Social Distancing: Ampelsysteme auf der Einkaufsmeile

16.07.2020, Autor / Redaktion: MBF Redaktion

Social Distancing erfordert, dass der Sicherheitsabstand im öffentlichen Leben eingehalten werden muss. Dies macht eine stetige Reglementierung und Beobachtung der Personenzahl in Geschäften und Läden nötig. Ampelsysteme sind die kreative Antwort auf dieses Erfordernis. Wir stellen Ihnen hier die smartesten Lösungen vor.

Ampeln sind für die Ordnung im Straßenverkehr seit jeher unverzichtbar. Das Rot-Gelb-Grün-System soll aufgrund der aktuellen Krise nun auch auf den Geschäftsbereich und den Einzelhandel umgemünzt werden.

Derzeit werden zwar viele Abstandsregeln wieder gelockert, es wird aber noch eine Weile dauern, bis wieder eine normale Situation einkehrt und das altbekannte Modell der „Sardinenbüchse“ ein Comeback feiert. Im Moment gilt in der Schweiz die Regel, dass Menschen zwei Meter Abstand voneinander einhalten sollten. In Deutschland sind es 1,50 Meter.

Entsprechend muss der Zugang geregelt werden, um nur eine gewisse Anzahl an Personen in einen Laden oder auch Büro eintreten zu lassen. Um dieses Smart Distancing durchzusetzen, haben einige ITK-Anbieter Ampellösungen entwickelt, die klare Signale setzen, ob der Eintritt in ein Geschäft möglich ist.

Mehrwert für den Handel

Aktuell werden in vielen Unternehmen noch Mitarbeiter für die Zugangskontrolle eingeteilt. Mit einer intelligenten Ampellösung für mehr Sicherheit, würde sich diese Aufgabe für das Personal erübrigen. So amortisieren sich die Kosten für die elektronische Tür-Lösung durchschnittlich bereits innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen. Die Angestellten können sich wieder ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden, während das Ampelsystem für die Sicherheit sorgt.

 

Die Vorteile eines solchen Systems bleiben auch über die Pandemie hinaus weiter bestehen. Denn Geschäftsinhaber messen mit einer Ampellösung exakt die Besucherströme in ihrem Laden: Die zugehörige Software zeigt die Auslastung aufgeschlüsselt nach Zeiten und Wochentagen an. Statt auf das Bauchgefühl zu vertrauen, belegen belastbare Zahlen, wie viel Personal zu welcher Zeit nötig ist und wann der beste Moment ist, um neue Ware auszupacken, Regale aufzufüllen oder das Kühlhaus zu reinigen. 

Kreative Laden-Ampeln

Einen kreativen Ansatz für ein geschäftliches Ampelsystem lieferte die Deutsche Telekom. Die Zutrittsampel bedient sich des Internets der Dinge (IoT) und funktioniert nachfolgendem System: Betritt oder verlässt ein Kunde den Geschäftsraum, zählt die Ampel mit. Ist die maximale Besucherzahl erreicht, schaltet sie auf Rot. In dem Fall, dass ein Kunde trotz rotem Ampelschirm den Laden betritt, ertönt ein Ton, der einen Mitarbeit über das Smartphone informiert.

Im Geschäftsraum selbst erleichtert die Lösung die Einhaltung der Abstandsregeln dank des limitierten Zutritts. So muss der Inhaber dafür kein zusätzliches Personal beschäftigen.

Die Lichtschranke des Ampelsystems sorgt für die Einhaltung der Abstand- und Sicherheitsauflagen, ohne zusätzlichen Einsatz von Personal. (Quelle: Deutsche Telekom)

 

Conrad Electronic arbeitet eine Lösung nach ähnlichem Prinzip aus: Conrad Connect, ein Anbieter einer IoT-Projektplattform, und Smart City Solutions, ein IoT-Start-up aus Karlsruhe, haben gemeinsam den digitalen Pförtner entwickelt. Über Sensoren an den Ein- und Ausgängen misst er präzise in Echtzeit, wie viele Personen sich im Geschäft gerade aufhalten. Und verwehrt, wenn nötig, den Einlass.

Auch KAEMI hat einen smarten digitalen Türsteher konzipiert. In dem Fall handelt es sich um eine Video-Cloud-Lösung, die auf der Technologie von Cisco Meraki sowie der Smart Integration Plattform Bizmate V-App beruht. 

 

Fazit

Für jetzt bietet das Ampelsystem eine sicherere Alternative um die aktuellen Auflagen des Social Distancings ordnungsgemäß einzuhalten, aber auch über die Krisenzeit hinaus, könnten solche Systeme langfristige Vorteile für den Einzelhandel bieten.

Source cover image: iStock / tupungato



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