Digitale Kommunikation – Was McKinsey, Accenture und Co. nicht sehen wollen

  • 18. Oktober 2016

Moderne Unternehmen verschwenden heute oftmals zu viele Gelder und Ressourcen, weil Sie bei Ihrer Unternehmenskommunikation auf eine veraltete Struktur setzen. In Zeiten des digitalen Wandels wird es heute so fast unerlässlich, Sales, PR, Marketing etc. konzertiert und koordiniert aus einer Hand zu betreiben. Wie Sie diese Herausforderung am effektivsten bewerkstelligen, erfahren Sie in diesem Beitrag von Hannes Beierlein, CCO der Evernine Group in München.

Die Digitalisierung stellt Unternehmen vor große Herausforderungen

Sie sind Vorstand, Geschäftsführer oder Top Manager und wollen Ihr Unternehmen digitalisieren? Dann sind Sie grundlegend schon mal auf einem guten Weg. SAP HANA, IBM Watson, Microsoft und Co. sowie entsprechende Strategie-, Prozess- und Technologieberatungen sind hier ein weiterer logischer und richtiger Schritt. Und sogar Automobilkonzerne setzen mittlerweile auf digitale Lösungen für Ihre (Business-)Kundschaft.

 

Gerade auch auf einschlägigen Branchenmessen zeigt sich dieses Digital-Engagement der IT-Größen, Beratungen und Automobilhersteller. Auf der Marketingmesse dmexco präsentiert sich IBM als Serviceanbieter für Fachabteilungen. Auf dem Mobile World Congress – der Smartphone Messe schlechthin – sind SAP, PWC, Ford, Daimler und IBM omnipräsent und zeigen direkt neben dem neuen Smartphone für Business-Entscheider auch gleich die passende Lösung, Sprachassistenz oder App für digitale Arbeitskonzepte.

Unternehmenskommunikation erhält so auch auf Druck der IT-Riesen einen neuen Blickwinkel in vielen Unternehmen. Wenn digitalisiert wird, dann gleich ganzheitlich und mit den entsprechenden Innovationen im Fokus – Kommunikation erstreckt sich dann auch nicht mehr nur auf Mensch-zu-Mensch, sondern auch Mensch-zu-Maschine, Maschine-zu-Maschine und Unternehmen-zu-Kunde.

So wird der IT-Anbieter plötzlich zum Innovationstreiber, der Automobilhersteller zum Service-Provider und die Kommunikationsberatung zum ganzheitlichen Strategen, der sämtliche technische Neuerungen für seine Unternehmenskunden entsprechend vor- und aufbereitet. 

Doch wahrscheinlich sortieren Sie Ihre bestehende Kommunikations-Agentur nicht aus und hinterfragen auch nicht deren Ansatz im Rahmen der Digitalisierung.

Das ist ein großes Problem, denn so gut wie immer stehen erst einmal allein Technologien und Prozesse im Fokus Ihres Unternehmens. Doch neue Technologien und damit verbundene Prozesse sind nur eine Seite der Medaille.

So lassen sich Prozesse sicherlich verbessern, die Produktion effektiver gestalten, Logistik optimieren oder auch die interne Kommunikation und das Marketing verbessern.

Smartphones sind heute ein Tool für die umgreifende Unternehmens-
kommunikation. (Bild: Evernine)

Ein Faktor, den die meisten Unternehmen dabei aber vernachlässigen, ist, dass heute jeder Mitarbeiter auch im privaten Umfeld von der Digitalisierung mitgerissen wird und damit Zugang zu so gut wie allen Kommunikationsmitteln und Medien hat. Das bedeutet:  Im Gegensatz zu früher ist heute jeder Mitarbeiter ein wichtiger Kommunikator im Unternehmen – nicht nur PR-Abteilung, Vertrieb, Marketing (oft in diversen obskuren Abteilungen)HR und die Geschäftsführung bzw. Vorstände.

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„Unternehmenskommunikation muss in Zeiten der Digitalisierung zentral gesteuert werden“
– Hannes Beierlein, CCO Evernine Group

Digitalisierung bedeutet für die Unternehmenskommunikation demnach vor allem eines: Sie muss wesentlich schneller werden, mehr Inhalte vorgeben, zentral organisiert werden und eine zentrale Message bereitstellen, die von jedem genutzt werden kann – intern und extern. Hier müssen große Konzerne ab einer gewissen Größe und je nach ihrer „Produktgestaltung“ endlich von dem Gedanken Abstand nehmen, PR, Marketing, HR und Vertrieb zu trennen. Stattdessen brauchen sie zentral gesteuerte Kommunikationsabteilungen mit Kompetenz für viele Kanäle und Zielgruppen.

