Schaufeln IT-Fachkräfte ihr eigenes KI-Job-Grab?
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Künstliche Intelligenz kommt in vielen Berufen disruptiv daher. Um ihre Jobs bangen müssen ausgerechnet auch IT-Fachkräfte, die durch ihre Arbeit selbst zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Welche Auswirkungen KI auf den Arbeitsmarkt im Bereich IT wirklich haben könnte, zeigt eine aktuelle Bitkom-Umfrage.
Das Wichtigste in Kürze
- 15% erwarten Stellenabbau
- 20% sehen KI als Lösung
- 38% erwarten Bedarfserhöhung
- 34% erwarten neue Berufsbilder
- 44% erwarten Produktivitätssteigerung
Einfache Programmieraufgaben übernehmen heute bereits KI-Sprachmodelle. Das könnte dazu führen, dass zukünftig viele der gut bezahlten IT-Jobs wegfallen. Damit stellt sich tatsächlich die Frage, ob IT-Fachkräfte ihr eigenes KI-Grab geschaufelt haben. Eine Bitkom-Umfrage unter 852 Unternehmen mit mehr als drei Beschäftigten scheint das zu bestätigen. Demnach gehen 15 Prozent der Unternehmen davon aus, dass es durch den Einsatz von KI bei ihnen zu einem Stellenabbau bei IT-Fachkräften kommt.
20 Prozent erwarten allerdings, dass KI Stellen ersetzen wird, für die sich keine geeigneten Kandidat:innen finden. Und 38 Prozent rechnen sogar damit, dass sich durch KI der Bedarf an IT-Fachkräften im eigenen Unternehmen erhöht.
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sieht die Entwicklung daher eher positiv: „Angesichts des strukturellen Fachkräftemangels und der absehbaren demographischen Entwicklung ist KI keine Bedrohung für den Arbeitsmarkt in der IT. KI ist eine Chance, die Fachkräftelücke zumindest teilweise zu schließen. Dadurch können IT-Projekte und -Aufgaben in Deutschland umgesetzt und gehalten werden, für die es ansonsten hierzulande keine Kapazitäten geben würde.“
KI nimmt und schafft Jobs für IT-Fachkräfte
Ein Drittel (34 Prozent) der Befragten rechnet damit, dass KI neue Berufsbilder in der IT schaffen wird. Als Beispiele nennt Bitkom den KI-Trainer oder Prompt Engineer. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Befragten gehen aber auch davon aus, dass einzelne IT-Berufe weitgehend durch KI ersetzt und verschwinden werden.
Knapp ein Fünftel (18 Prozent) der Befragten denkt, dass für IT-Fachkräfte ohne KI-Wissen bald kaum noch Nachfrage bestehen wird. 44 Prozent von ihnen erwarten, dass KI die Produktivität in der IT erhöhen wird, weil sie die Beschäftigten von Routineaufgaben entlastet.
Wie die Bitkom-Umfrage zeigt, werden IT-Fachkräfte trotz oder wegen KI auch weiterhin gebraucht. Wer sich aber der Technologie verweigert oder es versäumt, sich kontinuierlich weiterzubilden, wird es schwer haben, als IT-Fachkraft in der neuen KI-Welt zu bestehen.
Häufige Fragen
Werden IT-Jobs durch KI ersetzt?
15 Prozent der Unternehmen erwarten einen Stellenabbau bei IT-Fachkräften durch den Einsatz von KI. Allerdings erwarten 38 Prozent auch eine Erhöhung des Bedarfs an IT-Fachkräften.
Kann KI den Fachkräftemangel lindern?
Ja, laut Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst kann KI die Fachkräftelücke zumindest teilweise schließen und somit IT-Projekte und -Aufgaben in Deutschland umsetzen und halten.
Welche neuen Berufsbilder entstehen durch KI?
Ein Drittel der Befragten rechnet damit, dass KI neue Berufsbilder in der IT schaffen wird, wie zum Beispiel den KI-Trainer oder Prompt Engineer.
Wie wichtig ist KI-Wissen für IT-Fachkräfte?
Knapp ein Fünftel der Befragten denkt, dass für IT-Fachkräfte ohne KI-Wissen bald kaum noch Nachfrage bestehen wird, da KI die Produktivität in der IT erhöhen wird.
Wie können IT-Fachkräfte sich an die KI-Welt anpassen?
Um in der neuen KI-Welt zu bestehen, sollten sich IT-Fachkräfte kontinuierlich weiterbilden und sich der Technologie nicht verweigern, da KI die Beschäftigten von Routineaufgaben entlasten wird.
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Quelle Titelbild: Unsplash / Fatos Bytyqi

