Quantencomputer
15.02.2025

BMW setzt auf Quantencomputing für Simulationstests und Co.

Die BMW Group beschäftigt sich nach eigenen Aussagen seit 2017 mit den Potenzialen, die Quantencomputing bietet und sieht das Thema strategisch. Im Zusammenspiel mit KI soll die Technologie noch mehr Potenziale entfalten.

 

Ein Video von BMW zeigt, wie Quantencomputing helfen kann, Windkanaltests für mehrere Fahrzeugmodelle gleichzeitig zu simulieren. Diese müssen sonst einzeln durchgeführt werden, was sehr aufwändig ist. Die Unternehmensgruppe hat 2017 schon ein Team von Expertinnen und Experten für die „vielversprechende Technologie“ aufgestellt, das seitdem ständig daran arbeitet, das Verständnis für Quantencomputing und für seine Potenziale zu erweitern, heißt es in einer Pressemitteilung von Anfang Februar 2025.

 

BMW setzt auf viel schnellere Problemlösungen

Demnach ermöglicht es Quantencomputing, bestimmte Problemstellungen oder Aufgaben experimentell sehr viel schneller zu lösen, als klassische Computer es könnten. Für industrierelevante Probleme sind Quantencomputer laut BMW noch nicht im Einsatz, aber mögliche Anwendungsbereiche der Zukunft sieht der Automobilkonzern unter anderem in der Kryptographie, in Materialwissenschaften und im Zusammenspiel mit KI und Machine Learning.

 

2020 hat die BMW Group nach einer gewissen Evaluierungsphase eine Strategie für die Technologie formuliert. Andre Luckow, Leiter Innovation & Emerging Technologies der BMW Group, erklärt das so: „Wir verstehen das Quantencomputing als strategische Zukunftstechnologie, die unserem Kerngeschäft nützen kann und uns als Innovationsführer positioniert. Mit unseren Aktivitäten in diesem Feld wollen wir zudem den Standort Europa in seiner digitalen Souveränität stärken.“

 

Strategien und strategische Kooperationen

Die Strategie umfasst die drei Felder Materialwissenschaften, Engineering und Prozesse, wo jeweils auch KI eine Rolle spielen soll. „Die Verknüpfung von Quantencomputing mit KI eröffnet nochmals neue Möglichkeiten“, meint Luckow. Sein Kollege Robert Bruckmeier, General Manager Computing & Network Artificial Intelligence, spricht davon, dass Quantencomputing das Potenzial habe, „Innovation in sämtlichen Branchen neu zu definieren“.

 

Bei der Forschung arbeitet die BMW Group eng mit entsprechenden Einrichtungen und Universitäten zusammen. Unter anderem hat sie 2021 eine Professur an der TU München und 2024 eine an der RWTH Aachen gestiftet. Das Münchener Team arbeitet an den arithmetischen Grundlagen für industrierelevante Anwendungen, das Aachener an konkreten Softwarelösungen und Softwarekompetenzen.

 

Um Quantencomputing und den möglichen Einsatz besser zu verstehen, arbeitet BMW auch mit Nvidia, Classiq und Airbus zusammen. Die beiden Unternehmen haben mit weltweit anerkannten Experten im Rahmen der Quantum Computing Challenge 2024 zum zweiten Mal bereits fünf Gewinnerteams ausgewählt, die sich mit Lösungen von Mobilitätsproblemen beschäftigt haben. Daraus sind laut BMW „vielversprechende Fortschritte“ sowohl für die Automobil- als auch für die Luftfahrtindustrie hervorgegangen.

 

Quelle Titelbild: Pexels / Frank_Rietsch