Rabbe - Epson macht immer noch gut „Druck“ und blickt positiv in die Zukunft
09.02.2024

Epson-Strategie 2026: Nachhaltigkeit, EcoTank, 3D-Druck

5 Min. Lesezeit

Aktualisiert am 11. Mai 2026 · Ursprünglich veröffentlicht 9. Februar 2024

Beim Epson-Neujahrs-Presseempfang Anfang 2024 löst Michael Rabbe nach 20 Jahren Henning Ohlsson als Deutschlandchef ab. Die Seiko-Tochter zeigt sich beim Generationswechsel betont kontinuierlich: 100 Prozent Erneuerbare in Büros und Fabriken weltweit seit 2023, das Ziel einer CO2-negativen Bilanz bis 2050 und ein Druckergeschäft, das sich vom Patronen-Modell verabschiedet, sind die drei Pfeiler der nächsten Jahre.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wechsel: Michael Rabbe (15 Jahre Epson-Veteran) übernimmt die Deutschlandverantwortung von Henning Ohlsson und setzt auf Kontinuität bei Nachhaltigkeit und Produktstrategie.
  • Klima: Epson hat 2023 weltweit alle Büro- und Fabrikgebäude auf 100 Prozent erneuerbare Energien umgestellt. Bis 2050 soll der Konzern CO2-negativ werden.
  • Druckergeschäft: EcoTank-Drucker mit nachfüllbaren Tinten verdrängen Patronengeräte. Aldi Süd-Aktion Anfang 2024 markiert den B2C-Durchbruch, HP und Canon ziehen mit eigenen Modellen nach.
  • B2B-Pfeiler: Projektoren bleiben strategisch wichtig, vor allem im Bildungs- und Konferenzgeschäft. Die Differenzierung zu LED-Wänden ist Preispunkt und Helligkeit pro Quadratmeter.

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Generationswechsel mit Kontinuität

Der Epson-Neujahrs-Presseempfang hat in Deutschland Tradition. Erstmals seit 20 Jahren fand er ohne Henning Ohlsson statt, der in den Ruhestand gegangen ist und Anfang Januar 2024 den Staffelstab an Michael Rabbe übergeben hat. Rabbe ist seit 15 Jahren im Unternehmen und betont, er könne Ohlsson beim Thema Nachhaltigkeit nicht das Wasser reichen, stehe aber für Kontinuität und baue darauf auf.

Für Geschäftskunden heißt das: keine Strategie-Brüche bei Service-Verträgen, Channel-Politik und Bildungs-Programmen. Wer mit Epson eine Roadmap für Druckerflotten oder Projektor-Bestände abgestimmt hat, kann davon ausgehen, dass die Grundlinien stabil bleiben.

Nachhaltigkeit als Strategie-Pfeiler

Stolz verweist Rabbe darauf, dass Epson 2023 das Vorhaben umgesetzt hat, nicht nur die Büro-, sondern auch die Fabrikgebäude weltweit zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. Erklärtes Ziel bis 2050 ist es, nicht nur klimaneutral, sondern CO2-negativ zu werden. Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass dazu auch die langen Transportwege ehrlich bilanziert werden müssen – das Scope-3-Thema bleibt Hausaufgabe der Branche.

Für Beschaffung und CSRD-relevante Lieferantenbewertungen im Mittelstand ist Epson damit ein Lieferant mit belastbaren Nachhaltigkeits-KPIs. Wer Drucker- oder Projektor-Beschaffung mit Sustainability-Zielen abgleichen muss, hat hier ein konkretes Argument.

EcoTank: Jeder zweite B2C-Drucker schon nachfüllbar

Nach einem Versuchsballon im Vorjahr hat Epson Anfang Januar 2024 mit einer Verkaufsaktion seiner EcoTank-Drucker bei Aldi Süd überrascht. Das Geschäft mit diesen nachfüllbaren Tintenstrahldruckern im B2C-Bereich entwickelt sich sehr gut, so Rabbe. Traditionelle 69-Euro-Geräte, deren Patronenkosten den Geräteneukauf schnell übersteigen, sind nicht mehr zukunftsfähig. Mit HP und Canon sind zwei starke Mitbewerber auf den Zug gesprungen – ein Indiz, dass das nachfüllbare Modell den Massenmarkt erreicht hat.

