ISG Sourcing Industry Conference 2017 in London.

ISG: Outsourcing wird Leitgedanke für die Digitalisierung 2018

07. November 2017, Autor / Redaktion: ISG /  Lenz Nölkel

Die „ISG EMEA Sourcing Industry Conference 2017“ bietet Unternehmen jedes Jahr Top-Einblicke, in die neuen Trends, Standards und Maßstäbe der Digitalisierung. Welche Trends Sie 2018 erwarten und warum vor allem das Outsourcing strategischer Themen Ihr nächstes „must have“ wird, lesen Sie hier.

„Scale – Innovate – Collaborate“ – unter diesem Leitspruch fand die diesjährige ISG EMEA SIC für Top-Manager aus Vertrieb, Marketing und Beratung vom 6. bis 7. November 2017 in London statt. Hierbei steht vor allem der Blick in die digitale Zukunft im Vordergrund: Verstehen, wie moderne Unternehmen bereits in neue digitale Technologien investieren und zugleich die Services entwickeln, die den Markt entscheidend verändern werden.

 

Die Eckdaten der Digitalisierung sind den meisten Unternehmen hierbei zumeist bekannt – man spricht von Technologien wie Big Data, Künstliche Intelligenz, Internet of Things und Co. Vermehrt klärt sich aber auch der Nebel rund um die Implementierung solcher Technologien und die strategische Umsetzung. Der Weg der Digitalisierung zeichnet sich ab und scheint in Richtung „Outsourcing“ zu gehen – ganze Abteilungen spezialisieren sich auf neue Themengebiete, Tochterunternehmen werden gegründet, das eigene Portfolio wird diversifiziert oder es werden externe Dienstleister hinzugezogen.

 

Ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang: Bosch kennen Sie für Maschinen, Zubehör und Bohrer. Aber wussten Sie, dass Bosch vor einiger Zeit ausgelagerte Abteilungen gegründet hat, die sich beispielsweise mit der Entwicklung von Apps oder autonomen Fahrzeugen beschäftigen? 

Digitalisierung heißt das Ziel, Outsourcing der Weg

Das Stichwort heißt Everything-as-a-service – von Hardware, über Software, die künftig aus der Cloud als Abomodell kommen wird, bis hin zu datenaufwändigeren Themen wie Künstliche Intelligenz, Analytics und Prozessautomatisierung. Es wird klar, damit verändern sich die Prozesse in allen Branchen. Der Clou: Immer mehr Bestandteile der hauseigenen Firmenprozesse werden in Form von abonnierten Dienstleistungen gehandelt.

Was auf der EMEA SIC vermittelt wurde, wird das Verständnis von Geschäftsprozessen voraussichtlich in jeder Branche verändern. Alles wird zum Service, immer mehr kann ausgelagert flexibel und skalierbar hinzugebucht werden – zu jeder Zeit und in jeder Größenordnung.

Anders formuliert bedeutet das auch: Immer mehr Prozesse, Technologien und Services entlang der Supply Chain eines Unternehmens werden in Zukunft Outsourcing-fähig. Auf diese Weise wächst die Supply Chain eines Unternehmens drastisch zusammen. Reaktionszeiten verkürzen sich immens, Kosten für Lagerhaltung und Produktion schwinden, Abteilungen übernehmen immer erfolgreicher Aufgaben anderer Abteilungen. 

 

Interessant ist, dass einzelne Technologien keine entscheidende Rolle spielen, sondern die Ressourcenverwaltung eines Unternehmens komplett neu gesteuert werden muss. 

 

In diesem Zusammenhang setzte auch Steve Hall, ISG-Partner Digital Advisory Services, auf der EMEA SIC an und gab den Service-Providern richtungsweisende Worte mit auf den Weg.

 

Anbieter müssen sich schnell auf IaaS-, SaaS-, IoT-, Automatisierungs- und AI-Ansätze konzentrieren, um der wachsenden Nachfrage europäischer Unternehmen gerecht zu werden“. 

