Wie sich die Rolle des CIOs in Zukunft verändert

1. Dezember 2018, Autor / Redaktion: Evernine Group / Hannes Beierlein

Das Aufgabenfeld des Chief Information Officers (CIO) hat sich im Zuge des digitalen Wandels bereits stark verändert, jedoch steht die größere Revolution des Berufsfeldes noch bevor.

In den meisten Unternehmen werden die digitalen Angelegenheiten auf mittlere Führungskräfte wie den Chief Data Officer oder den Chief Digital Officer übertragen, um einen Zuständigen für das Digitalfeld eines Unternehmens zu stellen. Das ist vorerst auch schlüssig, jedoch wird bei diesem Prozess viel zu selten der CIO einbezogen, der für die Initiierung und Durchführung der digitalen Prozesse des Unternehmens zuständig ist.

 

Der Drang zur Zentralisierung und Konsolidierung geht meist auf Kosten der CIOs, die sich zwischen den ganzen neu etablierten Positionen und der Automatisierung von Prozessen auf Dauer nutzlos erscheinen. Deswegen gilt es, den CIO aktiv in den Digitalisierungsprozess miteinzubeziehen – am besten noch in einer Schlüsselrolle, da er oder sie das notwendige Wissen zu dem Thema besitzt.

Ein notwendiger Wandel

Der CIO war in den letzten Jahren vor allem für die Weiterentwicklung der IT von einer Kostenstelle zu einem Umsatz-Center zuständig. Die Modernisierung der Rechenzentren, die Konsolidierung der Unternehmens-IT und die Einhaltung von Sicherheits- und Gesetzesstandards fielen in das Aufgabenfeld.

 

Doch diese Aufgaben werden heute oft durch Technologien wie Prozess-Automatisierung oder etwa durch eine künstliche Intelligenz übernommen und beeinflusst so die Bedeutung der CIOs – zwar entfernt sich das Berufsprofil von der Ausgangsdefinition, allerdings gewinnt es auch an Komplexität, Anspruch und Facettenreichtum. Besonders folgende Kompetenzen müssen CIOs in Zukunft forcieren:

1. Businessfähigkeit

Innerhalb des Unternehmens sollte der CIO als Business-Partner betrachtet werden, um den digitalen Fortschritt des Unternehmens zu stärken. Doch je mehr die Unternehmens-IT an Bedeutung gewinnt, desto interessanter wird sie auch als Element der Wertschöpfungskette. Deswegen muss der CIO dafür sorgen, dass zum einen im Unternehmensbewusstsein verankert ist, dass die IT-Abteilung nicht nur Kosten produziert, sondern auch Nutzen bringt, und zum anderen, dass die Relevanz der Digitalisierungsbestreben immer wieder betont werden. Um das effizient zu kommunizieren, benötigt der CIO Businessfähigkeit und Geduld, die Vorteile der IT den Geschäftspartnern zu erläutern.

2. Mentor

Mit der Digitalisierung entstehen immer wieder individuelle Innovationsprojekte, die nicht zwangsläufig aus der IT-Abteilung hervorgehen. Jedoch sind viele dieser Innovationen potenzielle Nutzen für das Unternehmen, weswegen es die Aufgabe des CIOs ist, diese Innovationen zu unterstützen. Es sollte eine Art Start-Up-Mentalität in Bezug auf IT-Innovationen herrschen, und der CIO sollte sich als Mentor den experimentierfreudigen und aufgeschlossenen Mitarbeitern annehmen und sie leiten. So kann Innovation zu Gunsten des Unternehmens gefördert werden.

3. Service-Aggregator

Viele Unternehmen haben ihre Digitalisierungsprojekte, Services und Anwendungen über viele Cloud-Anbieter verteilt und verursachen so eine Zerstückelung, die einer zentralisierten Strategie entgegenwirkt. Der CIO sollte in diesem Fall eine verbindende Kraft darstellen und das große Chaos vermeiden. Zudem sollte er die vorhandenen Technologien und Daten für alle Geschäftseinheiten integrieren, eine „Digital-First“-Strategie entwerfen und diese schließlich durchführen. Dabei ist vor allem wichtig, die Ideen mit den passenden Technologien zu untermauern – nur so können Self-Services für beispielsweise flexiblere Workflows und Multi-Cloud-Services für alle zur Verfügung stehen.

„Die Rolle des CIOs hat sich vor allem durch die digitale Transformation verändert. Heute wird er immer mehr als strategischer Berater für eine sichere digitale Transformation verstanden und eingesetzt und gilt als Innovationsmanager. Denn: Während die IT früher als unterstützende Abteilung diente, wandelt sie sich mittlerweile in fast allen Branchen zu einem zentralen Wertschöpfungsfaktor – mit neuen Geschäftsmodellen und getrieben durch technische Innovationen.“

 

Tobias Massow, Communication Consultant / Digital Change & International Markets, Evernine Group

4. Talente-Magnet

Die digitale Transformation bedeutet durch KI-basierte Entscheidungsfindung oder robotergestützte Prozessautomatisierung für viele Arbeitsplätze das Aus. Gleichzeitig bringt sie aber eine Vielzahl neuer Berufe hervor. Schon heute suchen Unternehmen händeringend nach High Potentials wieSoftware-Architekten, Data Scientists, Entwickler für Mensch-Maschine-Schnittstellen, KI-Spezialisten oder Robotik-Experten. Viele Unternehmen kämpfen seit Jahren um genau solche Talente. Folglich sollte der CIO sich darauf fokussieren, die hochqualifizierten Fachkräfte für sein Unternehmen zu gewinnen und zu halten. Und das nicht nur durch Gadgets und attraktive neue Funktionen am Arbeitsplatz, sondern vor allem durch flexible digitale Arbeitsbereiche, die es den High Potentials ermöglichen, überall und jederzeit zu arbeiten. 

Spannende neue Aufgaben

Für die CIOs werden dementsprechend Fähigkeiten wie Teambildung, Motivation, Mentoring, Problem- und Konfliktlösung sowie Krisenmanagement von hoher Wichtigkeit – genauso wie effiziente Kommunikation mit dem C-Level, um die Wichtigkeit der IT-Abteilung zu unterstreichen. Durch die digitale Evolution wird die Existenz der IT und die Rolle des CIOs immer auf dem Prüfstand stehen und erfordert deswegen ein ständiges kritisches Überdenken. Allerdings wird die Rolle immer weiterbestehen, solange man sich den neuen Chancen stellt.

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Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel von it-zoom.
Titelbild: iStock / marchmeena29



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