IAA Mobility 2025 München
22.09.2025

IAA Mobility 2025: Smarter, größer, weiter

Die Publikumsmagneten der IAA Mobility 2025 in München vom 9. bis 14. September sind eindeutig die großen deutschen Marken, allen voran BMW, Mercedes und VW. Aber auch chinesische Hersteller sind viel vertreten, zum Teil aber nur mit kleinen Bauteilen.

 

Wer auf der IAA Mobility eine Vielzahl von Autos verschiedener Marken erwartet, wird vielleicht enttäuscht. Denn manche der Fahrzeuge finden sich je nach Komponente oder Softwarebaustein an mehreren Ständen. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig und eng verwoben internationale Lieferketten sind und dass kein PKW heute mehr eine „einsame Insel“ ist.

 

Die immer größer werdenden Displays oder ihre Panels zumindest kommen zumeist aus China oder Südkorea, ebenso viele der Chips und andere kleine Bauteile bis hin zu Schaltern und Relais.

 

Deutschland führt noch bei autonomem Fahren

Deutsche Anbieter wie Bosch zeigen, wie die Mobilität der Zukunft immer mehr KI- und softwaregetrieben wird. Dazu gehören kurz ADAS genannte intelligente Fahrerassistenzsysteme für autonomes Fahren, wie sie auch der israelische Spezialist Mobileye sehr eindrucksvoll präsentiert. Deutschland ist eines der wenigen Länder, das autonome Fahrzeuge der Stufe 4 im Regelbetrieb auf bestimmten Kurzstrecken zugelassen hat – und das schon 2022.

IAA Bühne
BMW stellt mit dem neuen iX3 ein E-Auto mit bis zu 805 km Reichweite vor – ein Highlight der IAA 2025. Bildquelle: IAA Mobility

Das gab der einheimischen Industrie einen großen Vorsprung, der aber wohl nur von kurzer Dauer war, wenn man sich die vielen Konzepte und teilweise schon eingesetzten autonom rollenden Fahrzeuge in China oder Japan anschaut. Dass China mit rund 100 Ausstellern neben Deutschland die zweitgrößte Delegation der Messe stellt, ist unverkennbar – selbst an den großen Ständen der deutschen Hersteller. Bei BMW, Mercedes und Volkswagen finden sich rund um die neuesten elektrischen Star-Mobile auch die größten Menschentrauben.

 

Bei BMW sind gleich mehrere Modelle des neuen ix3 zu sehen, der mit bis zu 805 Kilometer laut WLTP die wohl größte Reichweite der ausgestellten Fahrzeuge hat. WLTP ist als harmonisiertes Testverfahren freilich relativ, wie man auch von Diesel- und Benzinfahrzeugen weiß. Gerade bei Letzteren ist man gewohnt, dass sie das WLTP-Versprechen nur selten bis nie einhalten.

Ungeahnte elektrische Reichweiten

Der deutsche Manager, der die Vorzüge des ix3 50 auf Englisch erklärt, spricht aber von über 400 Kilometer Reichweite, selbst wenn man das „Gaspedal“ dauerhaft bis zum Limit von 210 Stundenkilometer durchdrückt. Das wäre schon ein Novum. Bei den meisten E-Autos ist die Geschwindigkeit auf 160 oder 180 Stundenkilometer gedrosselt. Und da erlebt man auch schnell, wie die Reichweite bei Full Speed drastisch nach unten geht.

 

Anders als die meisten anderen Hersteller nennt BMW auch schon konkrete Preise. Der ix3 50 soll in der Ausstattung mit „Innovationspaket“, 21-Zoll-Rädern, Profi-Parkassistent und Panorama-Dach 78.720 Euro kosten. Aber auch im Basispreis von 68.900 Euro sind schon viele Extras enthalten, für die man sonst tief in die Tasche greifen muss. Insofern kann man für so ein Spitzenmodell im Bereich der E-Mobilität schon von Kampfpreisen sprechen, auch wenn nicht jeder bereit oder in der Lage ist, diese zu bezahlen. Dafür gibt es in der Luxusausstattung auch schon das BMW Panoramic iDrive, das die ganze Frontseite einnimmt.

 

Auch Volkswagen und Mercedes präsentieren neue E-Modelle

Chinesische Aussteller auf der IAA
Mit rund 100 Ausstellern stellt China nach Deutschland die zweitgrößte Präsenz auf der IAA Mobility. Bildquelle: IAA Mobility

Etwas anders ist es bei dem neuen id.Polo von Volkswagen, der mit knapp unter 25.000 Euro der Billigkonkurrenz aus China etwas entgegensetzen soll. Die ist in Deutschland allerdings meist gar nicht so günstig, wie die nur als Abos erhältlichen Modelle von Nio zeigen. Selbst der Firefly genannte Kleinwagen fängt bei etwa 30.000 Euro an. Dafür hat er zwar einen ungewöhnlich großen Frunk (Front Trunk) für knapp 4,0 Meter Länge, aber nur eine WLTP-Reichweite von 330 Kilometern, die ihn eher als reines Stadtauto ausweisen.

Im Crashtest hat das „Glühwürmchen“ laut Smartdroid aber als sicherstes E-Auto Europas abgeschnitten. Die neuen Mercedes-Spitzenmodelle sollen auch sehr sparsam sein und hohe Reichweiten bieten. Der Stromverbrauch des CLA 250+ mit sogenannter EQ-Technologie ist kombiniert mit 13,5 Kilowattstunden (kWh) angegeben. Auf der Autobahn soll er sich somit auch nur mit 16,9 kWh begnügen, wo der Stromverbrauch anderer E-Autos oft auf fast das Doppelte hochgeht. Die kombinierte Reichweite gibt Mercedes wie bei dem neuen, 489 PS starken Spitzenmodell GLC 400 4Matic mit über 700 Kilometer an.

 

Hoffen auf neue Technologien

In einem Test hat als IAA-Sensation am Rande ein Mercedes EQS mit neuartiger Feststoffbatterie die 1.200 Kilometer lange Strecke von Stuttgart bis Malmö in Schweden sogar ohne Ladestopp zurückgelegt. Zum Schluss hatte er sogar noch eine traumhafte Restreichweite von 137 Kilometern. Dabei handelt es sich aber vorerst nur um ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Factorial Energy und dem Formel-1-Technikzentrum Mercedes-AMG High Performance Powertrains, wie t-online berichtet.

 

Demzufolge gibt es auch von Volkswagen, BMW, Toyota, Ford und Nissan sowie von Nio aus China ähnliche Entwicklungsansätze. Allerdings ist mit dem zusammen mit dem taiwanesischen Batterieentwickler ProLogium vorgestellten Mercedes zum Beispiel nicht vor 2027 zu rechnen. Derweil machen auch Natrium-Ionen-Akkus von sich Reden, die ohne das knappe, teure Lithium ähnliche Reichweiten wie Feststoffbatterien bringen sollen. Die ersten Serienfahrzeuge sind in China schon auf dem Markt. Vielleicht präsentiert die nächste Ausgabe der IAA Mobility in zwei Jahren bereits weitere Innovationen in diesem Bereich.

 

 

 

Quelle Titelbild: IAA Mobility