Handel: Die drei wichtigsten Trends im Jahr 2019

14. Februar 2019, Redaktion: MyBusinessFuture

Die Konsumgüterindustrie befindet sich weiterhin in einer erheblichen Umbruchphase, und das Tempo des Wandels zeigt auch für das Jahr 2019 keine Anzeichen einer Verlangsamung.

 

Hier sind drei Trends, die dieses Jahr dominieren werden:

1. So wenig denken wie möglich

Bequemlichkeit ist wichtig. Aber was wir darunter verstehen, verändert sich immer mehr. Vorbei sind die Zeiten, in denen Komfort immer „schnell und einfach“ bedeutete. Heutzutage ist unser Verständnis von Komfort viel facettenreicher und zudem kontextabhängig geworden. So geht es manchmal nur darum, etwas ohne große Mühe und Aufwand zu bekommen („Lass mich nicht denken!“), und das andere Mal wieder mehr um Präzision („Gib mir genau, was ich brauche!“).

 

Nehmen wir als Beispiel Amazon Go. Dieses Shop-Konzept hat die Konsumgüterindustrie im digitalen Zeitalter neu definiert. Amazons innovative Technologie und Datenbasis machen nicht nur das Einkaufserlebnis im Geschäft unkompliziert und einfach, sondern helfen dem Unternehmen auch bei der Feinabstimmung der Sortimente. So kann ohne zeitintensiven Aufwand genau bestimmt werden, welche Produkte an welchen Standorten am meisten nachgefragt werden. Und es gibt immer mehr Arten, wie Marken ihren Verbrauchern helfen können, die Komplexität des Alltags zu reduzieren und so die Verbraucherfreundlichkeit an neue Orte zu bringen.

2. Relevanz und Anteilnahme ist die neue Loyalität

Die heutigen digital getriebenen Konsumenten bewerten und evaluieren ihre Kaufentscheidungen ständig neu. Relevanz wird zum wichtigsten Unterscheidungsmerkmal der Marke und für Verbraucher ist es heute ein leichtes, sich an allen Aspekten der Marke zu beteiligen und so dessen Relevanz zu bewerten.

 

Relevanz und Publikumsbeteiligung sind heute die Treiber der Konsumentenbindung. Und Marken erfüllen den Wunsch der Konsumenten sich zu beteiligen, indem sie diese in den Mittelpunkt ihres Unternehmens stellen. Die Verbraucher wollen nicht nur intensiv in Produkten, Dienstleistungen und Erfahrungen einer Marke involviert sein – sie erwarten es immer mehr.

Netflix zum Beispiel plant sogar in Zukunft ihren Zuschauern die Wahl ihrer eigenen Handlungen für ihre Lieblingsserien zu überlassen (Beispiel – Black Mirror: Bandersnatch). Von der Einreichung von Ideen und Crowdfunding-Innovationen über die Erprobung neuer Produkte bis hin zum Kunden-Feedback gibt es viele clevere Wege, um ein authentisches und „liebenswertes“ Markenerlebnis zu schaffen.

 

Diese Bemühungen verwischen die Grenze zwischen Unternehmen und Konsumenten, so dass die Kunden das Gefühl haben, dass sie zunehmend „Eigentum“ an den Marken haben, die sie lieben. Und es bieten sich Möglichkeiten, diese Eigenverantwortung an jedem Punkt der Wertschöpfungskette zum Ausdruck zu bringen, sei es durch neue Produktideen, das Einbeziehen neuer Konsumenten etc. Die Verbraucher übernehmen die Kontrolle. Im Jahr 2019 sitzen sie am Steuer.

3. Bewusster Konsum

Ein kultureller Wandel hat Nachhaltigkeit zu einem zentralen und persönlichen Thema gemacht. Die Verbraucher sind immer mehr der Meinung, dass sie wirklich etwas bewegen können, und so entscheiden sie sich gewissenhaft bei Unternehmen zu kaufen, die für mehr stehen als ihre Produkte und ihre eigenen Werte und Überzeugungen widerspiegeln.

 

Marken haben eine enorme Chance, sich neu zu erfinden und zu reagieren, indem sie die Konsumenten direkt in den Mittelpunkt ihrer Lieferkette stellen. Denken Sie daran, wie Verpackungen durch neue Technologien verändert werden. Ob es darum geht, kompostierbare Milchflaschen aus einem natürlich vorkommenden Biopolymer herzustellen oder innovative Metallbehälter zu entwickeln, die hunderte Male wiederverwendet werden können. Es entstehen Lösungen, die Marken helfen können, nachhaltigere und natürlichere Produkte zu entwickeln.

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In diesem Jahr beginnen die Unternehmen wirklich, nicht nur auf die Herstellung und den Verkauf zu achten, sondern sich auch Gedanken darüber zu machen, wie sich ihre Produktlebenszyklen in der Kreislaufwirtschaft entwickeln.

Quelle: Titelbild: iStock/sapfirr



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