Google Cloud kauft Elastifile: File-Storage als AWS-Konter
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Aktualisiert am 11. Mai 2026 · Ursprünglich veröffentlicht 23. Juli 2019
Google Cloud kauft den israelischen File-Storage-Spezialisten Elastifile für rund 200 Millionen US-Dollar. Mit dem Deal vom Juli 2019 schließt Sundar Pichais Cloud-Sparte eine Lücke bei Enterprise-Storage, die AWS und Microsoft Azure bisher als Argument gegen GCP nutzen konnten. Wer als IT-Verantwortlicher im Mittelstand gerade Multi-Cloud-Strategien aufsetzt, sollte die Karten neu mischen.
Das Wichtigste in Kürze
- Deal: Google Cloud übernimmt Elastifile für rund 200 Millionen US-Dollar und integriert die Technologie unter dem Namen Cloud Filestore in das eigene Portfolio.
- Lücke geschlossen: Hochperformanter, POSIX-kompatibler File-Storage für Enterprise-Workloads wie SAP, Analytik und Medien-Produktion – ein Layer, den reine Object-Stores nicht aus dem Stand liefern.
- Marktposition: Google liegt laut Canalys hinter AWS und Microsoft Azure auf Platz drei, holt aber im Geschäftskunden-Segment gezielt durch Zukäufe wie Looker (2,6 Milliarden US-Dollar) und Elastifile auf.
- Konsequenz für IT-Entscheider: Multi-Cloud-Strategien gewinnen einen weiteren glaubwürdigen File-Storage-Anbieter, vor allem für daten- und analyse-getriebene Workloads.
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Was Elastifile bringt
Elastifile ist auf hochperformanten, scale-out fähigen File-Storage spezialisiert, der sich nativ in Cloud-Umgebungen einbetten lässt. Klassische Enterprise-Workloads wie SAP, datenbankgestützte Analytik, Genom-Pipelines oder Medien-Produktion brauchen einen schnellen, POSIX-kompatiblen File-Layer mit echter NFS-Semantik. Den liefern die reinen Object-Stores der Hyperscaler nicht aus dem Stand. Genau diese Lücke schließt Elastifile bei Google Cloud, das Produkt wird unter dem Namen Cloud Filestore integriert.
Für Architekten heißt das: Storage-Migration aus On-Prem-NAS-Welten wird einfacher. Wer heute NetApp- oder Isilon-Cluster betreibt und auf GCP migrieren will, hat einen erkennbaren Pfad ohne aufwendiges Refactoring der Applikationsschicht.
Einordnung im Wettbewerb
Google Cloud liegt laut Canalys-Marktdaten weiterhin hinter AWS und Microsoft Azure auf Platz drei im IaaS-Markt. Mit dem Elastifile-Kauf und der bereits im Juni 2019 für 2,6 Milliarden US-Dollar erfolgten Looker-Übernahme (Business Intelligence und Datenanalyse) zeichnet sich die Stoßrichtung deutlich ab. Datenanalyse, Storage und Enterprise-Workloads bilden ein Trio, das Bestandskunden im Mittelstand und Konzernumfeld an Google bindet.
AWS kontert mit FSx (für NetApp ONTAP und OpenZFS), Microsoft mit Azure NetApp Files. Der Unterschied: Google integriert eigene IP, statt sich auf einen Drittanbieter zu stützen. Das bedeutet schnellere Roadmap und tiefere Verzahnung mit BigQuery und Vertex AI.
Was der Deal für Multi-Cloud-Strategien bedeutet
Wer Workloads aktuell auf AWS oder Azure laufen lässt, sollte den File-Storage-Layer als ernstzunehmende Migrations-Option neu bewerten. Google Cloud ist im Filehandling für Enterprise-Anwendungen kein Nischenkandidat mehr. Multi-Cloud-Strategien gewinnen einen weiteren glaubwürdigen Anbieter, gerade für daten- und analyse-getriebene Use-Cases.
Für CIOs im Mittelstand heißt das konkret: bei der nächsten Storage-Refresh-Runde GCP mit auf die Shortlist, nicht nur AWS und Azure. Vor allem dort, wo SAP, Datenseen und KI-Pipelines auf einer Plattform zusammenwachsen sollen.
Was IT-Entscheider jetzt prüfen sollten
Drei konkrete Schritte für die kommenden sechs Monate. Erstens: vorhandene File-Workloads inventarisieren und nach Performance-Profilen klassifizieren (Latenz, Durchsatz, Concurrency). Zweitens: für jeden Workload ein Cloud-Filestore-Mapping gegen die aktuellen On-Prem-Werte rechnen, gerade bei SAP- und Datenbank-Pipelines. Drittens: Egress-Kosten und Datenlokalisierung in den Business-Case einpreisen, sonst wird die Migration in der zweiten Jahreshälfte unangenehm.
Ein häufig unterschätzter Punkt: Backup- und DR-Strategien für File-Workloads sind in der Cloud nicht identisch mit On-Prem. Snapshot-Mechaniken, Replikations-Distanzen und RPO-Ziele müssen pro Region neu definiert werden.
Häufige Fragen
Was ist Cloud Filestore und für welche Workloads ist er gedacht?
Cloud Filestore ist Google Clouds managed File-Storage-Service mit NFSv3-Schnittstelle, ergänzt um die Elastifile-Technologie. Er ist ausgelegt für File-basierte Workloads wie SAP, EDA, Render-Farms, KI-Training-Daten und alle Anwendungen, die ein klassisches POSIX-Dateisystem erwarten.
Wie viel hat Google für Elastifile gezahlt?
Israelische Wirtschaftsmedien berichten von rund 200 Millionen US-Dollar. Google hat den Kaufpreis offiziell nicht kommuniziert, die Größenordnung gilt aber als belastbar.
Wie verändert sich Googles Wettbewerbsposition?
Google Cloud bleibt im IaaS-Marktanteil hinter AWS und Microsoft Azure. Bei Enterprise-Storage und Analytik schließt der Konzern aber durch Zukäufe wie Looker und Elastifile sichtbar auf – vor allem in datenintensiven Use-Cases.
Lohnt sich der Wechsel von AWS oder Azure auf Cloud Filestore?
Pauschal nein. Wechselgründe sind echte Workload-Vorteile (BigQuery-Nähe, Vertex AI, datenintensive Pipelines) und realistisch gerechnete Egress- sowie Lizenzkosten. Pilot-Workloads sind der bessere Weg als ein Lift-and-Shift.
Wie passt der Elastifile-Kauf zur Looker-Übernahme?
Looker liefert die Analytik-Schicht, Elastifile den darunterliegenden File-Storage. Zusammen mit BigQuery entsteht ein in sich geschlossener Daten-Stack, der Bestandskunden Argumente liefert, Workloads bei GCP zu konsolidieren.
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