6G
16.02.2025

Neuer 6G-Rekord stellt 5G weit in den Schatten

Die kommerzielle Einführung von 6G wird zwar noch fünf Jahre dauern, aber die Forschung und Entwicklung läuft bereits auf Hochtouren. Der neue Geschwindigkeitsrekord liegt bei 938 Gigabit pro Sekunde, mehr als das 3.000-fache von 5G im Download.

 

Zwischen Theorie und Praxis liegen oft Welten. Theoretisch sind mit dem kurz 5G genannten Mobilfunk der 5. Generation Spitzengeschwindigkeiten von zehn Gigabit pro Sekunde möglich, praktisch sind es im Download 100 bis 300 Megabit pro Sekunde.

 

Was die Nachfolgegeneration 6G betrifft, ist Forschenden des University College London (UCL) jetzt eine vorübergehende Rekordgeschwindigkeit von 938 Gigabit pro Sekunde gelungen. Mit einem 6G-Smartphone und einem entsprechend hochgerüsteten Mobilfunknetz könnte man so 20 zweistündige Netflix-Filme pro Sekunde herunterladen  – theoretisch zumindest, wie t3n schreibt.

 

Praktisch wird 6G voraussichtlich zwar um ein Vielfaches schneller als 5G sein, so hohe Download-Geschwindigkeiten dürften aber eher unrealistisch bleiben – allein, weil die Empfangshardware in den Smartphones nicht mitspielt. Die erlaubten Frequenzen täten ihr Übriges.

 

Neue Ansätze führen zu Rekordergebnis

Was in London zum Durchbruch führte, war das Überschreiten der auf sechs Gigahertz begrenzten Frequenzen, wie sie in 5G-Netzen üblich und erlaubt sind. Stattdessen haben die Wissenschaftler:innen den ganzen Bereich von 150 Gigahertz ausgenutzt, um auf die Rekordgeschwindigkeit von fast 1 Terabit pro Sekunde zu kommen.

 

Tatsächlich waren bei dem Rekord Radiowellen und Laser im Einsatz. Letztere würden für die Übertragung per Licht wohl kaum in ein handelsübliches Mobiltelefon passen.

 

Die Aufteilung der Signale über verschiedene Frequenzbereiche im 6G-Verkehr ist für Zhixin Liu vom University College London vergleichbar mit einer zehnspurigen Autobahn gegenüber einer verstopften Landstraße mit 5G, wo sich in einer gewissen Zeit weit weniger bewegt.

 

Dr. Liu ist als führendes IEEE-Mitglied und Professor für Optische Signalverarbeitung maßgeblich an der Entwicklung von 6G beteiligt und zusammen mit Kolleg:innen schon im Gespräch mit Smartphone-Herstellern und Netzbetreibern, um ihre Technologie zur Grundlage für 6G-Netze zu machen. Er räumt aber ein, dass es eine Reihe ähnlicher Ansätze gibt.

 

Bis zur kommerziellen Einführung von 6G werden auch noch vier bis fünf Jahre vergehen. Das heißt, dass die meisten sich bis dahin immer noch auf der „verstopften“ 5G-Landstraße sehen werden, obwohl sich auch in der aktuellen Mobilfunkgeneration schon viel getan hat, um Geschwindigkeit und Netzabdeckung zu verbessern.

 

Quelle Titelbild: Unsplash / Joshua Sortino