Epson Grün Additive Fertigung Mybusinessfuture - Epson wird immer grüner und setzt nun auch auf 3D-Druck und Recycling
14.02.2023

Epson: Grüner durch 3D-Druck und Recycling

5 Min. Lesezeit

Aktualisiert am 11. Mai 2026 · Ursprünglich veröffentlicht 14. Februar 2023

Epson treibt seine Nachhaltigkeitsagenda mit harten KPI-Zielen voran: Seit 2023 sind weltweit alle Büro- und Fabrikgebäude zu 100 Prozent mit Erneuerbaren versorgt, bis 2050 will der Konzern CO2-negativ werden. Parallel dazu baut die Seiko-Tochter ihr Portfolio in 3D-Druck und Papier-Recycling aus – mit dem PaperLab-System fürs eigene Büro und industriellen 3D-Druck-Lösungen für den Mittelstand.

Das Wichtigste in Kürze

  • 100 Prozent Erneuerbare: Epson hat 2023 alle Büro- und Fabrikgebäude weltweit auf Erneuerbare umgestellt. Ziel: CO2-negativ bis 2050.
  • PaperLab: Trocken-Recycling-System wandelt Altpapier ohne Wasser direkt im Büro in neues Papier um – relevant für Behörden, Banken und CSRD-getriebene Beschaffung.
  • 3D-Druck: Eintritt in den industriellen 3D-Druck-Markt mit Fokus auf Materialeffizienz und Ersatzteilfertigung – direkt anschlussfähig für Maschinenbau und Logistik.
  • EcoTank: Nachfüllbare Tintenstrahldrucker verdrängen das Patronenmodell und reduzieren Verpackungs- und Elektroschrott deutlich.

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Klimastrategie: Erneuerbare als Pflichtprogramm

Mit dem 2023 erreichten Meilenstein, alle Standorte weltweit ausschliesslich mit erneuerbaren Energien zu betreiben, gehört Epson zu einem überschaubaren Kreis von Tech-Konzernen mit harten Zahlen statt Marketing-Phrasen. Bis 2050 soll das Unternehmen nicht nur klimaneutral, sondern CO2-negativ sein – also mehr CO2 binden oder vermeiden, als es ausstösst. Für Beschaffungs-Verantwortliche im Mittelstand ist das ein verwertbares Lieferanten-Argument für die CSRD-Berichterstattung.

Die nächste Etappe ist Scope-3: Logistik, Lieferkette und Nutzungsphase der verkauften Produkte. Hier liegt der eigentliche Hebel – und die Hausaufgabe für die kommenden Jahre.

PaperLab: Recycling direkt im Büro

Mit dem PaperLab-System hat Epson eine Lösung im Programm, die bedrucktes Altpapier ohne Wasser direkt in neues, weisses Papier zurückverwandelt. Die Technik nutzt mechanische Fasertrennung statt klassischer chemischer Verfahren. Ziel sind Office-Umgebungen mit hohem Vertraulichkeitsbedarf – Behörden, Banken, Anwaltskanzleien – die dokumentensichere Vernichtung mit unmittelbarer Wiederverwendung verbinden.

Für Mittelständler heisst das: ein Argument gegen externe Schredder-Dienstleister und gleichzeitig ein sichtbarer Sustainability-Beitrag, der sich messen und reporten lässt.

3D-Druck: Eintritt mit Fokus auf Industrie

Der Vorstoss in den industriellen 3D-Druck zielt nicht auf Consumer-Geräte, sondern auf Fertigungs- und Ersatzteilszenarien. Konkrete Use-Cases: ad-hoc gedruckte Werkzeug-Vorrichtungen, Kleinserien-Komponenten, Ersatzteile für ältere Maschinen, deren Originalteile vom Markt sind. Material-Effizienz ist dabei der harte KPI: weniger Verschnitt, kürzere Lieferketten, geringerer Energieaufwand pro Bauteil.

Für Maschinenbauer und Logistiker wird 3D-Druck damit zur Ergänzung der konventionellen Fertigung, nicht zum Ersatz. Der Business-Case liegt in Stillstandskosten und Time-to-Repair.

EcoTank: das B2B-fähige Drucker-Modell

EcoTank-Drucker arbeiten mit nachfüllbaren Tintenbehältern statt Einwegpatronen. Die Anschaffung kostet mehr, der Druckpreis pro Seite ist aber deutlich niedriger – und der Elektroschrott pro tausend Seiten sinkt drastisch. Für Druckerflotten in mittelständischen Unternehmen lohnt eine ehrliche TCO-Rechnung über drei bis fünf Jahre, inklusive Service, Verbrauchsmaterial und Entsorgung.

Wer CSRD-relevant berichtet, bekommt mit EcoTank greifbare KPIs zur Reduktion von Scope-3-Emissionen entlang der Produkt-Nutzungsphase.

Was IT- und Beschaffungs-Verantwortliche jetzt prüfen sollten

Drei konkrete Schritte. Erstens: bei der nächsten Drucker-Refresh-Runde EcoTank gegen Patronengeräte in einer TCO-Rechnung gegenüberstellen, inklusive Verpackung und E-Schrott-Quote. Zweitens: für Vertraulichkeitsdokumente das PaperLab-Modell als Alternative zu externen Schredder-Verträgen prüfen, vor allem in Sektoren mit hohen Datenschutz-Anforderungen. Drittens: 3D-Druck-Optionen für Werkzeug- und Ersatzteilfertigung in der Instandhaltung evaluieren – oft amortisieren sich kleine Industriedrucker schon im ersten Jahr durch verhinderte Stillstands-Kosten.

Häufige Fragen

Ist Epson wirklich vollständig auf Erneuerbare umgestellt?

Laut eigenen Angaben sind seit 2023 alle Büro- und Fabrikgebäude weltweit zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom versorgt. Scope-3-Emissionen aus Logistik und Lieferkette fallen nicht unter diese Zahl – dort liegt der nächste Hebel bis zum 2050-Ziel.

Wie funktioniert das PaperLab-System konkret?

PaperLab nutzt eine trockene Faser-Trenntechnik. Altpapier wird mechanisch in einzelne Fasern aufgelöst, neu gebunden und zu frischem Papier verpresst. Wasser wird in dem Verfahren nicht benötigt, was den Einsatz direkt im Büro überhaupt erst praktikabel macht.

Für welche Anwendungen ist Epsons 3D-Druck gedacht?

Der Fokus liegt auf industriellen Anwendungen wie Werkzeug- und Vorrichtungsbau, Kleinserien und Ersatzteilfertigung. Consumer-Maker-Märkte werden bewusst nicht adressiert.

Was bringt EcoTank im B2B-Einsatz?

Niedrigere Druckkosten pro Seite, weniger Verbrauchsmaterial-Logistik, geringere Müllmenge. In Druckerflotten mit hohem Volumen amortisiert sich der höhere Anschaffungspreis typisch in 12 bis 24 Monaten.

Wie passt das in eine CSRD-Berichterstattung?

Epson liefert quantifizierbare Daten zu Scope-1, Scope-2 und Produkt-Nutzungsphase, die sich für Berichtspflichten und Lieferantenbewertung verwerten lassen. CSRD-konforme Datenpakete bietet der Hersteller auf Anfrage.

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