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07.03.2024

Hyperautomation: Wenn RPA, KI und Mining zusammenwirken

3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Hyperautomation kombiniert RPA, KI, Process Mining und Low-Code zu einer End-to-End-Automatisierungsplattform.
  • Gartner nennt Hyperautomation seit drei Jahren einen Top-Technologietrend.
  • Process Mining (Celonis, UiPath) deckt Ineffizienzen in Geschäftsprozessen datenbasiert auf.
  • Intelligent Document Processing (IDP) automatisiert die Verarbeitung unstrukturierter Dokumente.
  • Der ROI von Hyperautomation liegt typisch bei 300-500% im ersten Jahr nach Implementierung.

RPA automatisiert Klicks. KI versteht Inhalte. Process Mining findet Optimierungspotenziale. Low-Code baut die Anwendungen. Jede Technologie für sich ist nützlich. Zusammen sind sie transformativ.

 

Hyperautomation ist keine einzelne Technologie, sondern eine Strategie: Die systematische Identifikation und Automatisierung möglichst vieler Geschäftsprozesse durch die Kombination mehrerer Technologien. Gartner nennt es seit drei Jahren einen Top-Trend — und die Praxis bestätigt den Hype.

 

Was Hyperautomation von RPA unterscheidet

RPA allein automatisiert regelbasierte, repetitive Aufgaben. Hyperautomation erweitert den Scope dramatisch:

 

Process Mining analysiert Event-Logs aus ERP und CRM, um reale Prozessabläufe zu visualisieren — inklusive Abweichungen, Engpässe und unnötiger Schleifen. Celonis, UiPath Process Mining und Minit sind führende Tools.

 

Intelligent Document Processing (IDP) nutzt OCR und NLP, um unstrukturierte Dokumente (Rechnungen, Verträge, E-Mails) zu verstehen und Daten zu extrahieren. UiPath Document Understanding, ABBYY Vantage und Google Document AI.

 

Decision Intelligence nutzt ML-Modelle für Entscheidungen, die Urteilsvermögen erfordern: Kreditwürdigkeit, Betrugserkennung, Prioritätssteuerung.

 

Die Kombination: Process Mining identifiziert den Optimierungsbedarf → RPA automatisiert die regelbasierten Schritte → IDP verarbeitet die Dokumente → KI trifft die Entscheidungen → Low-Code verbindet alles.

 

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im ersten Jahr nach Implementierung. RPA automatisi
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der Geschäftsdaten sind unstrukturiert: Rechnungen, Verträg

Process Mining: Prozesse sichtbar machen

Process Mining ist der analytische Startpunkt jeder Hyperautomation-Initiative. Die Technologie extrahiert Event-Logs aus IT-Systemen (SAP, Salesforce, ServiceNow) und rekonstruiert den tatsächlichen Prozessablauf — nicht den dokumentierten Soll-Prozess, sondern den gelebten Ist-Prozess.

 

Das Ergebnis überrascht regelmäßig: Prozesse, die als standardisiert galten, haben dutzende Varianten. Genehmigungsschleifen, die eigentlich zwei Tage dauern sollten, dauern im Schnitt acht. Rechnungen werden in 30% der Fälle manuell korrigiert.

 

Celonis dominiert den Markt mit der größten Process-Mining-Plattform. Alternativen: UiPath Process Mining, Signavio (SAP) und Minit.

 

Intelligent Document Processing in der Praxis

70% der Geschäftsdaten sind unstrukturiert: Rechnungen, Verträge, E-Mails, Formulare. RPA allein kann diese nicht verarbeiten. IDP kombiniert OCR (Texterkennung), NLP (Sprachverständnis) und ML (Klassifikation) für automatische Datenextraktion.

 

Praxisbeispiel Rechnungsverarbeitung: Die Rechnung kommt als PDF per E-Mail → IDP extrahiert Rechnungsnummer, Betrag, Lieferant, Positionen → RPA gleicht gegen die Bestellung ab → bei Übereinstimmung: automatische Freigabe → bei Abweichung: Eskalation an den Sachbearbeiter. End-to-End-Automatisierungsgrad: 60-80%.

 

Der ROI von Hyperautomation

Unternehmen berichten konsistent von 300-500% ROI im ersten Jahr. Die Savings kommen aus drei Quellen:

 

Effizienz: 40-70% Zeitersparnis bei automatisierten Prozessen. Mitarbeitende werden für wertschöpfende Aufgaben frei.

 

Qualität: 90%+ weniger Fehler bei datenbasierten Prozessen. Keine Tippfehler, keine vergessenen Schritte, keine inkonsistenten Daten.

 

Geschwindigkeit: Prozesse, die Tage dauerten, laufen in Minuten. Rechnungsverarbeitung von 5 Tagen auf 4 Stunden. Onboarding von 2 Wochen auf 2 Tage.

 

Roadmap: Von RPA zu Hyperautomation

Phase 1 (0-6 Monate): RPA für Quick Wins — 3-5 Prozesse automatisieren, Team aufbauen, Governance etablieren.

 

Phase 2 (6-12 Monate): Process Mining für Transparenz — Prozesse analysieren, Automationspotenziale priorisieren, KPIs definieren.

 

Phase 3 (12-18 Monate): IDP und KI hinzufügen — unstrukturierte Daten verarbeiten, intelligente Entscheidungen automatisieren.

 

Phase 4 (18+ Monate): End-to-End-Automatisierung — Prozesse vollständig automatisieren, Continuous Improvement durch Process Mining.

 

 

Häufige Fragen

Was unterscheidet Hyperautomation von normaler Automatisierung?

Normale Automatisierung adressiert einzelne Aufgaben (ein Bot für Rechnungseingabe). Hyperautomation adressiert ganze Prozesse End-to-End durch Kombination mehrerer Technologien (Process Mining + RPA + IDP + KI). Der Scope und die Ambition sind fundamentally anders.

Braucht man alle Technologien gleichzeitig?

Nein. Start mit RPA für Quick Wins, dann schrittweise erweitern. Process Mining im zweiten Schritt für datenbasierte Priorisierung. IDP und KI im dritten Schritt für komplexere Prozesse. Die Roadmap ist inkrementell.

Welche Prozesse eignen sich am besten?

Prozesse mit hohem Volumen, vielen manuellen Schritten, mehreren Systemen und messbarem Business Impact. Klassiker: Rechnungsverarbeitung, Bestellabwicklung, Kunden-Onboarding, Schadenbearbeitung, HR-Prozesse.

Wie viele FTEs braucht ein Hyperautomation-Team?

Zum Start: 2-3 Personen (1 RPA-Developer, 1 Business Analyst, 1 Projektmanager). Reife Programme: 5-15 Personen, abhängig von der Anzahl der automatisierten Prozesse. Ein Center of Excellence (CoE) skaliert die Expertise über Abteilungen.

Ersetzt Hyperautomation Arbeitsplätze?

Die Erfahrung zeigt: Hyperautomation verlagert Arbeit, eliminiert sie selten. Mitarbeitende werden von repetitiven Aufgaben entlastet und übernehmen wertschöpfendere Tätigkeiten: Kundenberatung statt Dateneingabe, Analyse statt Report-Erstellung, Ausnahmenbehandlung statt Standardprozess.

 

Quelle des Titelbildes: Pexels / cottonbro studio

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