Banking as a Service: Welche Optionen Banken beim Outsourcing haben

16.10.2018, Autor / Redaktion: MyBusiness / Lenz Nölkel

Auch vor dem Banken- und Vermögensverwaltungssektor macht die Digitalisierung keinen Halt. Durch den Druck das Aufwands-Ertrags-Verhältnis enorm zu verbessern stehen viele Banken vor dem Schritt in die Cloud. Welche Optionen Banken haben und was auf jeden Fall zu beachten ist, haben das Beratungshaus zeb gemeinsam mit dem Fintech-Unternehmen Avaloq untersucht.

Viele Banken haben die Notwendigkeit der Digitalisierung schon begriffen, doch an der Umsetzung hapert es noch ziemlich. Oft wird mit zu umständlichen Produktportfolios und veralteten IT-Architekturen gearbeitet, was höhere Kosten und mehr Arbeitsaufwand mit sich bringt. Diese übermäßige Komplexität hindert Banken am effizienten Handeln und verlangt deswegen nach einem Neustart. Dabei spielen Modelle wie Software as a Service (SaaS) oder Business Process as a Serivce (BPaaS) eine elementare Rolle. Doch es bieten sich viele Möglichkeiten an, externe Lösungen in die Operating-Modelle einer Bank zu integrieren. Insgesamt kann zwischen vier verschiedenen Optionen unterschiedenen werden, die wiederum auf verschiedenen viele der vier Abschnitte der Wertschöpfungskette abzielen.

Austausch des eigenen Kernbanksystems

Dabei wird das eigene Kernbanksystem durch ein oder mehrere Standardsoftware-Pakete ersetzt. Die On-Site-Implementierung erlaubt dabei immer noch das eigenverantwortliche Management und Betrieb, allerdings sind externe Lösungen meist einfacher zu verwalten und aktualisieren sich selbstständig.

Nutzung eines Full-Service-IT-Providers

Wer sich nicht mehr mit der Entwicklung und Verwaltung eines Kernbanksystems herumschlagen will, kann auch auf die Dienste eines Full-Service-IT-Providers zurückgreifen. Dieser übernimmt nicht nur Aufgaben wie Wartung und Betrieb der Softwareplattformen und der gesamten technologischen Infrastruktur, sondern ist meist auch kostengünstiger.

Der traditionelle BPO-Ansatz

Beim klassischen Business-Process-Outsourcing (BPO) sourcen Banken nicht nur die IT-Infrastruktur aus, sondern lassen Kern- oder Nicht-Kernbankenaktivitäten von den Mitarbeitern des externen Providers erledigen. Dadurch ergibt sich eine hohe Kosteneinsparung, da Prozesse aus verschiedensten Abteilungen des Unternehmens stärker optimiert werden oder von Personal aus Niedriglohnländern verrichtet werden.

Ein Überblick über die vier verschiedenen Optionen zum Outsourcing für Banken. (Quelle: zeb und Avaloq
Cloudbasierte SaaS- und BPaaS-Modelle

Bei den Software as a Service (SaaS) und Business Process as a Service (BPaaS) Modelle werden hochautomatisiertes Bündel aus Softwarelösungen und Prozessfunktionalitäten angeboten. So werden diese Optionen vor allem für Banken besonders interessant. Auch ist der Automatisierungseffekt extrem hoch, was wiederum einen positiven Effekt auf das Aufwands-Ertrags-Verhältnis hat.

Kein Erfolg ohne passende Business-Strategie

Es ist unbestreitbar, dass Banking as a Service, also cloudbasierte Banking-Funktionen von externen Providern, für Banken eine lukrative Option sind. So kann die Komplexität der Prozesse und der eigenen IT-Landschaft reduziert und Kosten eingespart werden. Doch diese Ergebnisse können nicht ohne eine passende Business-Strategie erreicht werden. Wer seine Strategie nicht an die Digitalisierung und die dadurch neu entstandenen Umstände anpasst, dem bringt alles Outsourcing nichts. Deswegen sollten sich Banken erst mit ihrer Business-strategie auseinandersetzen, bevor sie das Projekt Outsourcing angehen.

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Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel von Avalon.
Titelbild: iStock/  pixdeluxe



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