Studie: Die meisten Jobs sind sicher vor KI
Viele Menschen haben Angst, dass Künstliche Intelligenz (KI) ihnen ihre Arbeit wegnimmt. Eine Studie der Karriere-Plattform Indeed zeigt aber, dass die Sorge meist unbegründet ist. Ein einfacher Grund: die Präsenzpflicht in den meisten Berufen.
Einer Mitte September 2025 veröffentlichten Bitkom-Umfrage zufolge rechnen 20 Prozent der Unternehmen damit, dass KI Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben wird. 31 Prozent gehen davon aus, dass Künstliche Intelligenz ihnen dabei helfen wird, den Fachkräftemangel zu beheben. Sieben Prozent der Befragten rechnen wie Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst auch damit, dass KI neue Jobs schaffen wird.
Eine neue US-Studie der Karriere-Plattform Indeed, Tochtergesellschaft des japanischen HR-Riesen Recruit Holdings, lässt laut t3n aufatmen. Sie kommt zu dem Schluss, dass nur wenige Menschen durch KI arbeitslos werden könnten. Die KI-Transformation wird vielmehr bei den meisten Jobs eher moderat ausfallen.
KI verändert, nimmt aber keine Jobs weg
Gleichzeitig ist die Sorge vor Jobverlust durch KI nicht ganz unbegründet. So hat der deutsche Elektronikkonzern und Automobilzulieferer Bosch gerade erst angekündigt, bis 2030 insgesamt etwa 13.000 Stellen abzubauen. Ähnliche Ankündigungen kommen auch von Ford (unter anderem in Köln), der Commerzbank und Thyssenkrupp. Ein Drittel der Deutschen fürchtet daher laut einer YouGov-Umfrage und der Wochenzeitschrift Die Zeit, dass der zunehmende Einsatz von KI ihnen ihren Arbeitsplatz wegnehmen könnte.

Die Indeed-Studie mit dem Titel „AI at Work Report“ kommt aber zu einem anderen Ergebnis. Demnach wird generative KI Jobs eher verändern, als sie komplett zu ersetzen. Der „GenAI Skill Transformation Index“ des Indeed-Reports zeigt an, wie sehr sich GenAI bereits auf insgesamt 52 Berufsfelder in den USA zwischen Mai 2024 und April 2025 ausgewirkt hat.
Grundlage der Untersuchung waren die Sprachmodelle GPT-4.1 und Claude Sonnet 4. Im Schnitt sieht die Studie nur eine minimale Transformation mit keinem „GenAI Impact“, bei 12 Prozent aller Berufe eine assistierte Transformation mit GenAI-Unterstützung, bei 44 Prozent eine hybride Transformation, wobei GenAI, überwacht von Menschen, die Hauptarbeit trägt.
Dass GenAI vollständig übernimmt, ist kaum in Sicht
Eine vollständige Transformation mit völlig eigenständig arbeitender GenAI war im Untersuchungszeitraum nur in zwei Prozent aller Fälle festzustellen. Im Bereich Medien und Kommunikation lag der Anteil allerdings schon bei etwa acht Prozent, der höchste Wert von allen 52 Berufsbildern. Am wenigsten Einsatz findet GenAI in der Kinder- und Krankenpflege, im Baugewerbe, in Logistikberufen und in der Veterinärmedizin. Das sind alles Berufe, die eine physische Anwesenheit erfordern. Sie haben laut einer von t3n vorher zitierten Microsoft-Analyse auch am wenigsten zu befürchten, ihren Job an eine KI zu verlieren.
Am geringsten ist der Anteil der minimalen Auswirkungen bei der Software-Entwicklung und im Bereich Data & Analytics, gefolgt von Buchhaltung, dem Versicherungswesen, Immobilienmaklern, IT-Systemen und IT-Support sowie bei Banken mit jeweils 10 bis 12 Prozent. Bei Marketing und im Personalwesen (HR) liegt der Anteil geringer bis gar keiner Transformation bei 14 Prozent, im Rechtswesen und im Vertrieb bei 15 und 18 Prozent.
Die Beispiele zeigen, dass ausgerechnet IT-Fachkräfte, von denen viele an der Entwicklung von KI und GenAI mitgewirkt haben, eher um ihre Jobs fürchten müssten. Andererseits ist in den genannten Berufen die hybride Transformation laut dem GenAI-Index von Indeed am weitesten fortgeschritten. Das hat für die Unternehmen wiederum den Vorteil, dass sie sich weniger um Fachkräftemangel sorgen müssen und die von ihnen beschäftigten Spezialist:innen sich anderen Aufgaben widmen können, statt nur mit Routinearbeiten beschäftigt zu sein. Gleiches gilt der Indeed-Studie zufolge auch für administrative Tätigkeiten.
Quelle Titelbild: Unsplash / Markus Winkler

