Big Data als Waffe zur Krebs-Bekämpfung?

02.02.2016, Redaktion: Sandra Benz

Diagnose Krebs. Diesen Befund erhalten in Deutschland rund 500.000 Personen pro Jahr, und die Krankheit endet meistens tödlich. Nun sollen Big-Data-Lösungen eine wirkungsvolle Behandlung ermöglichen.

Da jede Krebs-Krankheit individuell ist, stellt die Therapie eine große Herausforderung für die Mediziner dar. Zudem haben genetische Voraussetzungen Einfluss auf den Therapieerfolg. So kann es sein, dass trotz vermeintlich gleichem Krankheitsbild für jeden Patienten eine individuelle Behandlung entwickelt werden muss.

Individuelle Therapien durch Big Data

Um eine optimale Therapie zu entwickeln und immer wieder anzupassen, werden während des Krankheitsverlaufs enorme Mengen an Daten erhoben, die anschließend ausgewertet werden müssen. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg setzt hierfür seit neuestem Datenbankplattformen ein, die die Daten aufbereiten und verwalten.

„Wir versuchen so, Therapien zu identifizieren, die auf das spezielle molekulare Profil eines Patienten besonders zugeschnitten sind“, sagt Prof. Christof von Kalle, Leiter der Onkologie am NCT.

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Die richtige Behandlung mit nur wenigen Klicks

Durch eine technische Benutzeroberfläche können Behandlungsverläufe nun visualisiert werden. So lassen sich Auffälligkeiten leichter erkennen und Parallelen zu anderen Fällen herstellen. Im Optimalfall ist die richtige Therapie dann mit nur wenigen Mausklicks zu finden.

„Noch vor wenigen Jahren wäre das ein Aufwand gewesen, der mit einer Doktorarbeit zu vergleichen wäre – wir hätten dafür Wochen oder Monate gebraucht“, äußert sich von Kalle zur neuen Technik.

Big Data in der Forschung

Die Technik hilft jedoch nicht nur in der Therapie, sondern auch in der Forschung. Durch die Datenanalysen können Patienten mit ähnlichen Profilen identifizieren werden, um sie dann für klinische Studien zu rekrutieren. Die daraus entstehenden Erkenntnisse fließen schließlich wieder direkt in die Behandlung ein – ein Kreislauf, der im Idealfall zur Senkung der Sterberate beiträgt.

Im NCT Heidelberg können so mit Hilfe von Big Data immer mehr Krebskranke mit individuellen Therapieansätzen behandelt und der Behandlungserfolg kontinuierlich verbessert werden.

 

Quelle Titelbild: Evernine



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