 

Genau diese Bereiche müssen im Unternehmen dafür einmal mit der richtigen Hierarchie versehen werden. Neue Positionen müssen hierfür von den Unternehmen jeweils geschaffen werden – etwa ein CCO, der Chief Communication Officer. Besonders wichtig ist hier die Kompetenz, in dieser Position und der zugehörigen Kommunikationsabteilung selbst zu handeln – ohne lange Freigabeprozesse durch Einzelabteilungen.

Denken Sie nur wieder an die IT-Riesen zu Beginn des Beitrags: Jeder dieser Hersteller, egal ob IBM, Microsoft oder SAP, bietet bereits jetzt die entsprechenden Lösungen für eine reibungslose Kommunikation in Echtzeit, für Projektarbeit an jedem Ort der Welt und für sekundengenaue Ressourcenoptimierung genau da, wo Sie Ihre Ressourcen gerade benötigen. Diese Tools sollte Ihr Unternehmen demnach nicht nur aufnehmen, sondern sich entsprechend auch daran orientieren und weiterentwickeln.

Hat ein Unternehmen sich so aufgestellt, kann eine solche Kommunikationsabteilung auch mit modernen Kommunikationsberatungen zusammenarbeiten, die kosteneffizient auch direkt sämtliche Agenturleistungen (und ich meine wirklich jede) für ganzheitliche Projekte mit Awareness- und Lead-Erfolg aus einer Hand liefern können.



Mit langsamen und ineffektiven Kommunikationsstrategien verbrennen Unternehmen wertvolles Geld

Fakt ist: die Beauftragung einer Vielzahl von Agenturen treibt nicht nur die Kosten nach oben, sondern macht auch Kommunikation langsam und ineffektiv. Für jedes Thema eine eigene Agentur zu beauftragen – etwa für SEO/SEA, Social, Content, UX, Motion, Leads & Awareness, Events, PR und vieles mehr – sorgt für Reibung. Grabenkämpfe entstehen, genau wie unübersichtliche Zielsetzungen. Was hilft die beste SEA-Strategie, wenn die Webseite dafür nicht bereit ist? Und was nützt das beste Event, wenn kein passendes Digital Marketing hierfür aufgestellt ist? Jeder Kanal ist für sich einfach zu bedienen und zu verstehen; doch alle Kanäle im richtigen Maße und mit den richtigen Inhalten zur richtigen Zeit orchestriert zu befüllen und zu betreiben – darauf kommt es an. Das geht nur bei einem radikalen Umdenken. Wie viel Geld hier aktuell noch „verbrannt“ wird, ist bedenklich und zeigt gleichzeitig, dass Unternehmen an dieser Stelle auch noch immer nicht klare Ziele bei Ihren Maßnahmen aufgestellt haben.

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In Zeiten der Digitalisierung muss auch die Unternehmenskommunikation schneller werden

Natürlich gibt es hier Unterschiede zwischen der B2C und B2B Welt, doch eines ist überall gleich: Kommunikation muss im Rahmen der Digitalisierung schneller werden. Es darf nicht mehr zwischen Event, Branding, Sales, PR, Online usw. unterschieden werden; das funktioniert nicht mehr. Hier gibt es zwar viele branchenspezifische Lösungen für das Thema, eines ist jedoch klar: Zunächst müssen sich die Geschäftsleitungen und Vorstände auch in diesem Bereich für einen radikalen Wandel entscheiden und jemanden finden, der ohne Angst und Vorbehalte diesen Weg mit ihnen umsetzt. Hierzu haben die meisten Agenturen und Beratungen im Markt schon aus ihrer Historie und ihren eigenen Strukturen nicht das Personal.

 

Natürlich findet auch hier ein Wandel statt – allerdings nur viel zu langsam. Wenn man sieht, wie hier Gelder vergeben bzw. verschwendet werden, sollten Chefs von Unternehmen sich dringend dem Thema Kommunikation so widmen, wie es im Rahmen der Digitalisierung nötig ist.



Dieser Artikel stammt aus dem Redaktionsbüro der Kommunikationsberatung Evernine Group.

Quelle Titelbild: Evernine

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