Digitales Lehrerzimmer schon weit fortgeschritten
Die Lehrkräfte an den Schulen in Deutschland haben in Sachen IT mächtig dazugelernt. Digitale Technologien sind mittlerweile schon Standard in den Lehrerzimmern, stellt der Branchenverband Bitkom fest. „Schul-Handys“ sind aber noch eher die Ausnahme.
Respekt vor den Lehrkräften heute, von denen viele wie ihre Schützlinge ganz selbstverständlich mit moderner Technik umgehen können. In der Vergangenheit hatten sie oft schon Schwierigkeiten, einen einfachen Videorecorder zu bedienen. Das hat sich zumindest in den jüngeren Generationen der Lehrkräfte grundlegend geändert.
Ohne digitale Tools geht es heute nicht
Die Lehrerinnen und Lehrer sind heute regelrecht darauf angewiesen, mit dem PC, Notebook oder Tablet den Unterricht vorzubereiten und E-Mails an die Eltern oder Memos an die Schülerinnen und Schüler zu schicken.
So hat heute auch fast jede Lehrkraft (95 Prozent) an den Schulen in den Sekundarstufen I und II Zugang zu mindestens einem der genannten Geräte, wie eine Umfrage im Auftrag von Bitkom ergab. Aber nur ein Viertel (27 Prozent) der 502 befragten Lehrkräfte hat eine Home-Office-Ausstattung erhalten, die über ein mobiles Arbeitsgerät hinausgeht. Ein von der Schule gestelltes Smartphone ist mit 11 Prozent noch seltener.
„Lehrerinnen und Lehrer bewältigen einen großen Teil ihrer Aufgaben, wie beispielsweise die Unterrichtsvor- und -nachbereitung, zu Hause“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Er fordert daher, dass die Lehrkräfte von den Schulen folglich auch eine entsprechende technische Ausstattung bekommen sollten.
Sechs von zehn Lehrkräften (59 Prozent) bekommen einen stationären PC gestellt, 80 Prozent ein mobiles Gerät, davon 56 Prozent ein Tablet, 43 Prozent einen eigenen Laptop. Papierblock und Stifte erhalten hingegen 96 Prozent der befragten Lehrkräfte.
Auch Diensthandy und Webcam sind gefordert
Weiter fordert Rohleder daher: „Die kommende Bundesregierung muss gemeinsam mit Ländern und Kommunen das deutsche Schulwesen ins digitale Zeitalter überführen. Dazu gehört ein Fokus auf die Vermittlung digitaler Kompetenzen ebenso wie eine langfristig gesicherte Finanzierung der digitalen Ausstattung – und die reicht von Geräten für das Klassenzimmer über Diensthandys bis zur Webcam für das Home Office von Lehrerinnen und Lehrern. Es braucht klare Zielvorgaben, technische Standards und vor allem eine gemeinsame Vision, wie das Schulsystem weiterentwickelt werden soll.“
Weitere umfassende Vorschläge zu einem entsprechenden Zielbild der Digitalisierung von Schulen sind im Bitkom-Positionspapier „Bildung 2030“ zusammengefasst. Demnach sind 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Meinung, dass schlechtes WLAN das größte Problem an ihrer Schule ist. 88 Prozent von ihnen sehen Digitalisierung als Chance für das deutsche Bildungssystem. Drei Viertel (74 Prozent) der Schülerinnen und Schüler gaben an, durch den Einsatz digitaler Medien motivierter im Unterricht zu sein. Rund die Hälfte der Lehrkräfte (49 Prozent) sehen hingegen fehlende Digitalisierungsstrategien als größtes Problem an ihren Schulen.