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Technik für Senioren: Mehr Freiheit im Alter?

11.12.2019,  Autor / Redaktion: MBF-Redaktion

Die Zahl an pflegebedürftige Senioren in Deutschland lag Ende 2017 bei 3,4 Millionen und steigt seit dem stetig an. Viele von ihnen sind erheblich in ihrer Freiheit eingeschränkt und können nicht mehr ohne Betreuung leben. Neue Technik tragen dazu bei, dass Senioren auch im hohen Alter noch selbständig zurecht kommen. Hinter modernen Technologien verbürgen sich jedoch auch Gefahren. 

Aus den eigenen vier Wänden ausziehen weil die Pflege zu Hause nicht mehr gewährleistet werden kann. Das ist für viele Senioren in Deutschland Normalität. Nicht wenige empfinden dies als große Einschränkung ihrer Lebensqualität und würden es vorziehen ihre restlichen Tage nicht in einem Pflegeheim zu verbringen. Die Digitalisierung kann hier helfen: Mit moderner Pflegetechnik können mittlerweile viele Assistenztätigkeiten des Alltags zu Hause übernommen werden und so zu einer verlängerten Zeit im vertrauten Heim verhelfen. Die moderne Technik bewegt sich jedoch oft auf einem schmalen Grat zwischen der Hilfe im Alltag und ausufernder Überwachung. 

 

Technik, die auf Schritt und Tritt verfolgt

 

Die Bandbreite an Technik, die das Ziel verfolgt Senioren im Alltag zu helfen, ist groß. Für nahezu jede Alltagsproblematik bieten Unternehmen mittlerweile Produkte an, die die Aufgaben komplett übernehmen oder dabei als helfende Hand zur Seite stehen. Das große Marktpotential ist mittlerweile durchaus bekannt. Zum Beispiel können Angehörige via Apps wichtige Informationen zum Zustand des Seniors erfahren und sich so vergewissern, das alles in Ordnung ist. Woher kommen die Informationen? Eine Möglichkeit wäre der Einsatz von Kameras in der Wohnung. Eine schwierige Situation, da die Privatsphäre somit regelrecht komplett verloren gehen würde. Daher verzichten die meisten Anbieter von Gesundheitstechniken auf dieses Tool und setzten auf einfache Informationsquellen wie Infrarotsensoren. Der Anbieter Care Predict setzt zum Beispiel auf eine Mischung aus in der Wohnung installierten Infrarotsensoren und an der Person befestigte Sensoren. Diese sammeln zu jeder Zeit Informationen wie ob die überwachte Person gut schläft, aktiv ist, sich wäscht oder isst. Das besondere daran ist, dass die App nach gewisser Zeit die normalen Routinen der Personen erkennt und so auf Abweichungen reagiert. Bleibt die Person beispielsweise vergleichsweise lange im Bett, werden die Angehörigen benachrichtigt. 

Denken Sie an Ihren Arzttermin!

 

Einen anderen Weg schlägt das Unternehmen Electronic Caregiver ein. Dieses setzt auf eine virtuelle Pflegehelferin. Diese soll Senioren in verschiedenen Bereichen des Alltags zur Seite stehen. Bei ihr können sich Nutzer dann beispielsweise nach dem nächsten Arzttermin oder der Einnahme der Medikamente erkundigen. Außerdem lässt sich die virtuelle Pflegehelferin mit anderen Geräten verbinden, so dass sich zahlreiche Gesundheitsparameter wie der Blutzucker, der Blutdruck und die Körpertemperatur ermitteln lassen. Passiert ein Unfall, können über Sprachsteuerung der Notdienst und die Angehörigen benachrichtigt werden. Dafür muss der Senior einfach „Hilfe“ rufen. Auch der Arzneimittelroboter von Black+Decker soll den Alltag vereinfachen. Er kann bis zu 28 Medikamentendosen aufnehmen. Mit Hilfe einer App wird dann eingestellt, welche Pille wann und wie oft eingenommen werden soll. Zum eingestellten Zeitpunkt fallen die Kapseln dann in einen Becher, den der ältere Mensch nehmen, leeren und wieder unter den Auslass stellen muss. Wird dies nicht getan, erinnert der Roboter in regelmäßigen Abständen an die Einnahme.  Reagiert der Patient weiterhin nicht werden der Arzt und die Verwandten alarmiert. 

 

So lässt es sich als Senioren leben

 

Manche Unternehmen verfolgen auch das Ziel die Lebensqualität von Senioren zu verbessern, indem sie ihnen ermöglichen wieder einfacher am Leben teilnehmen zu können. Zum Beispiel existieren bereits Hörgeräte, die Geräusche in der Umgebung ausblenden können und darüber hinaus Musik und Radio abspielen. Oder Computerprogramme, die es ermöglichen von Enkeln oder Kindern Bilder zu empfangen und automatisch auf den Fernseher zeigen. Denn wie wichtig ist es die Familie um sich zu haben und im Leben seiner Enkelkinder teilzunehmen, obwohl diese möglicherweise weit weg wohnen. So gesehen kann Technik hier besonders große Hilfe und Freude im Alltag leisten, wenn diese das richtige Maß an Überwachung beachtet. 

 

Quelle Titelbild: iStock / miram-doerr



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