 

Ein disruptives Unternehmen existiert bisweilen „nur auf dem Papier“

Unternehmen sind demnach bestrebt, IT- und Geschäftsprozesse stärker zu automatisieren. Nach Angaben von ISG Research erwartet fast die Hälfte der Unternehmen bis 2019 eine Lösung zur Prozessautomatisierung. Hier ist demnach nicht mehr einfach nur von einem „Trend“ per se zu sprechen, sondern von einer Erwartungshaltung die erfüllt werden muss. 

 

In diesem Zusammenhang geben die Analysten von ISG klar vor, dass sich Serviceprovider auf eine erhöhte Outsourcing-Nachfrage einstimmen müssen – etwa für die Automation von Robotern und Produktion.

 

Denn letztendlich, und jetzt blicken wir etwa 2 bis 5 Jahre in die Zukunft, wird Outsourcing die gesamte Supply Chain der deutschen Unternehmen und speziell des Mittelstands verändern. Outsourcing könnte hier die gesamte Unternehmenslandschaft verändern, weg von materiell geprägten und hin zu service-orientierten Geschäftsmodellen.

 

Airbnb hat das bereits vorgemacht und hat alleine im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht. Wie? Als eine der erfolgreichsten „Hotelketten“, ohne eine einzige Immobilie zu besitzen. Die Immobilien werden vielmehr als ausgelagerter Service von Privatpersonen bei Bedarf hinzugebucht. 

 

Oder denken Sie an Apple. Man möchte meinen, das iPhone und Co. haben sich in den vergangenen Jahren zu Vehikeln für Services entwickelt. So hat der jährliche Umsatz für Services  laut Statista mittlerweile die Umsätze von Mac und iPad überholt.

iCloud, AppleTV, iOS, App Store – das Haus aus Cupertino bietet Plattformen für den Vertrieb von Services und verdient daran. Der nächste Schritt könnte eine Augmented Reality Plattform sein, die bis 2020 für Endkunden wie Geschäftskunden gedacht ist, berichtet etwa das Magazin Ubergizmo.de.

 

Die IT wird hier zum Tool für die strategische Weiterentwicklung von Unternehmen. Alles wird zum Service, der das Kerngeschäft – und die entsprechend durchsetzungsfähigen Manager – in jeder Lage und bei jedem Thema unterstützt. 

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Ein Beispiel aus Deutschland: Gerade in der Beratung wird das Thema „Services“ zunehmend durchgesetzt. Kommunikationshäuser wie die Münchner Evernine Group bieten mittlerweile Strategien und Konzepte, um einzelne Abteilungen wie Marketing und Vertrieb digital auslagern zu können – je nach Bedarf werden hier die Services von Programmierung, über Webshop und Advertising, bis hin zur Erstellung eigener Firmenmagazine bezogen.

Volkswagen, Microsoft & Co.: die Keynotes der EMEA SIC 2017

Outsourcing wird jeden Bereich in Unternehmen betreffen, jede Abteilung und jedes Glied entlang der Supply Chain. Das wurde zumindest auf der EMEA SIC deutlich. Führungskräfte kleiner wie internationaler Unternehmen waren auf der Konferenz als Redner vor Ort und zeigten in strategischen Gesprächsrunden wie der Service-Ansatz zu verstehen ist. Unter anderem waren Volkswagen, Trustlight, DLA Piper, Evernine und Microsoft vertreten – um ein paar Namen zu nennen.

Ein Paradebeispiel für Business Process Outsourcing bot die Münchner Kommunikationsberatung Evernine Group auf der EMEA SIC Conference. Das Unternehmen zeigte, wie sich digitales Marketing und Vertrieb vollständig outsourcen lassen. Der Ansatz nennt sich Qualified Lead-Marketing – weitere Informationen erhalten Sie hier. (Quelle: Facebook)

Neben den allgemeinen Vorträgen und Podiumsdiskussionen der Sitzungen umfasste die zweitägige Veranstaltung fünf Diskussionsgruppen unter der Leitung von ISG-Beratern, die sich mit Trends und Kundenverhalten in europäischen Subregionen befassten. Vier vertiefende Workshops zu Themen wie fortgeschrittene Analytics, kognitives Rechnen, Outsourcing und Automatisierung standen im Fokus der Konferenz.

 

Auf MyBusinessFuture erhalten Sie zeitnah einen tieferen Einblick zu den Themen der Keynotes.

Quelle Titelbild: Evernine Group



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