Im Mittelstand und Home-Office heißt das: Beschaffungs-Strategien für Druckerflotten sollten EcoTank-Modelle gegen klassische Patronenmodelle in einer ehrlichen TCO-Rechnung gegenüberstellen, inklusive Druckvolumen, Entsorgungskosten und Servicepauschalen.

Projektor-Geschäft: B2B-Anker mit LED-Konkurrenz

Trotz LED-Wand-Boom hält Epson am Projektorengeschäft fest. Im professionellen Umfeld (Auditorien, Konferenzräume, Bildung) bleibt der Preispunkt pro Lumen bei Projektion günstiger, vor allem auf großen Flächen. Rabbe verweist auf das gut laufende Geschäft mit Laser-Projektoren, die Wartung und Lampenwechsel überflüssig machen.

Für IT-Verantwortliche in Unternehmen und öffentlichen Trägern wird die Wahl LED-Wand vs. Laser-Projektor zur klassischen Kosten-Nutzen-Rechnung, abhängig von Raumgröße, Umgebungshelligkeit und Service-Modell.

Was IT- und Beschaffungs-Verantwortliche jetzt mitnehmen sollten

Erstens: bei der nächsten Druckerflotten-Refresh-Runde EcoTank-Modelle in die Auswahl nehmen – auch im B2B-Kontext, nicht nur im SOHO-Segment. Zweitens: Nachhaltigkeits-KPIs für Lieferantenbewertung mit den Epson-Werten abgleichen, falls CSRD oder Eigenstandards Reporting verlangen. Drittens: für AV-Beschaffungen in Bildung und Großraum-Konferenzen eine ehrliche TCO-Rechnung Projektor vs. LED-Wand führen, statt automatisch zur LED-Wand zu greifen.

Häufige Fragen

Wer ist Michael Rabbe und was ändert sich an der Epson-Strategie?

Rabbe ist seit 15 Jahren bei Epson und verantwortet seit Januar 2024 das Deutschlandgeschäft. Er führt die Linie seines Vorgängers Henning Ohlsson fort, vor allem in den Themen Nachhaltigkeit, EcoTank-Druckerstrategie und Projektorgeschäft.

Ist Epson wirklich vollständig auf Erneuerbare umgestellt?

Laut eigenen Angaben sind seit 2023 alle Büro- und Fabrikgebäude weltweit zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom versorgt. Das schließt Scope-3-Emissionen aus Logistik und Lieferkette nicht ein, dort liegt der nächste Hebel bis zum 2050-Ziel.

Wie unterscheidet sich EcoTank von klassischen Patronenmodellen?

EcoTank-Drucker arbeiten mit nachfüllbaren Tintenbehältern statt Einwegpatronen. Die Anschaffung ist teurer, der Druckpreis pro Seite aber deutlich geringer. Im Dauerbetrieb amortisiert sich der Aufpreis je nach Druckvolumen typischerweise innerhalb von 12 bis 24 Monaten.

Warum hält Epson trotz LED-Trend am Projektor fest?

Projektoren bleiben pro Lumen günstiger und sind in mittelgroßen bis großen Räumen flexibler. Laser-Modelle reduzieren Wartungsaufwand. Für Bildungs- und Konferenzkunden bleibt das die wirtschaftlich attraktivere Lösung, solange Umgebungshelligkeit beherrschbar ist.

Was bedeutet das für mittelständische Druckerflotten?

EcoTank-Modelle gehören in die Refresh-Shortlist, auch im B2B. Bei der Auswahl zählen Druckvolumen, Service-Modell und Nachhaltigkeits-Reporting, nicht nur der Anschaffungspreis.

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Bildquelle: Epson Deutschland

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