stärker streuen, alle mit Auslandsumsatz 16 Prozent 7 Prozent
Stärkere Ausrichtung auf den EU-Binnenmarkt, alle mit Auslandsumsatz 5 Prozent 14 Prozent

Jede Zeile nennt ihre Bezugsgruppe. Die Anteile stehen im Internationalisierungsbericht von KfW Research.

Kostenersparnis führt die Investitionspläne an

KfW Research verweist auf die Erhebung der Deutschen Industrie- und Handelskammer zu den Auslandsinvestitionen der Industrie. Kostenersparnis ist dort der wichtigste Beweggrund geplanter Auslandsinvestitionen. In früheren Erhebungen standen Markterschließung und Vertrieb vorn. Dieselben Pläne gehen häufiger mit rückläufigen Investitionen im Inland und mit weniger Beschäftigung am deutschen Standort einher.

Bürokratie, Energie, Arbeitskosten und die Belastung durch Steuern und Abgaben nennt der Bericht als die Faktoren mit dem größten Handlungsbedarf am Standort. Ein Zielland der Verlagerung nennt er nicht.

Instandhaltung und Logistik bleiben abhängig

Instandhaltung, Reparatur, Rechts-, Steuer- und Wirtschaftsberatung, Transport, Logistik und Personaldienste sind in großem Maße von der Industrie abhängig. KfW Research schreibt, eine Abwanderung von Industriebetrieben hätte indirekte Wirkungen, die bis in die Breite des Mittelstands hineinreichen.

Der Mittelstand erzielt zwei Drittel seiner Auslandsumsätze in Europa. Die Unternehmen haben ihre Exportmärkte häufiger breiter gestreut als Tätigkeiten ins Ausland verlagert.

2024 setzten 68 Prozent der Unternehmen ihre zu Jahresbeginn vorgesehenen Investitionen auch um. Die Quote gilt für Investitionen im Inland oder im Ausland insgesamt. Sie ist keine Umsetzungsquote der Verlagerungspläne.

Häufige Fragen

Wann lief die Sonderbefragung?

Die Sonderbefragung lief vom 12. bis 21. Januar 2026.

Welche Umsatzgrenze gilt in dieser Erhebung?

Der Mittelstand reicht hier bis 500 Millionen Euro Jahresumsatz.

Was folgt, wenn nur jedes zweite Unternehmen mit Verlagerungsplan den Schritt umsetzt?

Dann könnten rund 7 Prozent der mittelständischen Industriebetriebe einen Teil der Fertigung verlagern.

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